Bunt und laut feiern die «Robehuuser» die fünfte Jahreszeit
Fasnacht in Wetzikon
Der verregnete Samstag liess das Organisationskomitee bibbern. Doch am Sonntag konnten 1600 Zuschauer den fröhlichen Umzug in Wetzikon geniessen konnten.
Es ist Sonntag, kurz vor 14 Uhr in Wetzikon. Aus allen Strassen und Gassen strömen Dinosaurier, Einhörner, Prinzessinnen, Clowns und Superhelden Richtung Robenhausen. Unter den verkleideten Menschen befinden sich unzählige Kinder. Aber auch viele Erwachsene sind fantasievoll geschminkt und teils mit Liebe zum Detail geschmückt und ausgestattet.
Die kleine Mara hat sich als Rotkäppchen verkleidet, weil sie Märchen sehr gerne mag. Papa Stefan indes verkörpert den bösen Wolf, im Nachthemd der Grossmutter. Der ältere Bruder Lukas findet Märchen nicht mehr cool und hat sich deshalb mit Mami Rebecca im Stil der 80er Jahre gestylt.
Die Familie wohnt in Grüningen und besucht jedes Jahr den dortigen Umzug. Zum dritten Mal stellen sie sich zusätzlich auch in Robenhausen an den Strassenrand. «Es ist der grösste Umzug in der Umgebung», erklärt Stefan, «es gibt hier immer coole Sujets und Wagen.»
Auch Nicole und Ursula aus Wetzikon sind nicht zum ersten Mal am Robehuuser Umzug. «Wenn wir schon in Wetzikon wohnen, müssen wir die Fasnacht doch unterstützen», sagt Ursula. Für Raphi, der seit einem Jahr in Wetzikon wohnt, ist es der erste Besuch dieses Umzugs. «Ich war als Kind zum letzten Mal an einer Fasnacht», erzählt er schmunzelnd.
Alexandra Acker, die Präsidentin der Fasnachts-Gesellschaft Robenhausen (Fagero), ist begeistert über die grosse Besucherzahl von rund 1600 Personen. «Das Wetter hat sicher dazu beigetragen», sagt sie dankbar. Mit 25 teilnehmenden Gruppen sei die Beteiligung etwas geringer als in den Vorjahren: «An diesem Wochenende war auch in Grüningen und in Wald Fasnacht, das schlägt sich dann schon in den Teilnehmerzahlen nieder.» Sie freut sich, dass sie dafür auch Gäste aus dem nahen Ausland hätten, wie beispielsweise die Tuttlinger aus Deutschland und die Hohenemser aus Österreich.
Politische Sujets an den Wagen sucht man in diesem Jahr vergebens. Bis vor drei Jahren nahm die Fagero jeweils eine Prämierung der teilnehmenden Wagen vor. «Diesen Programmpunkt mussten wir leider einstellen», erklärt die Präsidentin. Die mit einer Prämierung verbundenen Ausgaben würden den Budgetrahmen sprengen, «als inzwischen nur noch achtköpfiges Team sind unsere finanziellen Möglichkeiten begrenzt».
Dass die Cliquen nun keine Sujets mehr gestalten würden, führt sie auf den Umstand des dadurch fehlenden Ansporns zurück. «Ausserdem ist die Gestaltung und der Ausbau eines Wagens sehr zeit- und kostenintensiv», erklärt Acker. Es sei einfacher und kostengünstiger, immer mit demselben Sujet teilzunehmen.
Nebst acht Aktivmitgliedern verfügt die Fagero über viele Passivmitglieder. Für die Durchführung des Umzugs könne der Verein glücklicherweise auf ein grosses Netz an freiwilligen Helfern, auch aus umliegenden Vereinen, zurückgreifen.
Nach dem Umzug heizten die beiden Guggenmusiken Robehuuse und Absolut Fidelia in der Widum-Turnhalle ein, nachdem bereits am Samstag ein Maskenball mit Guggenmusik stattgefunden hatte. Die Robenhauser wissen, wie man feiert. Der Winter muss sich warm anziehen.