Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Gesellschaft

Tixi weitet Fahrdienst im Oberland aus

Im Zürcher Oberland gibt es noch einige Lücken im Tixi-Fahrdienst für Menschen mit Behinderungen. Zwei werden bald geschlossen.

Schon bald werden auch Hinwilerinnen und Hinwiler, die auf Hilfe bei Transporten angewiesen sind, die Dienste von Tixi in Anspruch nehmen können.

Foto: Pat Wettstein

Tixi weitet Fahrdienst im Oberland aus

Hinwil bald dabei

Bald können Hinwiler mit Mobilitätseinschränkung sich einfacher bewegen: Tixi erweitert sein Taxigebiet. Und weitere Gemeinden folgen.

«In letzter Zeit haben wir immer wieder Anrufe aus Hinwil erhalten von Leuten, die nach einer Transportmöglichkeit suchten», erklärt Regina Elzenbeck. Sie ist Kommunikationsverantwortliche von Tixi Zürich. Der gemeinnützige Verein organisiert seit über 40 Jahren Fahrdienste für mobilitätsbehinderte Menschen.

Ehemaliger Gemeindepräsident engagiert sich

Bislang musste Tixi solchen Anrufern immer wieder einen Korb geben. Die Organisation bedient die Fahrplanzone 133 des Zürcher Verkehrverbunds (ZVV) nämlich nur zur Hälfte. Nur wer in Hombrechtikon, Wolfhausen und Bubikon wohnt, kann Mitglied werden und damit Fahrten buchen. Menschen aus Hinwil, Wernetshausen oder Ringwil hingegen ist das verwehrt.

«Das wollen wir nun ändern», erklärt Urs Fischer. Der ehemalige Wetziker Gemeindepräsident ist seit 2021 Vizepräsident des Tixi-Vereins und dort verantwortlich für die Finanzen.

Im September folgen Wetzikon, Gossau und Seegräben

Auf den 1. März hin wird Hinwil in den Tixi-Zonenplan aufgenommen. Damit wird eine grosse Lücke im Oberländer Tixi-Netz geschlossen. Noch grösser wird der Zuwachs, der per 1. September erfolgt: Dann wird Tixi auch ganz Wetzikon, Gossau und Seegräben abdecken.

Wie begehrt diese Destinationen sind, zeigt sich an der Zahl von Fahrten, die von Leuten aus dem Mitgliedergebiet dorthin unternommen wurden. Laut Elzenbeck waren das im vergangenen Jahr bereits mehr als 60 Fahrten von und nach Hinwil. Von und nach Wetzikon waren es sogar noch viel mehr: über 400. Diese Zahlen dürften nun noch steigen, da nun auch Behinderte aus diesen Zonen als Mitglieder Tixi nutzen können.

Die Grafik zeigt die Einsatzzonen von Tixi.
Die Mobilitätsbehinderten, die in den blau markierten Mitgliedergebieten wohnen, können die Dienste von Tixi in den ganzen Kanton Zürich und angrenzende Gemeinden in Anspruch nehmen.

Weiterhin auf einen Tixi-Fahrdienst verzichten müssen Behinderte, die in Gemeinden entlang der Kempttal- und der Tösstallinien wohnen oder in Dürnten und Rüti zu Hause sind. Wer dagegen im Mitgliedergebiet wohnt, kann eine Fahrt in jene Gemeinden buchen und wird auch von dort wieder abgeholt.

400 Chauffeure im Einsatz

Wie Elzenbeck ausführt, übersteige die Nachfrage von Mobilitätsbehinderten nach günstigen Transportmöglichkeiten in den Orten, die nun ins Mitgliedergebiet aufgenommen werden, das Angebot. Zwar ist in der Region auch der Verein Rollstuhlbus Zürcher Oberland tätig. Doch dieser verfügt nur über drei Fahrzeuge.

Demgegenüber hat Tixi kantonsweit 31 eigene Fahrzeuge im Einsatz und dazu noch fast 100 Chauffeure, die mit dem eigenen Auto unterwegs sind. 2023 legten die 400 freiwilligen Tixi-Fahrerinnen und -Fahrer weit über eine Million Kilometer zurück. Dank der Unterstützung zahlreicher Organisationen und Privatpersonen konnten total 57’684 Fahrten durchgeführt werden.     

