Provisorium beim Schulhaus Ferrach kostet weniger
Günstiger als geplant
Die Offerte für den ursprünglich geplanten Holzmodulbau fiel um einiges teurer aus. Glücklicherweise konnte eine Alternative zweiter Hand den gleichen Dienst erweisen – und das sogar noch günstiger.
In Rüti wird der Platz für Schülerinnen und Schüler knapp. Wegen des prognostizierten Zuwachses müssen daher neue Schulhäuser gebaut werden. Eines davon ist das Schulhaus Ferrach. Zum bestehenden Schulhaus soll bis 2028 ein Neubau konstruiert und die Sporthalle ersetzt werden.
Für ein zwischenzeitliches Provisorium hat die Gemeinde letztes Jahr für einen Kredit in Höhe von 3,2 Millionen abgestimmt. Dieser sollte für einen Holzmodulbau verwendet werden, in welchem Schülerinnen und Schüler kurzfristig untergebracht werden würden. Voraussichtlich bis 2028, also so lange umgebaut und erweitert wird.
Der Holzmodulbau sei flexibel einsetzbar und könne in Zukunft auch beim Ausbau von anderen Schulhäusern eingesetzt werden, heisst es in der Medienmitteilung der Gemeinde Rüti.
Böse Überraschung
Das Projekt wurde mit einem Architektur- und Planerbüro erstellt, und zu den erwarteten Kosten wurden 30 Prozent hinzugefügt für Teuerungen oder Unvorhergesehenes. Der Kredit in Höhe von 3,23 Millionen Franken wurde genehmigt, und der Auftrag wurde ausgeschrieben.
Doch trotz der kalkulierten Reserve überschritten die wenigen eingegangenen Offerten den Kredit massiv, mit rund 850’000 Franken – oder 40 Prozent. «Mit solch hohen Beträgen der Offerten hätten das beauftragte Planungsbüro und wir niemals gerechnet», erklärt Peter Weidinger, Gemeinderat und Ressortvorsteher Bau. Holzmodulbauten seien offenbar aktuell beliebt, die Nachfrage hoch und die Kapazitäten der Holzbaufirmen und Ingenieure mit solchen Aufträgen bereits völlig überlastet, erklärt Weidinger die hohen Preise. Der Gemeinderat beschloss daher, das Verfahren für den Auftrag abzubrechen.
Eine Zürcher Alternative zieht nach Rüti
Doch zwischenzeitliche Abklärungen ergaben eine geeignete Alternative. Das Schulhaus Nordstrasse in Zürich hat einen provisorischen Holzmodulbau auf der Lettenwiese stehen, der im Sommer 2024 übernommen werden könne. Dieser erfülle auch die gewünschten Bedingungen der Gemeinde von zwei Etagen mit Erweiterungspotenzial – die Räume müssten minim angepasst werden.
Der Gemeinderat entschied daher, den zweijährigen Bau zu erwerben, was günstiger als die ursprüngliche Kostenschätzung ausfällt. Fast die Hälfte, also 1,5 Millionen Franken, kostet der Holzmodulbau Lettenwiese. «Die Gesamtkosten betragen dann neu 2,8 Millionen Franken, was den ursprünglichen Kredit deutlich unterschreitet», betont Weidinger zuversichtlich. Somit bleibe der überschüssige Betrag in der Gemeindekasse.
Änderungen beim Schulhaus Ferrach
Auch die Planung des Schulhauses Ferrach schreitet voran. Der vierstöckige Neubau sollte das aktuelle Schulhaus, welches unter Schutz steht, ergänzen.
Die kantonale Natur- und Heimatschutzkommission (NHK) meinte jedoch, dass der Neubau zu dominierend gegenüber dem alten Schulhaus wirke, dieses abwerte und nicht ins Ortsbild passe.
Aufgrund dieser Kritikpunkte entschied sich die zuständige Baukommission, das Projekt nochmals zu überprüfen. Sie empfehle daher, den Neubau auf drei Stockwerke zu reduzieren. Dafür müsse die Raumplanung angepasst werden – wie etwa die Gruppenräume, die kleiner ausfallen. Die geplante Bibliothek solle ins alte Schulhaus verlegt werden, und vorgesehene Reserveräume würden wegfallen.
Im Anschluss der Projektanpassung erfolgt die Baueingabe, wo die Bewilligungsfähigkeit geklärt wird. Die Rütner Bevölkerung wird an der Urne über einen Projektierungskredit und den späteren Baukredit abstimmen können.
