So wird die Wanderung im Oberland zum lehrreichen Erlebnis
Wandern mit Wissen
Im Oberland gibt es verschiedene Lehrpfade. Diese bieten nicht nur ein Abenteuer in der Natur, sondern auch Einblicke in die Vergangenheit und das Leben in der Region.
Am Wochenende sollen die Temperaturen zum ersten Mal in diesem Jahr auf sommerliche Höhen ansteigen. Die beste Gelegenheit also, das Oberland auf einem seiner zahlreichen Wanderwege zu entdecken. Einige davon bieten aber nicht nur ein Naturerlebnis und schöne Aussichten, sondern auch lehrreiche Einblicke in die bewegte Lokalgeschichte oder das aktuelle Schaffen.
Auf den Spuren der Industrialisierung
Der Industriepfad Zürcher Oberland erschliesst einen grossen Teil der ehemaligen Industrielandschaft. Er führt durchs Kemptnertobel vorbei an drei geheimnisvoll wirkenden Türmen, die früher lokale Webereien mit Strom versorgten.
Weiter erstreckt sich der Weg über das Kemptnertobel-Viadukt der Eisenbahnlinie Hinwil–Bauma zur Staldenmühle in Bäretswil. Es ist die oberste der sieben Mühlen am Aabach, die schon in vorindustrieller Zeit bestanden.
Die Wandernden begegnen auf der Route auch wichtigen historischen Bauten wie dem alten Bahnhofgebäude Bäretswil oder der Sagi Stockrüti – und schliesslich den Spinnereigebäuden auf dem Areal Neuthal, wo sich heute ein Museum befindet.
Seit 2016 wird der Lehrpfad aufgefrischt und mit neuen Informationstafeln versehen. In diesem Herbst sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, und eine offizielle Neueröffnung soll stattfinden.

Industriepfad Zürcher Oberland
Anreise: Der Industriepfad führt quer durchs Oberland. Mögliche Einstiegsorte befinden sich in Uster, Aathal, Wetzikon, Kempten, Bäretswil oder Bauma.
Strecke: 28 Kilometer (Dauer: zirka 7½ Stunden).
Weitere Informationen unter ipzo.ch.
Bei den Pfahlbauern am Pfäffikersee
Noch weit vor der Industrialisierung hatten sich im Oberland die Pfahlbauer angesiedelt. Entstanden sind die Pfahlbausiedlungen wohl vor 3000 bis 7000 Jahren. Um dieses kulturelle Erbe zu bewahren und in Erinnerung zu rufen, gibt es seit drei Jahren entlang dem Pfäffikersee einen Pfahlbauweg.
Der Weg führt von Pfäffikon entlang der Ostseite des Pfäffikersees bis nach Wetzikon. Unterwegs geben insgesamt zehn Stationen den Wandernden einen Einblick in das Leben der Pfahlbauern. Übrigens: Eine der Fundstellen in Robenhausen gehört sogar zum Unesco-Welterbe.

Pfahlbauweg am Pfäffikersee
Anreise: Mit dem öffentlichen Verkehr ist die Station 1 in Pfäffikon in 10 Minuten ab dem Bahnhof Pfäffikon zu erreichen. Die Station 10 in Wetzikon liegt ebenfalls 10 Gehminuten von der Bushaltestelle Wetzikon, Buchgrindel entfernt. An den Bahnhöfen Kempten und Pfäffikon stehen zudem Langzeitparkplätze zur Verfügung.
Strecke: 6,6 Kilometer.
Besonderes: Der Weg ist kinderwagentauglich. Es gibt unterwegs verschiedene Feuer- und Badestellen sowie Toiletten.
Weitere Informationen unter pfahlbauweg.ch.
Wandernd die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion entdecken
Um aktuellere Themen geht es auf dem Farmtrail in Lindau. Auf dem Trail vom Strickhof bis nach Kleinikon erfahren die Besucherinnen und Besucher Wissenswertes zur Produktion von Lebensmitteln.
An insgesamt zwölf Stationen mit QR-Codes kann das Wissen über die Landwirtschaft im Zusammenhang mit Konsum und Klima getestet werden. Dazu ist vorgängig die Installation einer App nötig. Der interaktive Wanderweg wurde erst im vergangenen Frühling eröffnet.

Farmtrail in Lindau
Anreise: Ausgangspunkt ist die Bushaltestelle Eschikon in Lindau. Die Buslinien 650, 656 und 662 fahren die Station ab Effretikon an. Das Ziel befindet sich in Kleinikon. Die Rückreise ist per Bus ab Kleinikon oder Winterberg möglich. Parkplätze sind auf dem Areal des Strickhofs vorhanden.
Strecke: 2,5 Kilometer (Dauer: zirka 2 bis 3 Stunden).
Weitere Informationen unter farmtrail.ch.
Einblicke in das Leben eines Oberländer Volksdichters
Zurück in die Vergangenheit und damit zu Jakob Stutz. Der Volksdichter gehört zu den bekanntesten Oberländer Persönlichkeiten. Er kam 1801 in Isikon bei Hittnau zur Welt. Und hier führt auch der Jakob-Stutz-Weg durch, der vor zwei Jahren neu lanciert wurde.
Seither stehen entlang dem Jakob-Stutz-Weg zwischen Pfäffikon und Sternenberg 14 Informationstafeln, die mit Bildern und Texten sowie per QR-Code Einblicke in das Leben des Schriftstellers geben. Dieser wiederum hatte in seinen Werken den Alltag der Zürcher Landbevölkerung beschrieben, was ihm die bis heute erhaltene Bekanntheit verschaffte.
Der Wanderweg führt durch eine sanfte Hügellandschaft und lässt sich auch in Etappen absolvieren.

Jakob-Stutz-Weg
Anreise: Die möglichen Startorte in Pfäffikon, Wila und Saland sind per S-Bahn erreichbar. Von Sternenberg aus verkehrt ein Bus zurück nach Bauma.
Strecke: 23 Kilometer. Mögliche Etappen: Pfäffikon–Wila (13 km), Wila–Sternenberg (10 km), Saland–Sternenberg (7,5 km).
Weitere Informationen unter jakobstutz.ch.
Diese Wanderung geht nur bei Regen
Auch bei Regen Zeit draussen verbringen: Das ist das Ziel dieses Kinderwanderwegs. Dabei ist es nicht nötig, dass es durchgehend stark regnet – ein Nieseln reicht aus.
Die Wanderung von Hittnau bis Pfäffikon folgt einer Geschichte. Hauptprotagonistin ist Regentropfen Leni, die gemeinsam mit den Kindern durch den Regen reist.
Unterwegs treffen die Wandernden immer wieder auf Pfosten, an denen sie einen Auftrag ausführen und ein Rätsel lösen sollen. Diese sind auf einer App zu finden. Zur Vorbereitung sollte die Wegleitung ausgedruckt und die App auf dem Smartphone installiert werden.

Lenis Reise durch den Regen
Anreise: Ausgangspunkt ist die Bushaltestelle Luppmen in Hittnau, die von den Buslinien 837 ab Pfäffikon und 858 ab Wetzikon angefahren wird. Parkplätze sind keine vorhanden. Zielort ist der Bahnhof Pfäffikon.
Strecke: 5,2 Kilometer (Dauer: zirka 3 bis 4 Stunden).
Besonderes: Dieser öffentliche Kinderwanderweg wurde im Herbst 2022 von einer Schülerin der Kantonsschule Zürcher Oberland (KZO) im Rahmen ihrer Maturitätsarbeit konzipiert und entwickelt.
Weitere Informationen gibt es hier.
