Zürichs Sprung zum Stadtstaat
Schloss Kyburg bei Illnau-Effretikon
Vor 600 Jahren sicherte sich Zürich die Grafschaft Kyburg – gegen den Willen der Burgherren. Die Zürcher Herrschaft reichte damit plötzlich bis zum Rheinfall.
Der 9. Februar 1424 war für Zürich ein besonderer Tag: Nicht weniger als sechs Urkunden wurden von König Sigismund von Luxemburg in Ofen (Budapest) ausgestellt. Sie erlaubten dem Zürcher Rat eine massive Ausweitung seines Einflusses. Zwei weitere, ein paar Tage später datierte Schriftstücke geben zudem einen Einblick in die Hintergründe. Mehrere hundert Gulden gingen nämlich als «Dankesgeld» an den König und dessen Kanzlei – ein Handwerker verdiente vielleicht zwei bis drei Dutzend Gulden im Jahr.
Geld und Aufwand zeigen, dass es sich bei diesem Geschäft um eine höchst politische Angelegenheit handelte. Dank den am 9. Februar verfassten Königsbriefen übernahm Zürich Anfang Juni 1424 Schloss und Grafschaft Kyburg und vergrösserte sein Territorium auf einen Schlag bis vor die Tore Schaffhausens.

