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«Es gibt Ansprüche, die wir nicht einfach so erfüllen können»

Stadtrat Ivo Hasler erzählt im Interview, wie die Stadt Dübendorf ukrainische Flüchtlinge unterbringt.

Stadtrat Ivo Hasler in der frisch sanierten Asylunterkunft an der Gärtnerstrasse im vergangenen September.

Foto: Thomas Bacher

«Es gibt Ansprüche, die wir nicht einfach so erfüllen können»

Ukrainer in Dübendorf

Seit rund zwei Jahren sind in Dübendorf Geflüchtete aus der Ukraine untergebracht. Sozialvorstand Ivo Hasler (SP) sagt im Interview, wie es um die Zimmerbelegung steht und welche Bedürfnisse nicht erfüllt werden können.

Herr Hasler, wie geht es den Geflüchteten aus der Ukraine zwei Jahre nach Kriegsausbruch in Dübendorf?

Ivo Hasler: Natürlich ist es schwierig für die ukrainischen Familien und Einzelpersonen. Zuerst müssen sie mit der belastenden Situation im eigenen Land und all dem Leid klarkommen, die der Krieg mit sich bringt. Und sie stehen hier immer noch vor der Herausforderung, sich an einen fremden Ort zu gewöhnen und sich zu integrieren. Nur schon die deutsche Sprache zu erlernen, ist schwierig.

Apropos Sprache: Dübendorf bietet als Integrationsmassnahme Deutschkurse an. Wird das Angebot genutzt?

Ja, die Sprachkurse sind gut besucht. Neben diesem niederschwelligen lokalen Angebot können die Geflüchteten auch Deutschkurse aus den Angeboten der Integrationsagenda besuchen.

An der Säntisstrasse hat die Stadt vor rund eineinhalb Jahren ein Haus für Geflüchtete eingerichtet. Wie viele aus der Ukraine sind dort derzeit untergebracht?

Die Liegenschaft ist aktuell mit neun Personen belegt: fünf Erwachsenen, zwei Jugendlichen und zwei Kindern. Ausgelegt ist das Haus für maximal zehn Personen. Insgesamt sind 141 Personen mit Status S in Dübendorf untergebracht. Davon sind 82 in Gemeindeliegenschaften einquartiert, 59 haben eigenständige Wohnlösungen.

Ein Backofen und ein Gefrierschrank sind nachträglich im Haus eingerichtet worden.

Sind seit Kriegsbeginn auch wieder Menschen zurück in die Ukraine gereist?

Ja, gemäss der ORS Service AG, die für Dübendorf die Geflüchteten betreut, sind manche freiwillig aus der Schweiz ausgereist. Erst letzten Monat ist eine Person zurück in ihre Heimat, die bis anhin in der Liegenschaft an der Säntisstrasse untergebracht war.

Um das Gebäude für die Ukrainer instand zu setzen, wurden rund 120'000 Franken investiert. Sind seither weitere Investitionen dazugekommen?

Nur kleine. Ein Backofen und ein Gefrierschrank sind nachträglich im Haus eingerichtet worden.

Worauf achten Sie bei der Einrichtung der Unterkünfte?

Wir schauen beispielsweise, dass die Menschen genügend Nasszellen zur Verfügung haben. Daran hat es ja in der Asylunterkunft an der Gärtnerstrasse gemangelt, weil dort die sanitären Anlagen in einem schlechten Zustand waren. Mittlerweile haben wir die Räume wieder instand gesetzt. Das gemeinsame Nutzen von Nasszellen ist aber die Regel.

Sind damit alle Bedürfnisse der Bewohner erfüllt?

Es gibt Ansprüche, die wir nicht einfach so erfüllen können. So müssen sich Geflüchtete auch ausserhalb des Familienkreises oft ein Zimmer teilen. Dass es zeitweise eng wird, ist auch dem Umstand geschuldet, dass wir Schwierigkeiten haben, Wohnraum in Dübendorf für die Unterbringung zu finden.

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