Sinnvolle Ferienaktivitäten, wenn die Eltern arbeiten müssen
Kinderbetreuung in den Sportferien
In einigen Gemeinden starten die Schulen nächste Woche in die Sportferien – in anderen stecken sie schon mittendrin. Viele berufstätige Eltern stehen vor einer kniffligen Aufgabe.
Längst nicht alle berufstätigen Eltern haben die Möglichkeit, bereits im Februar zwei Wochen Urlaub zu nehmen. So werden die Sportferien gerne zum «Organisationspuzzle», das aus verschiedenen Betreuungsteilchen zusammengesetzt werden muss: Grosseltern, Gotte und Götti, die befreundete Familie, die Nachbarn, der Hort. Doch was, wenn kurzfristig jemand ausfällt, das Puzzle nicht aufgeht?
Vorschulpflichtige Kinder können inzwischen mehrheitlich auch während der Ferientage in der gewohnten Kita betreut werden. «Wir haben drei Wochen Betriebsferien pro Jahr – zwei im Sommer und eine zwischen Weihnachten und Neujahr. Ansonsten decken wir alle Schulferien ab», erklärt Jeannine Schibler. Sie ist Co-Kita-Leiterin bei der Kinderkrippe Muulwurf in Uster.

«Die Öffnungszeiten während der Schulferien bleiben gleich, von 7 bis 18 Uhr», so Schibler. Ferienabwesenheiten der Kinder würden frühzeitig eingeplant. So seien an bestimmten Tagen erfahrungsgemäss einige Kita-Plätze während der Schulferien frei. Wer während dieser Tage einen Betreuungsengpass hat, kann sein Kita-Kind unter Umständen auch kurzfristig unterbringen. «Anfragen lohnt sich auf jeden Fall», sagt die Teamleiterin, «je früher man fragt, desto wahrscheinlicher ist allerdings eine Zusage.»
Frühzeitige Anmeldung erforderlich
Für schulpflichtige Kinder gibt es in vielen Oberländer Gemeinden Angebote für Schulferienbetreuung. In Fehraltorf und Weisslingen beispielsweise hält der Tagesstern ein spezielles Ferienangebot bereit. Die Kinder werden von 7 bis 18 Uhr betreut, in den Sportferien dürfen sie sich täglich mit Experimenten befassen. Allerdings müssen die Teilnehmenden spätestens zwei Wochen vor Ferienbeginn angemeldet sein.
Ähnlich sieht es etwa in Wetzikon oder Uster aus, die Anmeldefristen sind bereits verstrichen. Wer kurzfristige Möglichkeiten sucht, kann ja auch einfach mal nachfragen bei der eigenen Wohngemeinde – vielleicht ist der eine oder andere Betreuungsplatz krankheitshalber frei geworden.
Für wintersportbegeisterte Kinder bieten sich Wintersportlager oder -camps an. Diese sind jedoch sehr begehrt und entsprechend schnell ausgebucht. Spezielle Ferienprogramme, wie sie beispielsweise Pro Juventute oder Ferienplausch anbieten, sind erst ab März verfügbar.
Marktlücke entdeckt
Romana Schöb aus Bubikon hat dieses fehlende Angebot erkannt und bietet mit ihrem Unternehmen Schöb Events Feriencamps und -programme für Kinder zwischen 5 und 13 Jahren an. «In den Sportferien ist die Nachfrage zwar geringer als in den restlichen Ferien», erklärt sie. Dennoch decken sie und ihr Team sämtliche 13 Ferienwochen im Kanton Zürich sowie in den Kantonen Luzern und Zug ab. Romana Schöb organisiert die Anlässe zentral aus Bubikon und arbeitet mit Betreuerinnen aus allen drei Kantonen zusammen.
Die zweifache Mutter stand vor einigen Jahren selbst vor oben genannter Problematik. «Ich arbeitete 40 Prozent und suchte für meine Kinder eine Ferienbetreuung für zwei Tage pro Woche», erinnert sie sich an den Ursprung ihrer Geschäftsidee. Die meisten Angebote hätten eine ganze Woche umfasst, «ich wollte aber die restlichen drei Tage gemeinsam mit meinen Kindern verbringen».
Bei den wenigen Angeboten für einzelne Tage hingegen wären die Kids nur für jeweils zwei bis vier Stunden «versorgt» gewesen. «Berufstätigen Eltern hilft das wenig, wenn sie mindestens acht Stunden arbeiten.»
Bei ihrer damaligen Arbeitgeberin Credit Suisse wurde sie mit dem Aufbau eines entsprechenden Programms für Mitarbeitende mit Familien betraut. Nach einigen Jahren wurde ihr Angebot 2015 an sie ausgelagert, und die umtriebige Geschäftsfrau machte sich mit ihrer Geschäftsidee selbständig.

«Unser Kernangebot sind Tagesevents», erklärt Romana Schöb. Jeden Tag organisieren sie und ihre Mitarbeiterinnen verschiedene Ausflüge, vom Besuch im Verkehrshaus Luzern oder des Basler Zoos bis hin zum Krimi-Trail oder zum Bouldern. «Auf diese Weise können Kinder bei Bedarf mehrere Tage dabei sein, ohne zweimal denselben Ausflug zu erleben.»
Fixe Termine helfen berufstätigen Eltern
«Wir garantieren die Durchführung der ausgeschriebenen Events ohne eine Mindestteilnehmerzahl», so Romana Schöb. Für berufstätige Eltern eine beruhigende Tatsache. Genauso wie die fixen Auffangzeiten: Um 7.30 Uhr kann der Nachwuchs am Bahnhof Bubikon abgegeben und dort um 18 Uhr wieder abgeholt werden.

Besonders attraktiv ist die Tatsache, dass Kinder auch kurzfristig, das heisst am Vorabend, für einen Ausflug angemeldet werden können: «In unserem Ticketshop ist jederzeit ersichtlich, wie viele freie Plätze es pro Ferientag noch hat.» Pro Anlass werden 30, im Sommer bis zu 35 Kinder pro Eventtag mitgenommen. Für jeweils sechs bis acht Kinder steht eine Betreuerin zur Verfügung. «Jeder Ausflug wird von einer pädagogisch ausgebildeten Fachperson begleitet.»
Attraktives Angebot in Winterthur
Der Verein ferienprogramm.ch hat seinen Sitz in Winterthur und organisiert Kurse und Anlässe für Kinder ab Kindergarten bis Oberstufe während der Schulferienzeit. Die meisten Events finden im Grossraum Winterthur statt, der Wohnort der Teilnehmer spielt jedoch keine Rolle. Das Angebot reicht vom Malen und Gestalten über Fussball, Trampolin bis Billard und umfasst sowohl Eintages- als auch Wochenkurse. Die Kinder können kurzfristig angemeldet werden, es ist jeweils online ersichtlich, wie viele Plätze noch frei sind.
