Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Gesellschaft

Pfadiheim in Weisslingen wird endlich saniert

Jahrelang weibelte der Gönnerverein für die Finanzierung der Pfadiheim-Sanierung. Ende Januar ist nun der Bagger aufgefahren.

Mit einem Bagger wurde der baufällige Teil des Pfadiheims abgerissen.

Foto: Sandro Compagno

Pfadiheim in Weisslingen wird endlich saniert

Nach Finanzierungsproblemen

Der Gönnerverein Pfadiheim Wislig kämpfte seit Jahren um die Finanzierung der Pfadiheim-Sanierung. Vor Kurzem konnten die Bauarbeiten beginnen.

Beim Pfadiheim in Weisslingen sind Ende Januar die Baumaschinen aufgefahren. Endlich, darf man wohl sagen. Denn die Sanierung des in die Jahre gekommenen Heims beschäftigt den Gönnerverein Pfadiheim Wislig schon länger. Das gesamte Obergeschoss wird abgebrochen und neu aufgebaut.

Die Erleichterung über den Baustart ist bei den Verantwortlichen entsprechend gross. «Ich bin froh, dass es endlich losgeht», sagt Michael Baumgartner, der beim Gönnerverein als Kassier tätig und gleichzeitig für die Bauplanung zuständig ist.

Die Mängelliste, die das im September 1980 eröffnete Pfadiheim aufwies, wurde in den vergangenen Jahren immer länger. Eine undichte Stelle im Dach, abgeblätterte Läden, eine marode Fassade, zählt Baumgartner auf. Vor allem aber sei die Isolation schlecht gewesen und habe durch ungebetene Vierbeiner wie Marder oder Siebenschläfer teils ganz gefehlt.

Letztmals wurden vor über 25 Jahren bauliche Massnahmen am Gebäude vorgenommen. 1998 wurden die Küche und ein Garderobenvorraum erweitert. Seither wurde das Pfadiheim intensiv genutzt. Einerseits durch die ansässige Pfadi Diviko, andererseits durch Schulen, Vereine, Firmen oder Private, die das Heim mieteten.

Erstes Sanierungsprojekt scheiterte

Bereits vor sieben Jahren erklärte darum Akmal Faruqui, der damalige Präsident des Gönnervereins, dass das Pfadiheim dringend eine Sanierung benötige. Schon damals war besonders von der mangelhaften Isolation die Rede.

Doch aus dem 950’000 Franken teuren Projekt wurde nichts. Es scheiterte an der Finanzierung. Rückblickend habe man sich damals zu stark auf einen grossen Betrag der Sport-Toto-Gesellschaft und ein Darlehen der Gemeinde verlassen, erklärt Baumgartner. Darauf setzte man beim neuen Projekt, das 2021 angepackt wurde, nicht mehr.

Pfader packen an

Zudem wurde das Vorhaben verschlankt. Mit 390’000 Franken sind für die Bauarbeiten nur etwa halb so hohe Kosten veranschlagt. Der Hauptposten entfällt auf die Holzarbeiten für den Dachaufbau und die Wände. Für die Sanierung soll einheimisches Holz von lokalen Handwerkern verbaut werden. Finanziert werden müssen auch der Ersatz der Heizung sowie die Anschaffung neuer Möbel.

Um die Kosten möglichst tief zu halten, packten die Pfader und die Mitglieder des Gönnervereins bereits selbst an. Die Vorarbeiten, das Ausräumen der Möbel oder das Abdecken der Böden erledigten sie in Fronarbeit. Sobald die Gebäudehülle steht, ist dies auch für den Wiedereinbau des Mobiliars vorgesehen.

Aufwendige Finanzierung

«Trotzdem war die Finanzierung auch diesmal ein beträchtlicher Aufwand», sagt Baumgartner. Gut die Hälfte des Betrags stammt aus Eigenmitteln. Darüber hinaus konnte der Gönnerverein Stiftungen für das Projekt gewinnen und auch die Bevölkerung an Bord holen. Mit einem Rundschreiben hatte er zu Spenden aufgerufen.

Alle Kosten sind dennoch nicht gedeckt. Der Verein hofft darum auf weitere Unterstützung. Inzwischen hat auch die Gemeinde Weisslingen reagiert und Ende Januar in Aussicht gestellt, dass sie sich – wenn nötig – mit einem Überbrückungskredit beteiligen würde.

Michael Baumgartner blickt insgesamt zuversichtlich in die Zukunft. Die alte Bausubstanz – eine Baracke, die vom Flughafenbahnhof in Kloten nach Weisslingen gebracht wurde – ist nun definitiv Geschichte. Und der Neubau wird neben einer besseren Isolation weitere Vorteile mit sich bringen. So soll es durch die neue Raumaufteilung einfacher werden, getrennte Schlafräume einzurichten.

Lagerraum und Unterkunft

«Ich bin froh, dass wir eine längerfristige Anschlusslösung bieten können», sagt Baumgartner. Denn das Heim sei für das Einzugsgebiet der Gemeinden Weisslingen, Turbenthal, Wildberg, Wila und Zell von grosser Bedeutung. «Es ist eine Gruppenunterkunft, wie es nicht viele in der Region gibt.»

Ausserdem sei es wichtig, dass die Pfadi Räume für die Lagerung ihres Materials wie auch für Aktivitäten zur Verfügung habe, weil sie sonst kaum eigene Infrastruktur besitze. Bis die Pfader und die Mieter wieder in die Räume einziehen können, müssen sie sich auch nicht mehr allzu lang gedulden. Läuft die Sanierung nach Plan, steht das Pfadiheim in Weisslingen ab Mai wieder bereit.

Weitere Informationen zum Projekt sowie zur Spendenaktion sind auf www.pfadiheim-wislig.ch zu finden.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns