Sie schwitzen bei ihren Jobs, während alle frieren
Schweiss trotz Kälte
Heisse Öfen und dampfende Maschinen – bei diesen Berufen klettert das Thermometer selbst im Winter weit in die Höhe.
Bibbern ist aktuell angesagt im Oberland. Die Anzeige auf dem Thermometer steigt schon seit einigen Tagen kaum mehr über den Gefrierpunkt. Und die gelegentliche Bise macht es nicht besser. Die Kälte zieht durch Mark und Bein.
Glücklich kann sich deshalb schätzen, wer bei dieser Kälte entweder gar nicht nach draussen muss – oder eine Arbeit hat, bei der es wohlig warm ist. Bei den heissesten Jobs im Oberland wird es manchmal allerdings so warm, dass man auch im Winter ordentlich ins Schwitzen gerät.
Schmelzen in der Giesserei
Egal, ob draussen die Sonne brennt oder das Eis glitzert – in der Giesserei Wolfensberger in Bauma ist es immer heiss. Der flüssige Stahl erreicht eine kuschelige Temperatur von bis zu 1600 Grad Celsius, damit er vergossen werden kann. «An manchen Arbeitsplätzen wird es dabei zwischen 60 und 70 Grad warm», sagt CEO André Masuhr.
Eine grosse Hitze entsteht nicht nur beim Giessen, sondern auch beim Beladen und Entladen der Glüh- und Brennöfen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind deshalb stets in entsprechender Schutzkleidung unterwegs.
Dampfen in der Wäscherei
Ebenfalls mit heissen Maschinen gearbeitet wird in Wäschereien. Dort wird es zwar ebenfalls warm, aber deutlich weniger heiss als in einer Giesserei. Dafür ist das Klima auch im Winter tropisch-feucht.
Rund 30 Grad warm ist es beispielsweise in der Wäscherei Waschbär in Wetzikon, wie Inhaber Sead Merdanovic bestätigt. Im Sommer könne es sogar bis zu 45 Grad heiss werden. «Sehr angenehm» sei die Temperatur momentan, findet Merdanovic.
Verantwortlich dafür sind die warme Luft und der Dampf aus den Maschinen. Zudem seien die Leitungen immer heiss. Ein Abstecher in eine Wäscherei bietet also eine gute Möglichkeit, dem Frost für einen Moment zu entfliehen.
Schwitzen in der Sauna
Dasselbe gilt für den Besuch in einer Sauna. Die Nachricht, dass es in den Hitzekammern heiss ist, dürfte im ersten Moment kaum überraschen. Doch nicht nur die Gäste, sondern auch die Mitarbeitenden geraten gelegentlich ins Schwitzen.
Alle 15 Minuten muss in der Sauna am See in der Badi Niederuster in den Saunafässern Holz nachgelegt oder die Kohle gewendet werden – bei 75 bis 85 Grad Celsius Lufttemperatur. «Es ist ein Wechselbad», erzählt Betreiberin Michaela Pfister.

Denn die Mitarbeitenden sind für diese Aufgaben stets in dicken Winterkleidern unterwegs, um sich vor den Minusgraden zu schützen, die ausserhalb der Fässer und der auf bis zu 28 Grad beheizten Jurten herrschen. Manchmal bleibe sie noch für einen kurzen Schwatz mit den Gästen hängen, erzählt Pfister. Besonders dann fliesse schon mal der Schweiss.
Backen in der Backstube
Schweissperlen bilden sich auch auf der Stirn von Hansueli Nüssli, wenn er die Brötli am frühen Morgen aus dem Ofen zieht. Doch der Inhaber der Bäckerei Nüssli ist ganz zufrieden mit seinem Schicksal, findet die Wärme schön und meint: «Lieber schwitzen als frieren.»
Knapp 30 Grad warm und feucht wird es in der Backstube der Illnauer Bäckerei auch an frostigen Tagen. Allerdings ist die heisseste Phase nur von kurzer Dauer. Wenn die Kundinnen und Kunden in den Laden kommen, sind die Bleche mit den Backwaren meistens schon nicht mehr im Ofen.
Was bleibt, sind der Geruch nach frischen Brötli und die Überzeugung von Nüssli, gerade in diesen kalten Tagen eine richtige Entscheidung getroffen zu haben: «Ich bin gerne Bäcker – und gerade im Winter weiss ich noch mehr, wieso ich diesen Beruf gewählt habe.»
Kennen Sie noch weitere Berufe, bei denen es auch im Winter heiss zu und her geht? Teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren.
