Neujahrsball in Uster: Gäste wollen bloss tanzen
Auf dem Tanzparkett
Die Elite traf sich am glamourösen Neujahrsball im Ustermer Stadthofsaal. Das Wichtigste war der Tanz.
«Das Tanzparkett ist für mich Glatteis», scherzt Patrick Schöpf, ehemaliger Schweizer Meister und Eishockeygoalie des EV Zug. Er ist der Ehrengast am diesjährigen Neujahrsball in Uster mit dem Motto «Go for Gold», und es klingt, als sei er einer der wenigen, die an diesem Abend nicht das Tanzbein schwingen werden.
Jedes Jahr trifft sich Usters Elite aus Politik, Gewerbe und Gesellschaft in einer festlichen Szenerie. Mit rotem Teppich, pompöser Dekoration und exquisiter Kulinarik. Bei so einem Anlass nehmen sich die Gäste den Dresscode zu Herzen: feine Roben, wohin man nur schaut.

Mythos Elite
Moritz Schlanke und Brigitte Oertli, die den Event organisieren, halten eine Ansprache, um den Neujahrsball offiziell zu eröffnen. Die Gäste wechseln vom Apéro im vollen Foyer in den elegant hergerichteten Saal, wo sie unter sich sein können. Ohne Journalistinnen. Lediglich mit Fotografen, die zum Neujahrsball gehören. So heisst es von den Gastgebern ausdrücklich.
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Dies verleiht der Veranstaltung etwas Mystisch-geheimnisvolles. Als würde sich die Oberschicht dekadent zu zwielichtigen Machenschaften treffen. Der Neujahrsball zeigt sich gerne elitär, doch die wichtigste Komponente bleibt der Tanz – der Paartanz, um genauer zu sein. Neben dem schicken Essen gibt es Livemusik, eine Tanzshow und sogar Balltänzer für die, die ohne Begleitung erscheinen.
Ein fabelhaftes Parkett
Bereits um 17.03 Uhr, also wirklich wenige Minuten nach der Türöffnung, trudeln die Gäste zahlreich ein. An der Garderobe werden Mäntel abgegeben, Schals und Schuhe. Ja, Schuhe. Gleich am Eingang setzen sich Damen und Herren auf die mit weissem Stoff bezogenen Stühle und machen sich fit für das Tanzparkett.


Dabei werden Strassenschuhe, teilweise mit Spanner versetzt, in die Schuhsäcke gepackt, wo zuvor schicke Tanzschuhe herausgeholt wurden. «So gleitet man besser über das Parkett, und hier im Stadthofsaal ist er wirklich fabelhaft», sagt ein Gast im edlen Smoking und glänzenden Tanzschuhen.
«Einmal die Woche gehen ich und mein Partner tanzen», erzählt eine Dame im extravaganten Kleid. Ein solcher Anlass gönne sie sich daher gerne ab und an.
Für die, die ihren Rhythmus im Standardtanz ausleben, zeichnet sich der Neujahrsball als hervorragendes Ereignis aus. Die Auswahl an Festbällen sei doch etwas begrenzt. 195 Franken Eintrittspreis seien da angebracht: «Man ist sich immer bewusst, wie viel Geld man in die Hand nimmt. Aber für das, was uns geboten wird, ist das angemessen», sagt ein Hobbytänzer.
Schrittfolge hin oder her
Die Vorfreude ist regelrecht ansteckend. Von solchen, die zum ersten Mal am Neujahrsball sind, wie auch von denen, die schon zur regulären Gästeliste gehören.
Viele sind geübte Tänzerinnen und Tänzer, besuchen regelmässig Kurse und beherrschen mehrere Standardtänze. «Wenn man tanzt, dann soll sich das anfühlen, als ob man fliegen würde», meint eine Dame, «dann macht man es richtig.» Schrittfolge hin oder her.
