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Ustermer sind sportlich, kreativ, engagiert und jetzt auch nachhaltig

Die Verleihung des mit 10'000 Franken dotierten Stadtpreises in Uster erfuhr eine Überarbeitung und eine Neuerung.

Ganz schön was los auf der Bühne: Erstmals wurden alle vier Kategorien an einem Anlass geehrt.

Foto: Karin Sigg

Ustermer sind sportlich, kreativ, engagiert und jetzt auch nachhaltig

Stadtpreis für hervorragende Leistungen

Der Award hat Zuwachs bekommen: Neben den bisherigen Kategorien Sport, Kunst und Engagement wurde erstmals im Stadthofsaal Uster ein Preis für Nachhaltigkeit verliehen.

Ganz neu ist die Kategorie Nachhaltigkeit nicht. Sie wurde im letzten Frühling lanciert und im Rahmen der Klimawochen im Mai 2023 verliehen. Nun transferierte die Stadt diesen Award ins Format der abendlichen Preisverleihung im Ustermer Stadthofsaal. Jedes Jahr werden dort die Preisträger der Kategorien Sport, Kunst und Engagement geehrt. Mit einer Trophäe und einem Preisgeld von je 10’000 Franken.

«Wir mussten das bestehende Konzept leicht überarbeiten, um den zeitlichen Ablauf nicht zu sprengen», erklärte Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) am Donnerstagabend, «schliesslich soll auch das anschliessende Feiern und Geniessen nicht zu kurz kommen.» Damit sprach sie den Apéro an, der im Anschluss an die Ehrung jeweils offeriert wird.

Geblieben sind die kurzen Filme über die Preisträger, die vor den Ehrungen eingespielt werden. Die Laudationen wurden neu etwas kürzer und nicht mehr von Freunden oder Bekannten der Ausgezeichneten gehalten, sondern von Mitgliedern des Stadtrats.

Die Stadtpräsidentin persönlich übernahm die Ehrung für den Kunstpreisträger Jan Czerwinski. Die Architektin und Politikerin bekannte sich dazu, erstmals in die Rolle einer Laudatorin geschlüpft zu sein.

Zugleich outete sie sich als Liebhaberin eines seiner Bilder. Die Stadt Uster habe es vor einigen Jahren angekauft, und es hänge über dem Sitzungstisch in ihrem Büro: «Jenes Ölgemälde lässt mir tagtäglich vor Augen führen, mit welcher stundenlangen Perfektion daran gearbeitet wurde.»

Der aufstrebende Oberländer Mundartsänger Dom Sweden sorgte mit liebenswert unbekümmerter Leichtigkeit für den musikalischen Rahmen. Immer wieder bewegte er sich durch die vollen Zuschauerreihen im übervollen Stadthofsaal und animierte die Anwesenden zum Mitsingen. Gerührt verabschiedete er sich nach seinem letzten Song vom Ustermer Publikum: «Ihr habt so schön mitgesungen, dass ich gar nicht mehr von hier weg möchte.»

Sportpreis: David Bernet

«In diesem Jahr konnte die Wahl nur auf ihn fallen», erklärte Gesundheitsvorsteherin Karin Fehr (Grüne) in ihrer Laudatio für den Sportpreisträger. Der erst 18-jährige Squashspieler David Bernet habe mit einer bereits beeindruckenden Karriere auf sich aufmerksam gemacht und lasse auf eine vielversprechende Zukunft hoffen. Eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 sei ein durchaus realistisches Ziel.

Im April 2023 gewann Bernet die Bronzemedaille an den Junioren-Europameisterschaften und belegt aktuell den ersten Platz im Europäischen Juniorenranking U19. Der junge Sportler schien sehr ergriffen über diese Auszeichnung: «Es ist ein sehr emotionaler Moment, vor so vielen Leuten eine solche Anerkennung zu erhalten. Ein besonderes Gefühl, das man nicht jeden Tag erleben darf.»

Man sieht den Squashspieler David Bernet.
Fleiss will belohnt sein: David Bernet trainiert an sechs Tagen pro Woche.

