Diese Ereignisse bewegten 2023 im Bezirk Uster
Jahresrückblick
Das Spital Uster bleibt selbst ein Patient. Die Gemeinden sollen es mit einer Finanzspritze heilen. Und Dübendorf wächst weiter in die Höhe.
Umstrittene Asylunterkunft – aus der Asche zu mehr Glanz

In der Silvesternacht brennt in Dübendorf die Asylunterkunft an der Gärtnerstrasse. Die 45 Bewohner können sich alle selbst retten. Die Asylbewerber werden in eine unterirdische Anlage an der Usterstrasse ausquartiert. Mitte September wird die Anlage nach einem Umbau samt Aufwertung wieder genutzt. Es finden darin noch 31 Leute Platz. Die Unterkunft sorgte in der Vergangenheit wegen des mangelhaften Ausbaus immer wieder für Gesprächsstoff. Sie liegt über einem Fitnesscenter und einer Autogarage.
Drei Verlierer und drei Gewinner bei den Wahlen in den Kantonsrat
Im Bezirk Uster bringen die Kantonsratswahlen am 12. Februar diverse Sitzverschiebungen. Die Grünen, die EVP und die EDU verlieren je einen Sitz. Gewinner sind die SVP, die FDP und die GLP.

Unbekannte legen im Uschter 77 Feuer

Im Uschter 77 wird am 9. März an drei Stellen Feuer gelegt. Im oberen Stockwerk sind zudem die Wände und Schaufenster mit Hakenkreuzen und antikapitalistischen Slogans beschmiert worden. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere hunderttausend Franken. Das Ustermer Einkaufszentrum muss für mehrere Tage geschlossen werden.
Die grossen Aussenwachten wollen weg von Uster
Die Näniker und die Werriker meinen es ernst: Das Komitee Pro 8606 präsentiert am 27. März seine Pläne zur Abspaltung der beiden Aussenwachten mit rund 3000 Einwohnern von Uster und zum Zusammenschluss mit Greifensee. Als Erstes ist eine Volksinitiative geplant. Die Ustermer Stadtverantwortlichen stehen den Plänen skeptisch gegenüber. Sie befürchten vor allem finanzielle Nachteile. Am 22. August wird bekannt, dass Usters Parlament eine Fusion der Stadt mit Greifensee anstrebt – gleichzeitig mit dem Start der Unterschriftensammlung des Komitees Pro 8606 für seine Initiative. Am 13. Dezember können die Initianten ihre Initiative mit mehr als 900 Unterschriften übergeben.
Dübendorf wächst über sich hinaus

Im Dübendorfer Boomquartier Hochbord werden weitere Hochhäuser geplant, wie im April bekannt wird. Insgesamt 150 neue Wohnungen sollen im 60 Meter hohen Sky-Gebäude ab nächstem Februar entstehen. Gleich daneben wird das Hochhaus Sorrento nun von den Gerüsten befreit. Das Bauwerk mit 116 Wohnungen werden im Sommer 2024 die ersten Bewohner in Beschlag nehmen. Und seit November sind die ersten Wohnungen der drei Three-Point-Türme mit 102, 112 und 113 Metern Höhe bezogen. Im Frühjahr 2024 sollen alle der insgesamt 445 neuen Wohnungen bezugsbereit sein. Die drei Türme sind die höchsten Wohnhäuser der Schweiz. Schon 2019 wurde der Jabee Tower erstellt, 2020 folgte der Giessenturm.
Das Spital Uster benötigt ganz viel frischen Kies
Im April setzt ein neues Bangen um das Spital Uster ein: Wegen Altlasten schliesst die Rechnung 2022 mit einem Verlust von 5,2 Millionen Franken ab. Darum benötigt das Spital eine Kapitalerhöhung. Während die Standortgemeinde Uster sich bereit erklärt, bis zu 20 Millionen einzuschiessen, regt sich in den anderen neun Aktionärsgemeinden Widerstand. Diese müssten zusammen ebenso viel Geld bereitstellen. Greifensee, Mönchaltorf und Russikon tun sich besonders schwer, ihren vollen Anteil für die verlangte Finanzspritze zu leisten. Hinzu kommen im Juni ein Stellenabbau und ein Einstellungsstopp sowie nach dem Wechsel an der Verwaltungsratsspitze Ende Oktober auch der Weggang von CEO Andreas Greulich.
Rekordbrunnen auf dem Pfannenstiel
Auf dem Pfannenstiel entsteht an den Holzerwettkämpfen am 12. Mai der längste Holzbrunnen der Welt. Er misst 51 Meter und ist aus zwei Weisstannen gefertigt. Nach dem Anlass wird der Brunnen in kleinere Exemplare aufgeteilt.
Aus einem Altersheim wird eine Asylunterkunft

