«Sie hinterlassen eine grosse Lücke»
Nach Brand im Werkheim Uster
Vergangenen Mittwoch brannte es im Werkheim Uster, zwei Bewohnende starben. Nun meldet sich das Werkheim selbst zu Wort – der Schock über den Vorfall sitzt nach wie vor tief.
Im Werkheim Uster, einem Institut für kognitiv eingeschränkte Personen, brannte es vergangenen Mittwochabend in einer Wohngruppe. Mehrere Bewohnende und eine Betreuerin mussten wegen Verdacht auf Rauchgasvergiftung in Spitäler gebracht werden – für zwei Bewohnende kam jedoch jede Hilfe zu spät. Sie starben im Feuer. Wenige Stunden später war bereits klar: Das Feuer wurde durch menschlichen Einfluss ausgelöst.
Nach dem Vorfall galt im Werkheim Ausnahmezustand, die Trauer über das erschütternde Ereignis war deutlich zu spüren. Die gesamte Kommunikation über das Unglück lief über die Kantonspolizei Zürich, das Werkheim selbst war nicht für ein Statement bereit.
«Unglaublich traurig»
Am Montagvormittag, nur wenige Tage nach dem schrecklichen Vorfall, meldete sich das Werkheim zu Wort. «Wir sind zutiefst betroffen von diesem tragischen Unglück und sind mit unseren Gedanken bei den Angehörigen und allen Nahestehenden der beiden Opfer», schreibt Patrick Stark, Geschäftsführer des Werkheims Uster.
Der Tod der beiden Opfer erschüttert uns sehr.
Patrick Stark
Geschäftsleiter Werkheim Uster
Auch Annemarie Beglinger, Stiftungsratspräsidentin des Werkheims Uster, bekundet nach dem Vorfall ihr Beileid. «Dass beim tragischen Brand letzte Woche zwei Menschen ihr Leben verloren haben, ist für alle mit dem Werkheim verbundenen Personen unglaublich traurig. Ich bin erschüttert und spreche den betroffenen Familien und Nahestehenden der Opfer mein tiefes Beileid aus.»
Unterstützung als oberste Priorität
Der Hauptfokus liege darauf, die Bewohnenden und die Mitarbeitenden während der belastenden Zeit bestmöglich zu unterstützen. Die teils stark kognitiv eingeschränkten Bewohnenden des Werkheims würden am Arbeitsplatz und in den Wohngruppen wie gewohnt von Fachpersonen des Werkheims betreut.
Aufgrund des Vorfalls seien zusätzlich Mitarbeitende der Krisenintervention Schweiz vor Ort oder telefonisch erreichbar. In der Nacht des Brands sei das Care-Team der Kantonspolizei vor Ort gewesen, um erste Krisen- und Betreuungsarbeit zu leisten.
«Der Tod der beiden Opfer erschüttert uns sehr. Sie hinterlassen im Werkheim eine grosse Lücke», schreibt Patrick Stark. Für Bewohnende und Mitarbeitende wurde ein Ort des Gedenkens eingerichtet. Ausserdem findet eine geschlossene Trauerfeier statt, an welcher Angehörige, aber auch Mitarbeitende und Bewohnende des Werkheims Abschied nehmen können.
Ursache nach wie vor unbekannt
Die fünf Personen, welche aufgrund des Verdachts auf Rauchgasvergiftung ins Spital eingeliefert werden mussten, konnten am Tag darauf bereits wieder entlassen werden.
Die genaue Ursache des Brands wird nach wie vor vom Brandermittlungsdienst der Kantonspolizei Zürich in Zusammenarbeit mit dem Forensischen Institut Zürich und der Staatsanwaltschaft untersucht. Bereits kurz nach dem Brand ging man davon aus, dass menschlicher Einfluss zum Feuer geführt hatte.
Die vom Brand betroffenen Räume der Wohngruppe sind nach wie vor nicht bewohnbar, die entsprechenden Personen konnten jedoch im Werkheim selbst untergebracht werden.
Restaurant hat Betrieb aufgenommen
Derweil laufen die fünf Betriebe des Werkheims Uster wie gewohnt weiter, um den Bewohnenden Stabilität zu bieten. «Für die Mitarbeitenden des Werkheims ist eine kontinuierliche Tagesstruktur wichtig», so Stark.
Nachdem das Café 8610 im Stadtpark im Oktober 2023 seine Pforten schloss, sollte diesen Montag, 8. Januar, die Eröffnung des neuen Selbstbedienungsrestaurants folgen. Der Gastronomiebetrieb 8610 im Mehrwerk hat nun den Betrieb trotz der Ereignisse wie geplant aufgenommen. Allerdings, eine entsprechende Feier dazu findet erst im Frühjahr statt. Diese sei aufgrund der kalten Jahreszeit aber sowieso erst später geplant gewesen.
