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Die Volketswiler Pumptrack-Doublette

In Volketswil fehlte bis vor kurzem ein Pumptrack – jetzt gibt es gleich zwei davon. Gab es denn da keine Absprache?

Der Pumptrack vor dem Einkaufscenter Volkiland besteht aus Modulen, er ist eher etwas für Anfänger.

Foto: Thomas Bacher

Die Volketswiler Pumptrack-Doublette

Gleich zwei Projekte

Drei Jahre lang hat ein Verein für einen Pumptrack in Volketswil gekämpft. Und jetzt, kurz vor Baubeginn, stellt der Coop vor dem Volkiland eine mobile Anlage hin. Zu viel des Guten?

Lang und beschwerlich, so könnte man den Weg beschreiben, den der Pumptrack-Verein Volketswil hinter sich hat.

Es ist Sommer 2021, als die Verantwortlichen des Vereins mit 795 Unterschriften vom Gemeinderat Unterstützung für einen Pumptrack einfordern. Was folgt, ist ein langwieriger und zäher Gang durch die Instanzen: immer wieder neue Abklärungen, Projektanpassungen, Bewilligungen. Dazu kommt die Suche nach Sponsoren und Kleinspendern, bis am 27. März dieses Jahrs schliesslich auf einem Stück Land zwischen der Gries-Sportanlage und der Usterstrasse der Spatenstich erfolgt.

Und dann das: Nur drei Tage später, am 30. März, eröffnet der Coop vor dem Volkiland einen mobilen Pumptrack – gerade einmal 950 Meter Luftlinie von der geplanten Anlage des Vereins entfernt. Ziel sei es, den Vorplatz zu beleben, hiess es seitens des Einkaufszentrums.

Macht das Sinn?

Sie sei «sehr überrascht» gewesen, als sie von der Anlage beim Volkiland in der Zeitung gelesen habe, sagt Michelle Halbheer, die Präsidentin des Pumptrack-Vereins. «Hätte ich früher davon gewusst, hätte ich mit den Verantwortlichen sicher das Gespräch gesucht.» Man könne durchaus hinterfragen, wie viel Sinn es mache, einen Pumptrack nicht mal einen Kilometer entfernt von einer anderen Anlage aufzustellen.

Dramatisieren will Halbheer die Konkurrenzsituation aber auch nicht. «Wir locken sicher eine andere Klientel an», ist sie überzeugt. Wer ohnehin schon im Volkiland sei, fahre nebenher vielleicht noch ein paar Runden auf dem Track. Echte Pumptrack-Fans spreche die mobile Anlage hingegen weniger an, «die kommen zu uns», sagt Halbheer.

Mehrere Personen stehen mit Spaten auf einer Wiese.
Spatenstich für den Pumptrack bei der Sportanlage Gries. Ganz links im Bild ist Michelle Halbheer.

Der Pumptrack-Verein realisiert für rund eine halbe Million Franken zwei fest verbaute Tracks, wobei der eine für Anfänger und kleinere Kinder geeignet ist. Die Konstruktion habe im Vergleich zu mobilen Anlagen keine Rillen auf der Fahrbahn und biete auch sonst mehr Fahrspass, sagt Halbheer. Neben den Tracks ist ein Aufenthaltsbereich vorgesehen. «Die Anlage soll ein Treffpunkt sein», sagt Halbheer.

Finanziert wird das Ganze durch Sponsorengelder und einen Beitrag des kantonalen Sportamts. 250'000 Franken trägt die Gemeinde Volketswil in Form einer Defizitgarantie bei.

Kosten: eine halbe Million Franken

Man habe nichts von den Plänen des Pumptrack-Vereins gewusst, schreibt Volkiland-Leiterin Simona Engeler auf Anfrage. Auch sie ist der Meinung, dass die zwei Anlagen nicht konkurrierend seien, sondern sich ergänzten.

«Die beiden Projekte sprechen unterschiedliche Kundengruppen an», so Engeler. Der Pumptrack beim Volkiland sei eher ein Spielplatz für kleine Kinder und für Einsteiger geeignet und zudem an die Öffnungszeiten des Einkaufszentrums gebunden.

Noch geht es nicht los

Wann es beim Projekt des Pumptrack-Vereins losgeht, ist hingegen nicht klar. Michelle Halbheer erwartet die offizielle Baufreigabe in diesen Tagen. «Der tatsächliche Baubeginn ist aber noch abhängig von einigen Faktoren, insbesondere der Verfügbarkeit der Unternehmer und Maschinen.»

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