Kunstpreis: Jan Czerwinski

Der freischaffende Künstler wurde gemäss Barbara Thalmann nicht nur für sein herausragendes Wirken als Maler ausgezeichnet. «Er engagiert sich auch für die Vermittlung und die Förderung von Kunst.» Der ausgebildete Sozialpädagoge lehrt als Dozent für Malerei an der Kunstschule Wetzikon sowie an der Kunstfabrik Wetzikon, an der Menschen mit Handicap lernen und künstlerisch arbeiten können. Als Gründungsmitglied der IG Kultur hat er in den letzten Jahren Ausstellungen im Zeughausareal mitorganisiert. «Ihr müsst von innen heraus malen», vermittle er seinen Schülern.

Die erhaltene Auszeichnung bezeichnete Czerwinski als grosse Anerkennung. Allerdings dürfe nicht ausser Acht gelassen werden, dass auch Künstler auf eine breite Unterstützung angewiesen seien. «Obschon ich allein in meinem Atelier male, darf ich mich auf ein grosses Umfeld stützen, ohne das alles nicht möglich wäre», erklärte er bescheiden.

Man sieht Künstler Jan Czerwinski im Interview.
Jan Czerwinskis Kunst verändert sich nicht jedes Jahr. «Es ist eine schleichende Entwicklung», sagt er selbst.

Engagementpreis: Freiwilligenteam Spital Uster

«Sie unterstützen Patienten, spenden Trost bei Spitalaufenthalten und entlasten das Pflegeteam», fasste Finanzvorsteher Cla Famos (FDP) das Mitwirken der 80 bis 100 Freiwilligen im Spital Uster zusammen. Über 5000 Arbeitsstunden würden sie pro Jahr leisten. Durch stetige Professionalisierung könnten viele Freiwillige inzwischen als «Stationsperlen» anfallende einfache Arbeiten erledigen, womit sie nicht mehr aus dem Spitalalltag wegzudenken seien.

Anne Peer hat 2022 die Leitung des Freiwilligenteams übernommen. «Wir hätten überhaupt nicht mit dieser Auszeichnung gerechnet», erzählte sie überwältigt, «diese Anerkennung bedeutet uns wahnsinnig viel.» Mit einem Teil der Preissumme werde sicher ein toller Jahresevent für das ganze Team organisiert.

Man sieht die Preisträger des Engagementpreises.
Nur ein Bruchteil passte auf die Bühne: Rund 100 Personen zählen zum Freiwilligenteam des Spitals Uster.

Nachhaltigkeitspreis: Göpf Mülli

Er war der heimliche Star des Abends: Der 82-jährige Pomologe sorgte mit seinen humorvollen Aussagen für viele Lacher und erntete nach seiner Auszeichnung den stärksten Beifall im Stadthofsaal. Seit Jahrzehnten setzt er sich für die Erhaltung der Obstsortenvielfalt ein. Auf dem Landstück eines Bauern unterhält und pflegt er Bäume mit rund 200 seltenen Obstsorten. «Sein wertvolles Wissen gibt er in Obstvereinen oder Initiativen weiter und sorgt so dafür, dass der Artenschwund nicht weitergeht», resümierte Bauvorsteher Stefan Feldmann (SP).

Als Göpf Mülli die Höhe der Preissumme erfahren habe, sei er leicht überfordert gewesen. Er habe ein Brainstorming gemacht, was mit 10’000 Franken alles möglich sei: «Ich könnte mein Gesicht liften lassen oder 250-mal falsch parkieren in der Stadt Uster.»

Schliesslich habe der Preis für ihn eine doppelte Bedeutung: «Anerkennung, aber auch finanzielle Erleichterung.» Denn so könne er vermehrt Helfer engagieren und ihnen auch mal ein Mittagessen spendieren als Dankeschön.

Man sieht Göpf Mülli im Interview.
Die Trophäe des Nachhaltigkeitspreises wurde ausschliesslich aus einheimischen Gehölzen entwickelt.

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