Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Gesellschaft

«Gespräche an der Messe kann das Internet nicht ersetzen»

Sechs Jahre gab es keine Gewerbeshow in Bauma. Max Bosshard sieht darin Vorteile. Und doch sei die Messe keinesfalls ein Auslaufmodell.

Max Bosshard ist OK-Präsident der Gewerbeshow Bauma und selbst Gewerbler. Er führt ein Lohnunternehmen.

Foto: Noah Salvetti

«Gespräche an der Messe kann das Internet nicht ersetzen»

Gewerbeshow-Organisator im Interview

Am Wochenende findet in Bauma wieder eine Gewerbeausstellung statt. Zum ersten Mal nach sechs Jahren Pause. Im Interview gibt OK-Präsident Max Bosshard einen Einblick in die Vorbereitungen.

Herr Bosshard, am Freitagabend beginnt die Gewerbeshow in Bauma. Haben Sie deswegen schon schlaflose Nächte?

Max Bosshard: Bis jetzt nicht, nein. Aber ich glaube, die Gelassenheit kommt mit dem Alter (lacht). Sorgen macht mir höchstens das Wetter – aber das können wir ja eh nicht ändern. Ansonsten ist alles organisiert, und es geht nur noch um einzelne Absprachen.

Was waren die grössten Knackpunkte bei der Organisation?

Die zentrale Herausforderung war ganz klar, an alles zu denken. Vieles kann man in letzter Minute geradebiegen, aber eben nicht alles. Hier war es wichtig, dass jeder seine Rolle hat, die er selbständig wahrnimmt.

Ist das gelungen?

Definitiv. Wir haben eine gute Truppe, bei der jeder Einzelne weiss, worauf es ankommt. Aber es sind ja schliesslich auch alles Gewerbler.

Die letzte Gewerbeshow fand 2018 statt, den üblichen Dreijahresrhythmus mussten Sie wegen Corona aussetzen. Konnten Sie der Zwangspause auch etwas abgewinnen?

Einerseits spürt man sehr stark, dass das Interesse an der Ausstellung heuer so richtig gross ist. Das zeigt sich auch an den Zahlen – es sind dieses Jahr so viele Aussteller dabei wie noch nie. Andererseits hat sich nach sechs Jahren Pause in den Branchen auch mehr getan als üblich. Darum denken wir bereits darüber nach, die Messe künftig nur noch alle vier oder fünf Jahre durchzuführen.

Sie tönen es bereits an – es hat sich viel getan in dieser Zeit. Warum braucht es überhaupt noch eine physische Messe?

Klar findet der erste Kontakt mit einer Firma heute oft übers Internet statt. Aber die persönlichen Gespräche und das gegenseitige Kennenlernen, wie es an einer Gewerbeshow gelebt wird, diese Qualitäten kann keine Technologie ersetzen. Hier sind die Chefs vor Ort, und man kann sich ein genaues Bild machen. Neu setzen wir auch verstärkt auf die Nachwuchsförderung.

Inwiefern?

Am Samstagnachmittag haben wir ein Zeitfenster eingeplant, in dem die Sek-Schüler aus Bauma an den Ständen vorbeigehen und mit den Lernenden der Betriebe auf Augenhöhe ins Gespräch kommen können. So erfährt man gleich aus erster Hand, wie der Beruf aussieht und ob man in der Lehre wirklich nur den Boden wischen muss (lacht). Auf diesen Aspekt wollen wir in Zukunft noch stärker setzen.

Zu den Attraktionen an der Gewerbeshow gehören neben Livekonzerten und der Verpflegungsmeile auch Helikopterrundflüge. Ist das in Zeiten des Klimawandels noch angebracht?

Diese Frage haben wir uns im OK auch gestellt, und wir sind zum Schluss gekommen: ja. Und wenn ich sehe, wie viel geflogen wird, erübrigt sich diese Diskussion ein Stück weit. Für uns ist positiv, dass wir kein Risiko eingehen – der Heli fliegt nur, wenn das Wetter stimmt und genügend Leute einen Rundflug machen wollen. Davon abgesehen achten wir auf eine nachhaltige Messe. Zum Beispiel, indem wir das Festzelt statt mit Öl mit Holzschnitzeln beheizen.

Sie sind mit Ihrer Firma auch als Aussteller vertreten. Worauf freuen Sie sich als Gewerbler am meisten?

Ich freue mich vor allem auf die Begegnungen mit den Messebesuchern. Sie sind für uns immer eine gute Chance, unsere Arbeit zu erklären und so das Verständnis in der Bevölkerung zu fördern.

… und als Organisator?

Auf die Erleichterung am Eröffnungsabend, wenn alle Vorbereitungen abgeschlossen sind und es endlich losgehen kann. Während der Messe bin ich dann vor allem bei den Ausstellern anzutreffen – und als «Troubleshooter», sollte es mal irgendwo klemmen.

Zur Person

Max Bosshard ist Präsident des Gewerbevereins Bauma und präsidiert zugleich das OK der diesjährigen Gewerbeshow. Ausserdem ist er Inhaber des Familienunternehmens Bosshard GmbH in Bauma, eines landwirtschaftlichen Lohnunternehmens.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns