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Gesellschaft

Standing Ovations für den Circolino Pipistrello

Nebst Popcorn-Duft und Zirkusluft: Was das neue Programm des Circolino Pipistrello so einzigartig macht.

Kunterbunt, quirlig, unterhaltsam: Zirkus mal anders.

Foto: Bruno Sigg

Standing Ovations für den Circolino Pipistrello

Mal schrill und laut, mal leise und poetisch

Zu ihren Requisiten gehören Ordner, Tische und Kugelschreiber – das erfrischend neue Programm der Pipistrelli überzeugte bei der Erstaufführung im Rikoner Winterquartier.

Die Bankangestellten sitzen steif an ihren Schreibtischen. Einen Stapel Ordner auf der einen Seite, ein immerzu läutendes Telefon auf der anderen, sind alle im hektischen Büroalltag gefangen. Da bringt das «Käfeli»-Trinken doch wenigstens etwas Abwechslung in den grauen Alltag. Spass scheint es auch allen zu bereiten, Praktikantin Samantha herumzukommandieren.

Man sieht die Artisten des Circolino Pipistrello in Aktion.
«Büroalltag» mitten im Zirkuszelt.

An der Vorpremiere am Samstag waren vor allem Angehörige und Bekannte der Artisten oder des Zirkus sowie ehemalige «Pipis» eingeladen. Am Sonntag konnte die Öffentlichkeit dann an der Premiere zwei Vorstellungen im Winterquartier in Rikon besuchen. Ab April wird der kleine Zirkus mit 43-jähriger Tradition auf Tournee sein.

Besagte Szene spielt sich mitten im Zirkuszelt ab. Mit seinem brandneuen Programm «Bankrott» überzeugt der Circolino Pipistrello auf allen Linien.

Aus dem stressigen Berufsalltag

Das neue Programm erzählt eine Geschichte mit aktuellem Hintergrund. Vom täglichen Druck in der Arbeitswelt, dem der kleine Angestellte genauso ausgesetzt ist wie der Chef selbst. Und den jeder den Nächsten spüren lässt.

Die Akteure sind mal Schauspieler, die mit ihrer Mimik und Gestik die Zuschauer mitzureissen vermögen. Dann werden sie wieder zu Artisten, die jonglieren, tanzen oder in schwindelerregender Höhe Kunststücke am Seil vollbringen. All diese Talente fliessen mit scheinbarer Leichtigkeit ineinander.

Die Pipistrelli sind (aber) auch Musiker, die allesamt mehrere Instrumente beherrschen und singen. Im einen Moment mimen sie Clowns, die Gross und Klein zu herzhaftem Gelächter animieren. Im anderen rappen sie plötzlich, wenn sie «im Büro bitzli pumpen» und Krafttraining mit Laptop und Telefon machen.

«Bankrott» ist eine Mischung aus Theater, Tanz und Artistik. Die Vorstellung ist mal bunt, laut und humorvoll, mal poetisch, leise und nachdenklich, dann wieder voll bitterer Ironie. Vor allem ist sie vollgepackt mit Überraschungen und unerwarteten Wendungen.

Für den Zuschauer ist es ein Vergnügen, die Akteure zu erleben, die vor Spielfreude, Energie und Leidenschaft sprühen. Kein Wunder, schien der Applaus nach der Vorpremiere mit 350 Gästen kein Ende zu finden. Die stehenden Ovationen nahmen die Artisten gerührt und mit vor Freude glänzenden Augen entgegen.

Florian – vom Zivi zum «Superstar»

Patrick: «Wir sind hier, um einen unserer besten Kollegen zu supporten, Florian Lüthy. Im letzten Jahr hat er seinen Zivildienst beim Pipistrello absolviert, und er wurde so stark vom Zirkusvirus infiziert, dass er nun ‹freiwillig› hier arbeitet. Mir hat heute die Musik gefallen, das war eine Weltklasseleistung. Eigentlich war aber jeder Auftritt ein Highlight für sich.»

Max: «Florian hat uns natürlich umgehauen, er ist unser Superstar!»

Anja und Angela: «Auch wir fanden die Musik toll, die Choreos, die ‹Staubsauger-Akrobatik›, die hektische Büroszene mit der Praktikantin …»

«Das Lied beim Opening war das Beste», ruft Nicola dazwischen, schliesslich schwatzen alle wild durcheinander und sind sich einig: «Wenn wir so darüber nachdenken, wird uns bewusst: Wir sind von jedem einzelnen Element der Show begeistert.»

Man sieht Zuschauer beim Winterquartier des Circolino Pipistrello.
Anja, Angela, Nicola, Patrick und Max (von links) sind aus Thalwil angereist, um ihren besten Freund Florian (Zweiter von rechts) zu supporten.

Ein Programm mit frischen Ideen

Ilsi aus Rüti: «Ich kenne den Circolino Pipistrello schon seit vielen Jahren. Da ich früher selbst Zirkus gemacht habe mit dem Zirkus Aladin, fühle ich mich sehr verbunden mit dem Pipistrello. Mir hat bei dieser Vorstellung die tolle Zusammenarbeit unter den Artisten gefallen. Sie haben frische und gute Ideen und bringen diese super rüber.»

Man sieht Zuschauer beim Winterquartier des Circolino Pipistrello.
Ilsi war früher selbst aktive «Zirkusfrau».

Schauspieler mit perfekter Mimik

Sophia: «Wir sind heute hier, weil sehr viele Freundinnen von uns mitspielen. Mir hat die ganze Geschichte gut gefallen. Sie wird sehr kreativ und mit viel Humor rübergebracht. Auch die Message dahinter finde ich stark.»

Maya: «Die Musik ist sehr passend gewählt und super gespielt. Es wird eigentlich eine richtige Theatervorstellung geboten – mit perfekter Mimik erzählen uns die Schauspieler eine komplette Geschichte. Ausserdem sehen die Artisten sehr fashioned aus.»

Man sieht Zuschauer beim Winterquartier des Circolino Pipistrello.
Maya (links) und Sophia sind aus Winterthur gekommen und von den professionellen Schauspielkünsten der Artisten begeistert.

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