«Mit Corona ist das Ganze explodiert»
Rütner Sektenexperte
Seit zehn Jahren führt der Theologe Georg Otto Schmid die Evangelische Informationsstelle Relifno in Rüti. Zeit für eine Bestandesaufnahme – und eine Reise durch die obskuren Grenzregionen unserer Glaubenslandschaft.
Die Evangelische Informationsstelle überschaut gemäss ihrem Auftrag die Bereiche Kirche, Religion und Sekten. Ein riesiges Feld. Was macht Ihnen dieser Tage am meisten Arbeit?
Georg Otto Schmid: Das sind vor allem Gemeinschaften, die stark werben. Die müssen nicht zwingend problematisch sein, doch durch ihren missionarischen Eifer kommen sie mit vielen Menschen in Kontakt, was zu mehr Informationsbedarf führt. Unsere Statistik zeigt, dass ein Viertel aller Anfragen in den Bereich der Freikirchen und ein weiteres Viertel auf die Esoterik entfallen. Das ist insofern bemerkenswert, als dass in der Schweiz nur rund fünf Prozent ein esoterisches Weltbild und nur zwei bis drei Prozent einen freikirchlichen Hintergrund haben.
Also kleine Gruppen, die durch ihr Auftreten grosse Resonanz auslösen.