«In der aktuellen Lage ist die Liegenschaft Rosengarten für die Stadt Uster ein Glücksfall.» Usters Sozialvorsteherin Petra Bättig (FDP) verkündet am 5. Juli, dass ab September das Alterszentrum, das Ende Juni seinen Betrieb eingestellt hat, für Asylbewerber, darunter 60 unbegleitete Minderjährige, genutzt wird.
Schulhauserweiterung in Egg scheitert zum zweiten Mal

Die Egger Schüler erhalten kein neues Schulhaus. Der Gemeinderat stoppt am 7. September das Bützi-Millionenprojekt per sofort. Es werde zu teuer. So wird mit 25 statt 17,5 Millionen Franken gerechnet. Schon fünf Jahre zuvor war an der Urne ein Vorgängerprojekt ebenfalls an den Kosten gescheitert. Der Übungsabbruch erstaunt, zumal erst im Juni das Siegerprojekt erkoren worden ist.
Milandia landet in neuen Händen

Die Freizeitanlage Milandia in Greifensee geht per 30. September in neue Hände über. Statt Migros heisst die Besitzerin nun SEP Areal AG. Die Angebote vom Fitnesspark, vom Kletterzentrum und von der Medbase sollen fortgeführt werden. Beendet werden jedoch die Ferienlager. Im Oktober gibt der neue Pächter bekannt, dass er eine Halle für Padel, eine Art Tennis, umrüsten will.
Fällander wollen Gemeindehaus nur sanieren
Die Fällander Stimmberechtigten sprechen sich am 22. Oktober an der Urne für die Sanierung des Gemeindehauses aus. Der vom Gemeinderat selbst favorisierte Neubau des Gebäudes wurde klar abgelehnt. Während für die Sanierung 14 Millionen Franken veranschlagt sind, hätte ein Neubau 33 Millionen Franken gekostet.
Lego-Schatz in Uster geborgen
Das Konkursamt stösst bei einer Wohnungsräumung in Uster Ende Oktober auf eine Lego-Sammlung, die es in sich hat. In rund 600 Schachteln – viele davon sind noch originalverpackt – schlummern Bausätze aus frühen Lego-Zeiten und auch besonders seltene Sets. Diese werden versteigert. Für einzelne Bausätze wird mit je einem Erlös von mehreren tausend Franken gerechnet. Die Versteigerung der ersten 300 Sets bringt 120’000 Franken ein.
Café im Ustermer Stadtpark schliesst

Das Werkheim Uster schliesst das «8610 im Stadtpark» per 31. Oktober. Das Café in der Landihalle wird zugunsten eines neuen Projekts aufgegeben. Dieses wird im Loren-Quartier verfolgt. Doch auch die rückläufigen und witterungsbedingt schwankenden Umsätze trugen zum Entscheid der Behinderteninstitution bei. Das Café im Ustermer Stadtpark bestand seit 2007.
Die Zoo-Seilbahn führt bis zum Bundesgericht

Die Stadt Dübendorf zieht die Zoo-Seilbahn vor Bundesgericht, wie am 16. November bekannt wird. Nachdem das Verwaltungsgericht im Oktober die Beschwerde aus Dübendorf abgewiesen hat, muss nun Lausanne über die Rechtmässigkeit des Gestaltungsplans befinden. Die Seilbahngegner bemängeln das Verkehrskonzept sowie fehlenden Natur- und Umweltschutz.
Dübendorf erhält ein neues Hallenbad

Trotz grosser Kritik am geplanten Hallenbad heissen die Dübendorfer am 19. November einen Kredit von 46 Millionen Franken für den Neubau auf dem Areal des Freibads überraschend deutlich gut.
