Was trieb die Berner ins Tösstal?
Neue geschichtliche Ausstellung
Das Zürcher Oberland erlebte vor etwa 100 Jahren die Einwanderung von zahlreichen Berner Familien. Eine neue Wanderausstellung zeigt auf, was dahintersteckt.
Bieri, Fuhrer, König oder Zaugg. Diese Namen sind aus dem Tösstal und dem Oberland nicht wegzudenken. Ihre Wurzeln haben sie aber in einer ganz anderen Region der Schweiz. Ursprünglich stammen die Familien aus dem Bernischen. Ihre Geschichten in der neuen Heimat nehmen ab etwa 1900 ihren Anfang.
Zu dieser Zeit war Bern der bevölkerungsreichste Kanton mit vielen Randregionen. In diesen fehlte es an wirtschaftlicher Entwicklung. Zudem war die Gesellschaft geprägt durch Erb- und Niederlassungsrecht. Im Gegensatz zum Seeland oder zum Südjura fand die Erbteilung im Emmental und in Teilen des Mittellands nicht unter allen Geschwistern einer Familie statt.
Den Hof erhielt also oft nur der jüngste Sohn. Die Folgen dieses Erbrechts waren viele grossbäuerliche Betriebe und nur wenige kleine Höfe. Wer leer ausging, musste sich andere Perspektiven suchen – und fand sie in den Kantonen Waadt, Thurgau und eben Zürich. In Letzteren wanderten neben Berner Bauern auch Käser, Wirte und Handwerker ein.

