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Zu viele schaffen Schwimmdiplom nicht – Schule reagiert

Die Schule will die Schwimmprüfung anpassen, weil zu viele Fällander Primarschüler durchfallen.

Im Lehrschwimmbecken der Schule Buechwis in Fällanden absolvieren die Viertklässler die Prüfung. Aber auch im Greifensee wird geschwommen, was nicht allen behagt.

Foto: PD

Zu viele schaffen Schwimmdiplom nicht – Schule reagiert

Fällander Primarschüler überfordert

Die Schule will die Schwimmprüfung anpassen, weil zu viele Fällander Primarschüler durchfallen. Ein tragischer Unfall war einst der Auslöser, dass die Kinder dieses strenge Prozedere überhaupt durchlaufen müssen.

Wer die Schwimmprüfung «Fällander Seeleu» bestehen will, muss mit dem Gewässer des Greifensees zurechtkommen. Primarschülerinnen und -schüler müssen unter anderem im See eine «gleich schwere Person» mit einem Nackengriff 25 Meter abschleppen können.

Der «Fällander Seeleu» ist eine Erfindung der Schule Fällanden, die strenger ist als das Pflichtprogramm der Volksschule. Damit kommen aber offenbar nicht alle Viertklässler zurecht. Wie die Schule kürzlich mitteilte, bestehen viele diese Abschlussprüfung nicht.

Dass Viertklässler gut schwimmen können, ist für uns als Seegemeinde sehr wichtig.

Stefan Bättig

Schulleiter Fällanden

Auf Nachfrage relativiert Schulleiter Stefan Bättig die Zahl: Sechs oder sieben seien es jährlich im Schnitt, dies bei rund 150 Kindern. Die Anzahl Durchgefallener ist zwar nicht hoch, doch für Bättig dennoch ein Grund, um den Schwimmunterricht anzupassen. «Dass Viertklässler gut schwimmen können, ist für uns als Seegemeinde sehr wichtig.»

Dies habe auch einen tragischen Hintergrund. «2005 war die Schule von einem tödlichen Badeunfall betroffen.» 

Tödlicher Schwimmunfall in Fällanden

Bei einem Badeausflug der 4. Klasse aus Fällanden ertrank im Juni 2005 ein elfjähriges Mädchen aus Mazedonien, das auf einem aufblasbaren Krokodil auf dem See gewesen war. Die Schulklasse hatte als Einstiegsort die Liegewiese Rohr in der Nähe von Fällanden gewählt. Die Lehrerin wurde später vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung und der Vernachlässigung ihrer Aufsichtspflicht freigesprochen.

Nun sollen die Kinder bereits ab der 1. Klasse eine wöchentliche Schwimmlektion erhalten und somit ein Jahr länger unterrichtet werden. «Wir haben festgestellt, dass drei Jahre nicht genügen, um die Anforderungen zu erfüllen.» Im vorgängigen Konzept aus dem Jahr 2019 ging es erst ab der 2. Klasse ins Wasser.

Angst vor dem See

Weiter will die Schule die Abschlussprüfung vereinfachen. Diese werde ab dem kommenden Schuljahr nur noch bei «optimalem Wetter» im Greifensee stattfinden, sagt Bättig. «Bei kaltem Wetter können die Primarschüler die Prüfung auch im Lehrschwimmbecken Buechwis absolvieren.»

Denn der Greifensee war nicht allen Kindern geheuer. «Den Schülern, die an der Prüfung durchgefallen sind, fehlte bei garstigen Bedingungen der Mut, im See zu schwimmen.» Im Schwimmbecken hätten sie das Problem nicht gehabt, weil ihnen der nahe Beckenrand die Angst genommen habe. Nur ein Kind sei im letzten Jahr im Pool nicht zurechtgekommen.

Es würden aber weiterhin von der Seebadi Maur aus Schwimmlektionen durchgeführt, um den Kindern die Angst vor dem See zu nehmen.

Seebadi mit Liegewiese, Einstiegsleiter und Steg.
In der Seebadi Maur werden die Fällander Kinder an den See gewöhnt. (Archiv)

Offenbar haben nicht nur ausländische Kinder, die ohne Schwimmerfahrung nach Fällanden gekommen sind, Mühe mit der Prüfung. Gemäss Bättig sind etwa 60 Prozent der Durchgefallenen Schweizer Schüler.

Eltern in der Verantwortung

«Mehrmals war auch das Problem, dass Schülerinnen und Schüler bei der ersten Lektion gar nicht ans Wasser gewöhnt waren.» Die Schule erwarte von den Eltern, dass sie mit ihren Kindern die ersten Schwimmversuche schon vor dem Eintritt in die 1. Klasse unternommen hätten.

Eine erste Gewöhnung ans Wasser werde auch im Rahmen des freiwilligen Schulsports angeboten. «Mit 75 Franken pro Semester sind diese Schwimmkurse sehr günstig.»

Für Bättig und die Schule ist es wichtig, dass alle die Prüfung «Fällander Seeleu» schaffen. «Damit erhält jedes Kind eine Urkunde, die uns zeigt, dass es schwimmen kann. Ohne Schulnoten für den Schwimmunterricht lässt sich das nur schwer nachweisen.»

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