Stehbeifall für Hinwils Gemeindeschreiber
Roger Winter geht in Pension
Mit warmen Worten, einem Früchtekorb und Applaus ist an der Windrad-Gemeindeversammlung Hinwils Gemeindeschreiber in den Ruhestand verabschiedet worden.
«Auch ohne Windräder hat mir manchmal ein starker Wind entgegengeblasen», meinte am Mittwoch Hinwils Gemeindeschreiber Roger Winter. Im Anschluss an die Gemeindeversammlung wurde Winter von Gemeindepräsident Andreas Bühler (SP) verabschiedet. Nach acht Jahren an der Spitze der Gemeindeverwaltung erreicht er auf Ende April das ordentliche Pensionsalter.
Somit wird er auch zum letzten Mal das Protokoll einer Gemeindeversammlung schreiben. Immerhin bot diese noch einmal eine grosse Kulisse. Mit 240 Stimmberechtigten waren zwei- bis dreimal so viele aufmarschiert als üblich. «Man könnte meinen, sie seien alle meinetwegen gekommen», scherzte Winter.
Ein guter Zuhörer und Berater
Ein solches Bild wäre aber falsch. Denn wie Bühler festhielt, hat sich Winter in den Dienst der Hinwiler gestellt. «Ich bin für die Bevölkerung da», habe sein Credo gelautet. Er sei stets bescheiden gewesen, ein guter Zuhörer und eine respektierte Persönlichkeit. «Er stand uns jeweils zur rechten Zeit mit den richtigen Antworten zur Seite», meinte Bühler. Als noch amtsjunger Gemeindepräsident habe er in Winter einen persönlichen Berater zur Seite gehabt.
Winter, der in Hinwil daheim ist, ist für Bühler ein fester Anker gewesen. «In der Gemeindechronik wird er sicher Platz einnehmen», bilanzierte der Gemeindepräsident und forderte die Anwesenden auf, sich doch zu Ehren von Winter zu erheben. Das machten alle und spendeten dem scheidenden Gemeindeschreiber einen warmen Applaus. War Klatschen im offiziellen Teil der vorangegangenen Gemeindeversammlung noch verpönt, war eine Beifallskundgebung jetzt erwünscht.
Vom Mechaniker zum Gemeindeschreiber
Winter blickte kurz auf seine Jugendzeit zurück. Als er vor 45 Jahren seine Lehre als Mechaniker bei der Ferag abgeschlossen habe, habe er nicht im Traum daran gedacht, dass er einmal eine solche Position in der Gemeinde einnehmen würde.
Die acht Jahre als Hinwiler Gemeindeschreiber seien erfolgreich gewesen, aber phasenweise auch schwierig. «Aber ich bin mit Herzblut hier tätig gewesen.» Er schaue mit Stolz, aber auch Wehmut auf diese Zeit zurück. So stand er als Leiter neun Verwaltungsabteilungen mit 160 Mitarbeitenden vor. «Es war nicht immer einfach mit mir», meinte Winter, doch die Zusammenarbeit auch mit der Behörde sei von Vertrauen geprägt gewesen.
Nach Ostern wird Martina Buri seine Nachfolge antreten. Sie führte seit Februar 2020 die Wetziker Stadtverwaltung. Winter hat für sein Pensioniertendasein noch keine grossen Pläne entworfen. Nun werde er mehr Zeit für die Familie und seine drei Enkelkinder haben. «Das ist auch eine grosse Aufgabe, glauben Sie mir.»