Kita-Projekt in Hittnau kommt in drei Teilen vors Volk
Startschuss für Bauvorhaben
Der Kita-Neubau wurde als Grossprojekt gedacht. Nun wird das Vorhaben aber in drei Bestandteile aufgeteilt. Die Stimmberechtigten in Hittnau sollen so mehr Entscheidungsmöglichkeit erhalten.
Seit 2022 entwickelt die Projektgruppe Kita – alte Seki in Hittnau das Projekt für eine neue Kindertagesstätte in der Gemeinde. Denn für die 60 Kinder, die aktuell an der Stationsstrasse betreut werden, ist sie schlicht zu klein.
Neben dem Platzproblem erfüllt das Gebäude nicht die notwendigen Auflagen: Nasszellen fehlen, Brandschutzvorgaben werden nicht erfüllt, und der hindernisfreie Zugang ist nicht gewährleistet.
Im letzten Jahr präsentierte die Projektgruppe bei einer Informationsveranstaltung mehrere Varianten: Im Fokus standen ein Neubau auf dem Areal hinter der alten Seki, die Sanierung und Umnutzung der alten Seki und der Bau einer Tiefgarage mit 26 Parkplätzen. Die Gesamtkosten wurden damals auf 7,7 Millionen Franken geschätzt, was auf wenig Begeisterung stiess. Auch über die Nutzung der Parkplätze wurde hitzig diskutiert: Sie seien vom Ortszentrum zu weit entfernt.
Bevölkerung soll mitbestimmen
Bei der Veranstaltung wurde jedoch auch klar, dass eine Kita in der eigenen Gemeinde ein grosses Bedürfnis ist und aufgrund von verschiedenen Lebensstilen und Perspektiven befürwortet wird. Damit die Bevölkerung mitbestimmen kann, welche Dimension der Bau haben wird, will die Gemeinde das Projekt in drei separaten Vorlagen zur Abstimmung bringen: der Kita-Neubau, die Sanierung der alten Seki und die Tiefgarage.
«Ursprünglich dachten wir das Projekt als Gesamtvorhaben. Wir merkten aber, dass die Aufteilung wahrscheinlich zielführender wäre», erklärt Christoph Boog, Mitglied der Projektgruppe. Denn dadurch solle verhindert werden, dass Interessenkonflikte bei den Stimmberechtigten entstünden. Würden sich diese beispielsweise gegen die Tiefgarage und die Sanierung entscheiden, so würde wahrscheinlich auch der Bau der Kita scheitern.
Grundsätzlich mache ein gestaffeltes Vorgehen mehr Sinn. Die Kita ist laut Boog dringend notwendig, während die Sanierung der alten Seki noch warten kann. Ausserdem werde die alte Seki teilweise als Unterkunft für Asylsuchende genutzt.
«Wenn wir die alte Seki bald sanieren würden, dann würde diese Unterkunft wegfallen, und man müsste eine andere Lösung suchen», sagt er. Da Hittnau bereits am Anschlag der Kapazitäten für Asylsuchende angelangt sei, wäre dies daher ungünstig.
Trotzdem müsse das Projekt als ein Gesamtvorhaben durchgedacht werden, damit die Bestandteile miteinander auf infrastruktureller Ebene harmonierten. Das Areal soll beispielsweise barrierefrei sein und die Tiefgarage für die Öffentlichkeit zugänglich.
Erster Schritt gemacht
Damit die Planung voranschreiten kann, sprach die Schulpflege einen Planungskredit von 53’000 Franken, der Kosten für Sitzungsgelder, Veranstaltungen oder externe Planer deckt. Bevor über die drei Bestandteile an der Urne abgestimmt werden kann, ist ein Projektierungskredit nötig. Darüber soll die Gemeindeversammlung noch in diesem Jahr abstimmen.
Bei der Grobkostenschätzung wirft die Sanierung der alten Seki noch Fragen auf. Die Umnutzung sei noch nicht so klar definiert, wie es der Neubau der Kita sei. Ideen gebe es genügend, wie etwa Vereinsräume, die zur Verfügung gestellt würden, oder den Umzug der Bibliothek in die alte Seki, erläutert Boog. Es brauche jedoch eine Konkretisierung.
Aktuell rechnet die Projektgruppe für den Neubau der Kita mit einem Betrag von vier Millionen Franken. Die anderen Bestandteile, also die Tiefgarage und die Sanierung der alten Seki, würden je auf eine Million Franken geschätzt. Sollte der Zeitplan so eingehalten werden wie angedacht, werde der Bau der Kita im Frühjahr 2027 beginnen.