Bachtel-Spatenstich im Schnee
Start des Restaurant-Umbaus
Der offizielle Baustart für die Gesamtsanierung des Restaurants Bachtel-Kulm ist statt im Grünen wetterbedingt im Weissen erfolgt.
Aprilwetter vom Feinsten: Für die Teilnehmer des Spatenstichs oben auf dem Bachtel gab es am Donnerstag noch kurzfristig einen Strassenbericht. «Ab Orn liegt im Wald Schnee, es ist gepflügt und fahrbar.»
Die knapp 20 Gäste kamen letztlich alle problemlos auf dem Oberländer Hausberg an. Die meisten sind erfahrene Berggänger und stammen vor allem von der Genossenschaft Bachtel-Kulm, der das Restaurant gehört. Der Vorstand, aber auch die Mitglieder der Bau- und der Finanzkommission wollten zusammen mit den Architekten, Bauberatern sowie Hinwils Gemeindepräsident Andreas Bühler (SP) ein bisschen feiern.
Im Fahrplan
Immerhin legen nach rund siebenjähriger Vorarbeit seit Anfang April im Restaurant Handwerker Hand an. Die Fenster sind bereits draussen, und dort, wo zuvor Herd und Kühlgeräte standen, türmt sich jetzt ein Haufen von Plättli.


«Unser Fahrplan ist bisher bis auf den letzten Zacken aufgegangen», bilanzierte Martin Vögeli, der im Vorstand für die Liegenschaften und damit vor allem für das Grossvorhaben «Bachtel 2025» verantwortlich ist.
Und Vögeli rechnet damit, dass es auch so weitergeht. Das bedeutet, dass im Herbst 2025 das komplett umgestaltete Gebäude bezogen werden kann. Ob im Oktober oder November, darauf wollte er sich dann doch noch nicht festlegen.
Für den Umbau des Restaurants hat sich die Genossenschaft vor allem aus Kostengründen gegen einen Neubau und für eine Gesamtsanierung entschieden. Dach, Heizung, Küche, vieles war in einem desolaten Zustand. Doch die Grundstrukturen können übernommen werden.
Architekten kupferten ab
«Wir sind hier oben auf dem Bachtel sehr ausgestellt, alle schauen zu uns hinauf», meinte Vögeli drinnen am «Schärme» in der Besenbeiz ein paar Meter unterhalb der Baustelle. Das künftige Restaurant wird mit einem neuen, aber doch altbekannten Gesicht daherkommen. So wird das Gebäude zwar aufgestockt. Doch mit der Fassaden- und Dacherneuerung erhält das Restaurant das gleiche Erscheinungsbild wie vor 100 Jahren. Das Dach des Gebäudes wird erneut mit fünf parallel liegenden Giebeln gebaut und die Fassade mit Schindeln aus Mondholz vom benachbarten Wald verkleidet.
Architekt Peter Moor zeigte sich stolz darüber, dass er und seine Mitarbeiterin Muriel Kuonen bei der Schindelproduktion auch einmal selbst Hand angelegt hatten. Und auch wenn sie bei der Umgestaltung des Restaurants «abgekupfert» und sich am Aussehen des Berghauses zwischen 1916 und 1930 orientiert hätten, sei es ein guter Auftrag: «Einerseits habe ich gerne alte Sachen. Andererseits hat uns dieses Re-Building auch die Türen geöffnet.»
So ist diese Rückorientierung bei Kanton und Heimatschutz sehr gut angekommen. Das wiederum hat zu einem unüblich schnellen Bewilligungsprozess für Objekte an solch exponierten Lagen beigetragen.
Vorfreude auf Terrasse und Saal
Architektin Muriel Kuonen freut sich schon heute darauf, dass sie in gut zwei Jahren oben auf der grossen Terrasse wird sitzen können und dabei die tolle Aussicht geniesst.
Moor pflichtete ihr bei, unterstrich aber auch die Bedeutung der geplanten Hotelzimmer und des neuen Saals. Einen kleinen Vorgeschmack auf diesen gibt es übrigens schon heute zu bewundern: Dessen Decke wird dereinst im gleichen Rot-Ton gehalten sein wie die jetzige Decke in der gemütlichen Besenbeiz.
Mit all diesen Gestaltungselementen soll der Charme vergangener Zeiten wieder auf den Bachtel zurückkehren. Und um energietechnisch auf den neusten Stand zu kommen, sorgen künftig sieben Erdsonden und eine Photovoltaikanlage auf dem Nachbargebäude für Wärme und Strom.
Spendersuche wird fortgesetzt
Für die Sanierung des «Bachtel-Kulm» sind knapp sechs Millionen Franken nötig – eine grosse Herausforderung für die Genossenschaft. Wie Hubi Rüegg, im Genossenschaftsvorstand für die Aussenbeziehungen zuständig, betonte, sind innert relativ kurzer Zeit 3,8 Millionen Franken über Spenden und Sponsoren zusammengekommen. Unter anderem beteiligt sich auch die Schweizer Berghilfe mit insgesamt 350’000 Franken an diesem Projekt im Zürcher Berggebiet.
Damit sei die Summe zusammen gewesen, die sich die Genossenschaft zum Baustart zum Ziel gesetzt habe. Mit Sammeln aufhören will Rüegg nun aber nicht. Vielmehr gehe es darum, möglichst wenig von der 2,2-Millionen-Hypothek, die die ZKB gewähre, auch zu beanspruchen. «Deshalb wollen wir bei unserer Suche nach Spendern und Sponsoren nachhaken.»
Informationen zum Projekt sowie zu den Spendenmöglichkeiten und zum Sponsoring sind auf www.bachtel2025.ch zu finden.