Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Gesellschaft

Die Pfäffiker Badi am See entzieht sich dem Badepass

Zehn Jahre war die Pfäffiker Schwimmanlage beim Badi-Pass dabei. Doch jetzt tritt sie aus finanziellen Gründen aus.

Ohne Pass kein Spass? Wer in der Badi am See schwimmen will, muss nun den vollen Preis bezahlen.

Foto: Urs Weisskopf

Die Pfäffiker Badi am See entzieht sich dem Badepass

Badepass-Austritt

Mit dem saisonalen Badepass kann man viele Schwimmanlagen im Oberland besuchen. Die Badi am See in Pfäffikon gehört aber nicht mehr dazu – aus finanziellen Gründen.

Das Oberland hat eine Saisonkarte für Wasserratten: Mit dem Bade(s)pass erhält man von Mai bis September Zugang zu 15 Schwimmanlagen im Oberland für den Preis von 105 Franken. Was dieses Jahr jedoch vielen gleich auffiel: Die Badi am See in Pfäffikon wird nach zehn Jahren nicht mehr im Pass aufgelistet.

Die Gemeinde teilte auf Anfrage der Redaktion mit, dass sie sich entschieden habe, die Zusammenarbeit aufzulösen. Die Gründe dafür seien vor allem finanzpolitischer Natur, erklärt Daniel Beckmann, Pfäffiker Gemeindeschreiber.

Pass rentiert für die Gemeinde nicht

«Es wurde ausführlich diskutiert», betont Beckmann. Der Entscheid sei zwar bedauerlich, doch die Schwimmanlage solle nicht noch höhere Verluste erbringen. Bisher hat die Gemeinde für die Badi jeweils draufzahlen müssen.

Wenn die Gemeinde draufzahlt …

… dann ist das meistens in Form von Subventionen. Das sind finanzielle Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln, mit denen man Institutionen oder Betriebe, die nicht dem Staat oder der Gemeinde gehören, unterstützt. Eine direkte Gegenleistung wird dabei nicht verlangt.

Im Fall der Badi ist es jedoch so, dass die Gemeinde diese Leistung selbst zur Verfügung stellt. Diese wird aber, anders als beispielsweise der Unterhalt von Gemeindestrassen, nicht vom grossen Steuertopf finanziert, sondern aus Eintrittsgebühren der effektiven Nutzerinnen und Nutzer. Da die Kosten der Badi dadurch aber nicht ganz gedeckt werden, wird der Rest von den Steuern finanziert.

Bisher musste die Gemeinde rund 2 Franken pro Einzeleintritt tragen. Neu soll der Kostendeckungsgrad aber auf mindestens 85 Prozent steigen. Mit dem Verzicht auf den Badepass hofft die Gemeinde künftig nur noch bis zu Fr. 1.20 pro Einzeleintritt übernehmen zu müssen.

Ob die Kundinnen und Kunden diesen Sparkurs der Gemeinde mittragen werden, wird sich zeigen. Sie werden ihre eigene Rechnung machen müssen.

Pfäffikon gehört zum höheren Preissegment

Ohne Badepass bleiben den Besuchenden der Badi am See nur zwei Optionen: die Saisonkarte oder der Einzeleintritt. Für regelmässige Nutzerinnen und Nutzer hat die Badi am See ihre eigene Saisonkarte. Für erwachsene Einheimische kostet diese 80 Franken, für Auswärtige sind es 100 Franken. Die Gültigkeit beschränkt sich logischerweise auf die Badi am See.

Ein Badepass hingegen kostet für Erwachsene 105 Franken und umfasst 15 Schwimmanlagen. Was lohnt sich also mehr: der Badepass oder eine Saisonkarte der Badi selbst?

Mit einem Blick auf die Einzeleintritte erschliesst sich, dass die Badi zu einem höheren Preissegment gehört. Eine erwachsene Person zahlt in Pfäffikon 9 Franken. Zum Vergleich: Das Strandbad Uster kostet Fr. 6.50, das Strandbad Auslikon 5 Franken.

Ein Balkendiagramm, gemacht aus Schwimmbädern in verschiedener Länge.
Ausgewählte Schwimmanlagen im Vergleich.

Daniel Beckmann bestätigt, dass es sich um hohe Preise handelt. Sie seien jedoch marktgerecht. «Ausserdem bietet die Anlage viel und ist somit äusserst attraktiv», sagt er und zählt die Vorteile auf: die Rutschbahn, das Kinderbecken, die Sauna, der See. Und die Infrastruktur in Schuss zu halten, kostet.

«Klar ist es ein Verlust, vor allem für Auswärtige», meint Beckmann. So könne man jedoch einer möglichen Überfüllung entgegenwirken. Und in eine überfüllte Badi will nun wirklich niemand.

So funktioniert der Badepass

Seit 2022 stellt die Standortförderung Zürioberland den Pass zusammen, davor war es die Region Zürcher Oberland (RZO). Die Teilnahme beim Pass ist jedem Betrieb selbst überlassen und ist kostenlos.

Die Erlöse aus dem Verkauf der Pässe werden nach Saisonende an die Badis ausbezahlt. Lediglich die administrativen Kosten, wie für Marketing und Technik, werden abgezogen. Somit ist der Pass selbsttragend, wie Mirjam Wüthrich, Leiterin des Geschäftsfelds Tourismus bei der Standortförderung Zürioberland, erklärt.

Für die Auszahlung an die Badis verwende man einen Schlüssel, der die administrativen Aufwände der Bäder für die Ausstellung der Pässe, die Höhe der Einzeleintrittspreise sowie die Anzahl der registrierten Eintritte
berücksichtige.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns