Diese Ereignisse bewegten 2023 im Bezirk Hinwil
Jahresrückblick
Die Windräderpläne des Baudirektors sorgen im Oberland für Turbulenzen. Auch die Lücke in der Oberlandautobahn ist im Bezirk Hinwil Gesprächsstoff.
Ausgerockt in Wetzikon

Nach neun Jahren Betrieb macht die Hall of Fame an der Zürcherstrasse in Wetzikon per 31. Januar dicht. Das Ende wird mit einem Rockkonzert von Megawatt begangen. Der Verein konzentriert sich künftig auf die Organisation von Veranstaltungen in anderen Locations. Die Halle will der neue Betreiber unter dem Namen Silkk für Tanzveranstaltungen und Anlässe für ein Ü40-Publikum nutzen.
Stress auf dem Hinwiler Ausflugsgipfel
Auf Ende 2022 hat Aco Rastoder das Restaurant Bachtel-Kulm ob Hinwil übernommen. Das beliebte Ausflugsrestaurant kommt nun edler daher. Doch für rote Köpfe sorgt Anfang Januar die Aufforderung an die Gäste, Rucksäcke und Wanderstöcke an der Garderobe zu deponieren. Mitte Jahr zieht sich Rastoder vom «Bachtel-Kulm» zurück und überlässt die Führung des Restaurants einem Wirtepaar. Damit beruhigt sich die Situation.
Sondierbohrungen für die Lückenschliessung

Wetzikon–Betzholz direkt, und zwar in einem Tunnel: Wetzikon, Hinwil und Gossau setzen sich am 26. Januar in einem Communiqué gemeinsam für diese Variante zur Lückenschliessung in der Oberlandautobahn ein. Entgegen der ursprünglichen Ankündigung des Bunds, bereits im Sommer einen Variantenentscheid zu treffen, verzögert sich dieser bis 2024 oder 2025. Das Bundesamt für Strassen will zunächst weitere Abklärungen treffen und lässt ab Juli zusätzliche Bohrungen durchführen. Am 22. Dezember unterstreicht auch der Kanton, dass er die Lückenschliessung mit der Variante «Tunnel tief» vorzieht.
Nicht mehr alle können sich für die Kezo-Fernwärme erwärmen
Am 30. Januar heisst das Wetziker Parlament einen 80-Millionen-Kredit für den Aufbau eines Fernwärmenetzes gut. Im Juni folgen ihm die Stimmbürger. Im August gibt Pfäffikon bekannt, dass es aus dem Projekt «Fernwärme Zürcher Oberland» aussteigt, da es zu teuer käme. Am 19. Dezember gibt auch die Energie Uster AG den Ausstieg aus dem Projekt bekannt. Uster setzt auf lokale Wärmeverbunde.
Glockengeläute wegen Wohnungskündigung in Seegräben

Weil die Gemeinde Seegräben Platz für Geflüchtete braucht, kündigt sie Mitte Februar einem Mieter einer grossen gemeindeeigenen Wohnung. In der Folge wird der Gemeinderat im Netz für seinen Entscheid massiv angegriffen, die SVP stachelt gegen den Entscheid auf und nimmt ihn als Beispiel für das Scheitern der Schweizer Asylpolitik. Am 7. März findet gar eine Protestaktion samt Freiheitstrychlern und Rechtsextremen statt. Im Dorf findet das Vorgehen der Gemeinde jedoch mehrheitlich Unterstützung.
Gestaltungsplan für Deponie im Tägernauer Holz
Am 2. März präsentiert die Hinwiler ZAV Recycling AG die ersten Eckpunkte des Gestaltungsplans für die umstrittene Schlackendeponie im Tägernauer Holz auf Gossauer und Grüninger Boden. Dort soll eine Deponie mit einem Volumen von 750'000 Kubikmetern entstehen. Im April wird der Gestaltungsplan eingereicht. Die Gegner kündigen neue Proteste an, die dann jedoch ausbleiben. Doch die Realisierung der Abfallschlackendeponie verzögert sich auch so um mindestens ein Jahr. So ist noch nicht mit der Vorprüfung des Gestaltungsplans durch den Kanton begonnen worden.
Grosse Pläne für Unterwetzikon

Die Stadt Wetzikon treibt den Masterplan Unterwetzikon voran. In Forumsveranstaltungen im Frühling und Sommer werden Anwohner und Gewerbler angehört. Zu den vier Schlüsselelementen gehören ein Bushof, die Quartierbildung und Nutzungen, Freiräume samt Stadtklima sowie die Anbindung des Gebiets an die umliegenden Quartiere. Es schälen sich zwei Visionen heraus. 2025 dürfte der Masterplan an die Urne kommen.
Oberländer wollen Abstand zu Windrädern halten

Die Pläne des Zürcher Baudirektors, insbesondere auf den Höhen des Zürcher Oberlands und des Tösstals Windräder bauen zu lassen, stossen in der Region auf grossen Widerstand. In fast allen möglichen Standortgemeinden wie Wald, Hinwil, Rüti, Bäretswil, Wildberg oder Hittnau werden im Sommer und Herbst Initiativen eingereicht, mit denen solche Windenergieanlagen verunmöglicht werden sollen. Gefordert wird meist ein Mindestabstand von 1000 Metern zu bewohnten Häusern. In den meisten Gemeinden werden die Initiativen für rechtskonform angesehen und an einzelnen Gemeindeversammlungen auch schon gutgeheissen. In anderen Gemeinden ist die Exekutive zum Schluss gekommen, dass das Begehren nicht vereinbar ist mit übergeordnetem Recht. Der Verein Freie Landschaft Zürich will den Widerstand bündeln. Doch auch Stromversorger sondieren bereits im April in der Region und unterbreiten Landeigentümern konkrete Angebote.
Eine ausgebrannte Werkstatt – und eine Hanfplantage
Ein Grossbrand im Kemptner Industriegebiet zerstört am 3. Juli eine Autogarage. Auslöser für den Brand im Wetziker Betrieb dürften Schweissarbeiten gewesen sein. Zerstört wird auch ein Imbisswagen, der neben der Halle parkiert gewesen ist. Es entsteht ein Schaden in Höhe von mehreren hunderttausend Franken. In der ausgebrannten Autowerkstatt entdeckt die Polizei eine grosse Hanfplantage mit mehreren hundert Pflanzen.
ZOM in Rekordgrösse

Am 30. August wird die 49. Züri Oberland Mäss (ZOM) eröffnet. Die fünftägige Ausstellung ist grösser als je zuvor – allerdings auch teurer aufgrund der Preiserhöhungen in jüngster Zeit. Mit dem Zuschaueraufmarsch ist Organisator Andreas Künzli zufrieden. Am Jubiläumsanlass im Jahr 2024 wird auch die Armee dabei sein.
Zwei Überraschungen an den Nationalratswahlen

Die Nationalratswahlen am 22. Oktober bescheren dem Bezirk Hinwil gleich eine doppelte Überraschung und damit zwei neue Nationalräte: Yvonne Bürgin (Die Mitte), Gemeindepräsidentin von Rüti und Kantonsrätin, sowie Erich Vontobel (EDU), Kantonsrat aus Bubikon. Von den Bisherigen aus der Region werden die zwei Volketswiler Benjamin Fischer und Bruno Walliser (beide SVP), Martin Bäumle (GLP, Dübendorf) und Marionna Schlatter (Grüne, Hinwil) wiedergewählt. Mit der Niederlage ihrer Partei schafft die Ustermer Grüne Meret Schneider den Sprung nach Bern nicht mehr.
Wetziker wollen nicht nur noch 30 fahren

Die Wetziker wollen nichts wissen von Tempo 30 in allen Quartieren. Sie lehnen am 19. November einen Plan des Stadtrats an der Urne deutlich ab. Der Stadtrat wollte 21 Zonen auf einmal einführen. Das Parlament hatte die Vorlage am 13. März noch knapp angenommen. Gegen die Tempo-30-Flut gewehrt haben sich insbesondere die FDP, die SVP und die EDU.
Geld für «Bachtel-Kulm»-Umbau ist zusammen

Ende November ist das Geld für die Komplettsanierung des Restaurants Bachtel-Kulm beisammen: Knapp sechs Millionen Franken hat die Genossenschaft Bachtel-Kulm für die Neugestaltung veranschlagt. 90 Prozent davon sind nun gesichert, sodass im Frühling 2024 mit dem Bau begonnen werden kann. Die Neueröffnung des Ausflugsrestaurants ist auf Herbst 2025 angesetzt. Das neue Gebäude soll das Aussehen des Hauses vor 100 Jahren erhalten.
Eine grosse Brücke übers Aatal

Die Seegräbner wollen, dass die grosse Fussgänger- und Velobrücke übers Aatal geplant wird. An der Gemeindeversammlung vom 5. Dezember heissen sie einen Projektierungskredit über 220'000 Franken sehr deutlich gut. Die Konstruktion würde 285 Meter lang, 40 Meter hoch und 3 Meter breit.
Grünes Licht für eine Pentagon-Klinik ob Wald

Da gegen den Gestaltungsplan für den Klinikneubau auf dem Faltigberg ob Wald bis Mitte Dezember keine Einsprachen eingegangen sind, ist der Weg frei für die Baueingabe für den grossen, fünfeckigen Ersatzbau. Der Baustart für die Klinik, die 152 Reha-Patienten Platz bietet, ist für August 2024 vorgesehen. Das Vorhaben wird knapp 80 Millionen Franken kosten.