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Gossau will nicht in den Wärmeverbund der Kezo Hinwil

Gossau will das Projekt Fernwärme nicht mehr weiter verfolgen. Der Ausstieg von Uster spielt dabei eine Rolle.

Die Gemeinde Gossau will nicht mehr Fernwärme von der Kezo in Hinwil beziehen.

Foto: Simon Grässle

Gossau will nicht in den Wärmeverbund der Kezo Hinwil

Alternatives Heizen

Gossau möchte keine Fernwärm aus Hinwil beziehen. Ohne Uster komme es teurer für die Gemeinde. Es gibt jedoch schon neue Pläne mit Grundwasserwärme.

Der Gemeinderat Gossau wolle einen möglichen Anschluss an den Kezo-Wärmeverbund nicht mehr weiterverfolgen, gibt die Gemeinde Gossau in einer Medienmitteilung bekannt.

Ursprünglich habe es günstige Faktoren gegeben, die für eine Abklärung gesprochen hätten: einerseits die Nähe zur Kehrichtverbrennungsanlage in Hinwil, insbesondere im Ortsteil Grüt. Auch hätte Gossau von einer geplanten Transportleitung durch Grüt mit Anschluss an Uster profitieren können.

Zudem hatte der Ausstieg von Pfäffikon dazu bewogen, dass die Gemeinde Gossau Interesse anmelden konnte an der nicht mehr beanspruchten Fernwärme von Pfäffikon.

Zu teuer für Gossau

Eine Machbarkeitsstudie eines Anschlusses an den Wärmeverbund habe jedoch ergeben, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis für Gossau nicht ideal sei.

Das liege daran, dass die Wärmebezugsdichte im Ortsteil Grüt nicht besonders hoch sei. Gossau-Dorf hat zwar eine höhere Wärmebezugsdichte, doch wären für dessen Anschluss zusätzliche Kosten für die Verbindungsleitung angefallen.

Ein Anschluss an den Kezo-Wärmeverbund hätte allenfalls erfordert, dass ein zweites Heizsystem einen Teil des Wärmebedarfs abdeckt, weil die Nachfrage von verschiedenen Gemeinden nach Fernwärme der Kezo deren Angebot übersteigt.

Der Ausstieg von Uster ändert nichts

Der Entscheid der Gemeinde Gossau sei noch vor Bekanntwerden des Ausstiegs von Uster aus den Planungen zum Kezo-Wärmeverbund gefallen. Die Gemeinde geht allerdings davon aus, dass trotz den nun zusätzlich verfügbaren Kapazitäten im Wärmeverbund ein Anschluss für Gossau nach wie vor zu wenig attraktiv ist.

So rechnet Gossau, dass ein zweites Heizsystem weiterhin erforderlich wäre für die Abdeckung. Ohne Transportleitung nach Uster wäre auch eine separate Zuleitung bis nach Grüt erforderlich. Die Gemeinde geht davon aus, dass sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis für einen Anschluss an den Kezo-Wärmeverbund mit dem Wegfall von Uster für Gossau daher noch verschlechtern würde.

Grundwasserwärme als neue Möglichkeit geprüft

Als weitere Alternative will der Gemeinderat nun Abklärungen zur Machbarkeit von möglichen Grundwasserwärmeverbunden durchführen. Dies für die Ortsteile Grüt, Bertschikon, Oberottikon und das Industriegebiet.

Die Wärme im Grundwasser kann mithilfe von Wärmepumpen möglicherweise genutzt werden, um die Gebiete effizient mit Wärme zu versorgen. In den entsprechenden Gebieten ist das Bohren von Erdsonden wegen der Grundwasservorkommen ausgeschlossen.

Für die Machbarkeitsabklärungen hat die Gemeinde Gossau 30’000 Franken Unterstützung vom Bund zugesprochen erhalten. Die Gemeinde rechnet damit, im Frühling 2024 mit den Abklärungen zu beginnen.

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