Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Gesellschaft

Illnau-Effretikon erhält weitere Sickertrottoirs

In Illnau wird eine Strassensanierung fällig. Dabei wird ein Sickertrottoir gebaut - oder ein weiteres Element für die Schwammstadt.

Gemäss einem Austausch mit Vertretern von Pro Senectute soll das Sickertrottoir keine Barriere darstellen. (Archiv)

Foto: PD

Illnau-Effretikon erhält weitere Sickertrottoirs

Strassensanierung in Illnau

Entlang der Brand- und der Rütlistrasse sollen Schwammstadt-Elemente entstehen. Damit verfolgt der Stadtrat ein in der Vergangenheit kritisiertes Konzept weiter.

Die Brand- und die Rütlistrasse im Chelleracher-Quartier in Illnau müssen saniert werden, wie der Stadtrat mitteilt. Sie werden bereits seit 50 Jahren genutzt. Dabei richtet sich die Gestaltung ein weiteres Mal nach einem Konzept, das schon mehrmals die Gemüter in der Stadt erhitzte: die Schwammstadt.

Unter Schwammstadt-Elementen versteht man eine nachhaltige Form des Strassenbaus. Poröse Sickersteine saugen Regenwasser auf wie ein Schwamm, statt dass das Wasser in eine Dole fliesst. Das hat den Vorteil, dass dann bei extremen Regenfällen die Kanalisation, Rückhaltebecken und Kläranlagen entlastet werden. Mit den Sickersteinen wird das Wasser an Ort und Stelle wieder in den Wasserkreislauf eingeführt und allfällige Hitze reduziert. Mit Baumgruben kann das Wasser zudem Bäume bewässern. Dieses Konzept soll sich gut auf die kantonale Klimastrategie auswirken und wird vom Bund empfohlen.

Die Politische Gemeinde hatte im Jahr 2022 drei Pilotprojekte gemacht. Der Stadtrat schreibt, dass die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu einer Neubewertung des Steintyps geführt haben. Mit dem neuen Stein würden die Fugen zwischen den Sickersteinen verkürzt.

Antworten auf kritische Fragen

Damit erübrigt sich einer der kritisierten Punkte zu den Schwammstadt-Elementen. Die breiten Fugen würden gegen das Baugesetz verstossen, meinte ein Anwohner, als es um die Sanierung der Wingertstrasse ging. Denn breite Fugen würden einen barrierefreien Zugang nicht garantieren.

Doch die Stadt teilt mit, dass sie mit der Sanierung der Rebenstrasse positive Erfahrungen gemacht hat. Auch weil sie praktische Tests mit Vertretungen der Pro Senectute und des Vereins Lebensphase 3 bestätigt haben. Die Rebenstrasse stand letztes Jahr noch unter Beschuss. Erst im Dezember hat der Bezirksrat eine Stimmrechtsbeschwerde zu deren Sanierung abgewiesen.

Ein weiterer Kritikpunkt war, dass sich ein solches Trottoir in einer Stadt zwar lohnen könnte, aber nicht in einem Wohnquartier, das bereits so viele Grünflächen hat, wie etwa Gärten, wo das Regenwasser in den Boden abfliessen kann.

In der Parlamentssitzung vom 11. April stellte die SVP eine Anfrage dazu und verwies auf die bereits vorhandene Sickerfläche in den Quartieren, wo die Schwammstadt-Elemente hauptsächlich geplant sind.

Der für das Ressort Tiefbau zuständige Stadtrat Erik Schmausser (GLP) wies in seiner Antwort auf die Gesetzeslage hin, denn Wasser von der Strasse dürfe nicht auf private Grundstücke absickern, was umgekehrt ebenso gelte.

Weitere Elemente in der Sanierung

Zusammen mit der Strassensanierung werden auch die Wasserleitung und die öffentliche Beleuchtung erneuert sowie die Sickerleitung, die durch eine neue Meteorwasserleitung oder auch Regenabwasserleitungen ersetzt werden soll.

Der Stadtrat bewilligt als gebundene Ausgaben 814'000 Franken für die Strassensanierung, 654'000 Franken für den Wasserleitungsersatz und 520'000 Franken für die neue Meteorwasserleitung. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im Sommer 2024.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns