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Tösstaler Gemeinden mit kleinen Steuerfussschritten

In einem Tösstaler Seitental liegt ein kleines Steuerparadies. Doch ansonsten tut sich wenig beim Steuerfuss. Die Devise lautetet vielerorts: Stabilität.

Hier im Turbenthaler Steinenbachtal liegt das Tösstaler Steuerparadies.

Foto: Seraina Boner

Tösstaler Gemeinden mit kleinen Steuerfussschritten

Zwei Veränderungen

Während sich im Zürcher Oberland punkto Steuerfuss aufs Jahr 2024 hin kaum etwas bewegt, passen im Tösstal zwei Gemeinden ihre Sätze leicht an.

Noch vor Jahresfrist ging durch die ganze Region ein Ruck. Die Steuerfüsse gerieten in Bewegung. Fast die Hälfte der Oberländer und Tösstaler Gemeinden senkte damals ihren Satz. Die meisten gingen auf 2023 hin um zwei Prozentpunkte runter, einige wie Wila gar um drei. Mit Fehraltorf gab es nur einen einzigen Ausreisser. Dort tänzelte der Steuerfuss in die andere Richtung.

Stabilität und Konstanz

Die damalige Senkungsrunde hatte ihre Ursache in der überstandenen Pandemie. Die Furcht vor Corona hatte sich nicht nur im Gesundheitswesen gelegt, auch die Finanzexperten gaben sich nun gelassener. Sie rechneten nicht mehr mit gewichtigen Folgen der Pandemie für die Gemeindekassen. Es hatte sich gezeigt, dass auch in den beiden vorherigen Ausnahmejahren die Steuereinnahmen munter weitersprudelten und der befürchtete Einbruch nicht eintrat.

Offenbar ist mit der auf breiter Front erfolgten Bewegung aber der Boden erreicht worden. In den Gemeinden der drei Oberländer Bezirke Hinwil, Pfäffikon und Uster heisst das Losungswort fürs Jahr 2024 «Stabilität». Sie halten ihre Füsse still – und lassen sie auf dem Stand von 2023.

Die Beweglichen

Etwas anders sieht es im Tösstal aus. Von den nur gerade drei Gemeinden in der Region mit einer leichten Reduktion liegen deren zwei im Tösstal. Neben Volketswil sind dies nämlich Fischenthal und Wila. Sie alle senken den Satz um einen Prozentpunkt. In Wila ist dies dank der Sekundarschulgemeinde möglich geworden.

Mit der Ausnahme von Fischenthal gab es an den Gemeindeversammlungen oder Parlamentssitzungen im Oberland keine überraschenden Resultate. Überall wurde jeweils den Anträgen der Exekutiven gefolgt, auch wenn es da und dort zu Änderungswünschen – vornehmlich von der SVP nach tieferen Sätzen – kam.

Die Arme für den tieferen Fuss

In der Tösstaler Gemeinde wurde der Senkungsantrag aus der Runde der Versammlungsteilnehmer gestellt. Mit 18 hochgestreckten Armen zu 14 ablehnenden Stimmen passierte die Reduktion. Dementsprechend musste das Fischenthaler Budget angepasst werden. Da aber ohnehin mit einem Ertragsüberschuss gerechnet wird, sind die rund 80'000 Franken Mindereinnahmen verkraftbar.

Immerhin hat der Entscheid Einfluss auf die Vorfinanzierung der Schulraumplanung. Ursprünglich wollte Fischenthal den gesamten Gewinn von 662’000 Franken dafür verwenden. Nun legt die Gemeinde in einem ersten Schritt nur rund 580’000 Franken für die Anpassung und Modernisierung des Schulraums zur Seite.

Die Extremen in der Region

Bezirksweise gesehen sind die Steuersätze im Durchschnitt mit 116 Prozent noch immer im Bezirk Hinwil am höchsten. Nur ganz knapp besser sieht es im Bezirk Pfäffikon aus, wo der Schnitt bei 115 Prozent liegt. Weit tiefer liegt diese Messgrösse im Bezirk Uster: 100 Prozent. In den sieben Tösstaler Gemeinden dagegen liegt der Durchschnittssatz deutlich höher: bei fast 123 Prozent.

Im Turbenthaler Steinenbachtal liegt das schon traditionelle Tösstaler Steuerparadies. Dort liegt der Gesamtsatz auf 109 Prozent. Möglich macht dies eine Besonderheit des kleinen Fleckens: Die Primarschüler gehen nach Wila. Und verglichen mit dem Satz der Primarschule Turbenthal von 58 Prozent verlangt die Primarschule Wila 13 Prozentpunkte weniger.

Demgegenüber kennt Wildberg, vielleicht seiner geografischen Lage entsprechend, weiterhin die höchste Steuerlast. Die kleine Gemeinde ist mit einem Steuerfuss von 127 Prozent alleiniger Spitzenreiter. Der Abstand zu Wila, der Gemeinde mit dem zweihöchsten Satz, ist durch dessen jüngste Satzsenkung wieder etwas grösser geworden.

Der Kanton geht runter

Die Steuerfuss-Konstanz ist auch kantonsweit zu beobachten. Nur ein Zehntel der 160 Gemeinden, vorwiegend im Weinland und am Pfannenstiel, senkt die Steuerfüsse. Und nur eine Handvoll verlangt 2024 einen höheren Satz.

Doch auch wenn die Gemeinden in der Region ihre Steuerfüsse ruhig auf Platz halten, werden die Steuerzahler in diesem Jahr weniger abliefern müssen. So hat der Kantonsrat im Dezember nach einer zweitägigen Budgetdebatte den kantonalen Steuerfuss um einen Prozentpunkt auf noch 98 Prozent gesenkt. Während die Linke sich gegen diese Reduktion wehrte, wollten FDP und SVP eine Senkung um zwei Prozentpunkte. Zusammen mit der Mitte setzten sie schliesslich die kleinere Senkung durch.

Der neue Satz gilt für zwei Jahre. Zudem beschloss das Kantonsparlament eine Personalbremse und strich gut 180 Millionen Franken aus dem Budget.

 

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