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Das Eschensterben in Uster geht weiter

Erneut müssen am Greifensee rund 130 kranke Eschen gefällt werden. Ein Mittel gegen die heimtückische Pilzkrankheit existiert nicht, aber es gibt Hoffnung.

Der Ägertenweg in Niederuster: Die kranken Eschen sind eine Gefahr für Menschen und Infrastruktur.

Foto: Eleanor Rutman

Das Eschensterben in Uster geht weiter

Schon wieder!

Und wieder müssen in Uster Eschen gefällt werden. Rund 130 von einem Pilzbefall geschwächte Bäume sind es dieses Mal.

Rund 130 Eschen müssen in den nächsten Tagen entlang dem Ägertenweg und dem Uferweg im Erholungsgebiet Harnischbaum in Uster gefällt werden.

Die Bäume sind geschwächt durch Pilzbefall und könnten jederzeit umstürzen. Die Bäume sind unterschiedlich alt, der Stammdurchmesser reicht von schlanken 16 bis zu stämmigen 68 Zentimetern.

Die Bäume leiden unter der sogenannten Eschenwelke, einer schweren Baumkrankheit, die durch den aus Ostasien eingeschleppten Pilz Hymenoscyphus fraxineus verursacht wird. Die Pilzsporen infizieren zuerst die Blätter. Von dort dringt der Erreger in die Triebe und bringt diese zum Absterben. Die Wurzeln verfaulen, wodurch der Baum keinen Halt mehr hat und jederzeit umfallen kann.

«Es macht keine Freude», sagt der Ustermer Stadtförster Ruben Menzi. Denn für ihn wiederholt sich die Geschichte. Bereits im vergangenen Sommer musste Menzi am Ufer des Greifensees 85 kranke Eschen fällen.

Am Uferweg sind weitere Eschen vom Eschensterben bedroht.
Kein schönes Bild: der Strunk einer gefällten Esche am Greifensee bei Uster.

Die geschwächten Bäume gefährden die Infrastruktur und vor allem auch die Menschen, die sich am Seeufer aufhalten und die Wege, den Grillplatz, die Liegewiese sowie die WC-Anlage beim Harnischbaum benützen.

Seit 1990 in Europa, seit 2008 in der Schweiz

Uster ist mit dem Problem nicht allein. Der Schlauchpilz Hymenoscyphus fraxineus wurde erstmals Anfang der 1990er Jahre in Polen und im Baltikum beobachtet. Seither hat sich der Erreger sukzessive in Europa ausgebreitet und kommt aktuell in 31 Ländern vor. 2005 wurde die Eschenwelke in Österreich und 2008 in der Schweiz festgestellt.

Aufhalten lasse sich die Baumkrankheit nicht, sagt Stadtförster Menzi: «Wir können nur hoffen, dass sich Resistenzen bilden.» Diese Hoffnung ist nicht unbegründet, wie Forschungsergebnisse der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zeigen. Menzi: «Rund zehn Prozent der Eschen können Resistenzen bilden.» Und da sie diese Resistenz gegen den aggressiven ostasiatischen Pilz auch an ihre Nachkommen weitergeben, könnten solche Eschen den Fortbestand der Baumart sicherstellen.

Ob am Greifensee nach der Baumfällung wieder aufgeforstet werde, sei noch unsicher, so Menzi: «Wir schauen zuerst, wie es danach aussieht.» Ein funktionierender Wald verjünge sich auch ohne menschliches Zutun. Dort, wo die kranken Eschen stünden, würden bereits Ahorn-, Kirsch- und Nussbäume nachwachsen.

Voraussichtlich am Dienstag wird mit dem Fällen der 130 Eschen und einiger weiterer kranker Bäume begonnen – insgesamt werden 180 Kubikmeter Holz geschlagen. Auch wenn keine Arbeiten im Gange sind, besteht während der ganzen Zeit die Gefahr von herunterfallenden Ästen. Das Forstpersonal bittet die Bevölkerung, die Sperrungen jederzeit einzuhalten.

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