Die begehrtesten drei Oberländer Ziele waren im letzten Jahr Uster mit etwa 2600 Fahrten, gefolgt von Volketswil und Dübendorf mit je rund 1600 Transporten.

Mehr Lebensqualität

Auch die privaten Taxiunternehmen in der Region können nur einen kleinen Teil der Transportbedürfnisse der Mobilitätsbehinderten übernehmen. Springender Punkt ist unter anderem die Preisgestaltung. Tixi verlangt dank Spenden und Sponsoren günstige Einheitspreise innerhalb des ZVV-Zonenplans. Privaten Anbietern ist das aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich.

«Tixi möchte mit der vollständigen Erschliessung der Zonen 133 und bald auch 132 dieser Unterversorgung entgegenwirken, um den Menschen, die den öffentlichen Verkehr nicht selbständig nutzen können, den Alltag zu erleichtern», betont Elzenbeck. Das sichere ein Stück Unabhängigkeit und steigere die Lebensqualität, auch von Angehörigen.

Der Film zeigt den Einsatz eines freiwilligen Tixi-Fahrers. Video: Tixi/Youtube

Zu den Tixi-Kunden gehören etwa Sehbehinderte, Demente, Rollstuhl- und Rollatorfahrer, Hirnverletzte, Betagte, Kleinwüchsige oder Menschen mit Downsyndrom. Sie alle profitieren von einer Begleitung von Tür zu Tür.  

Freiwillige Fahrer gesucht

Tixi zählt für seinen Fahrdienst vollständig auf die Unterstützung von Freiwilligen und Zivildienstleistenden. Um den Bedarf in Hinwil decken zu können, sucht der Verein deshalb nach autoaffinen Männern und Frauen aus der Region, die sich gerne in ihrer Freizeit hinter das Steuer setzen möchten.

Für den Einsatz stehen insgesamt 30 rollstuhlgängige Fahrzeuge zur Verfügung. Die Fahrten nach Hinwil erfolgen ab den Standorten Dübendorf und Esslingen. Möglich sind laut Elzenbeck aber auch Einsätze ab der Zentrale in Zürich oder den Standorten Kloten und Thalwil.

Wer möchte, kann auch sein eigenes Auto verwenden. Dann entfällt das Ein- und Ausladen von Rollstühlen, und Tixi zahlt eine Kilometerpauschale von 70 Rappen. Fahrschichten dauern in der Regel einen halben Tag und umfassen vier bis fünf Einzelfahrten.

Jede Fahrt mit 40 Franken unterstützt

Als gemeinnützige Organisation ist Tixi nicht nur auf zahlreiche freiwillige Fahrer angewiesen, sondern auch auf finanzielle Unterstützung durch Private, Organisationen, Firmen und Gemeinden. Rund 60 Prozent ihres jährlichen Betriebsaufwands muss Tixi durch Spenden, Stiftungsbeiträge und Firmensponsoring decken.

Verwendet wird das Geld, um bezahlbare Tarife für die Fahrgäste gewährleisten zu können. Jede Fahrt wird durchschnittlich mit 40 Spendenfranken gefördert.

Mit der Erweiterung nach Hinwil werde Tixi die Gemeinde «in naher Zukunft sicherlich auch ersuchen, freiwillige Betriebsbeiträge an uns zu entrichten», erklärt die Kommunikationsverantwortliche. Solche partnerschaftlichen Verträge existierten bereits mit 48 Zürcher Gemeinden.

Jetzt als Mitglied anmelden

Wer in Hinwil wohnt und eine dauerhafte Mobilitätseinschränkung hat, kann ab dem 15. Februar Mitglied bei Tixi werden. Der Mitgliederbeitrag beläuft sich auf 100 Franken im Jahr. Die Aufnahme erfolgt telefonisch über die Rufnummer 044 404 13 80 (Montag bis Freitag von 8.30 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 16.30 Uhr). Ab dem 1. März können Neumitglieder Fahrten bestellen. Bestellungen sind frühestens sieben Tage vor Fahrtantritt möglich; wegen der hohen Nachfrage empfiehlt es sich, mit mindestens drei bis vier Tagen Vorlauf zu bestellen. Spontanbestellungen für den aktuellen Tag sind zwar möglich, können aber nur bei ausreichender Verfügbarkeit von Fahrern und Fahrzeugen ausgeführt werden.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns