Rückstau auf der Tösstalstrasse sorgt für rote Köpfe
Strassenbaustelle in Kollbrunn
Weil der Kanton die Tössbrücke in Kollbrunn saniert, regeln Lichtsignale den Verkehr beim Schneckenkreisel. Das kostet mehr Zeit – und strapaziert die Nerven der Autopendler.
Seit anderthalb Wochen ist Geduld gefragt auf der Hauptschlagader des Tösstaler Verkehrs. Grund: Der Kanton saniert und verbreitert die Tössbrücke Richtung Weisslingen.
Während der Bauzeit, die bis Ende Juli 2025 dauert, müssen sich die Autofahrer deshalb durch Lichtsignale quälen. Diese sind nötig, damit der Schneckenkreisel nicht verstopft.
Trotz Ampeln warnte der Kanton in der Baustelleninfo vor einem Rückstau. Zu diesem kam es denn auch, vor allem während des Morgen- und Abendverkehrs.
Das sorgt für erhitzte Gemüter – besonders bei den Pendlern und Pendlerinnen, die diese Route jeden Tag bestreiten. Eine von ihnen hat sich bei der Redaktion gemeldet. «Auf der Strecke läuft der Verkehr sonst super flüssig, aber seit der Baustelle sind die Wartezeiten extrem», meint sie.
Reklamationen halten sich in Grenzen
Sie fahre bereits seit acht Jahren täglich von Winterthur ins Tösstal, doch so schlimm wie Anfang letzter Woche sei die Situation noch nie gewesen. Nicht einmal bei der Kreiselbaustelle in Turbenthal. «Die Sache ist extrem mühsam.» Zu Beginn der Bauphase habe sich der Verkehr oft bereits beim Eingang zu Kollbrunn zu stauen begonnen.
Die Pendlerin ist Mutter und daher auf ihr Auto angewiesen – würde sie den ÖV benutzen, bräuchte sie dafür von Tür zu Tür eine Stunde statt der üblichen 20 Minuten mit dem Auto.


Bei der Gemeinde Zell haben diesbezüglich schon einige Bürger angeklopft, wie Gemeindeschreiberin Claudia Oswald bestätigt. Mittlerweile habe sich die Situation aber wieder etwas entspannt.
Reklamationen erhielt auch das kantonale Tiefbauamt – allerdings bisher nur zwei an der Zahl. «Bei rund 7500 Fahrzeugen pro Tag, welche auf der Tösstalstrasse verkehren, ist das unterdurchschnittlich», sagt Thomas Maag von der Baudirektion.
Massnahmen gegen Schleichverkehr
Wer reklamiert hat, erhielt persönlich eine Antwort von der Projektleitung. Maag erklärt: «Zu Beginn einer solchen Umstellung, und bis sich der Verkehr eingependelt hat, ist es bei grösseren Verkehrsaufkommen normal, dass es im Morgen- und Abendverkehr zu längeren Wartezeiten kommen kann.»
Man habe im Vorfeld alle Optionen geprüft. «Die gewählte Verkehrsführung entspricht der Bestvariante.»
Seit Baustart hat der Kanton bereits zwei Anpassungen am Verkehrsregime vorgenommen. So hat er im Kreisel die Sperrung vom Dorf her in Richtung Weisslingen aufgehoben und die Phasen der Lichtsignale im Hinblick auf die Bevorzugung von Bussen verbessert.
Damit im Zentrum von Kollbrunn kein Schleichverkehr entsteht, hat auch die Gemeinde reagiert. Bis zum Ende der Bauarbeiten bleiben die Bahnhof- und die Lindenstrasse auf je einem Teilstück für den allgemeinen Verkehr gesperrt, auf der unteren Bahnhofstrasse hat sie eine Einbahnstrasse eingerichtet.
Die Massnahmen scheinen zu wirken, wie ein Augenschein vor Ort zeigt. Im Dorfzentrum ist es ruhig – auf Schleichverkehr deutet zurzeit nichts hin.
