Sie holen Glanz und Glamour in den Stadthofsaal Uster
Neujahrsball 2024
Moritz Schlanke und Brigitte Oertli sind die Gesichter hinter dem Neujahrsball Uster. Die beiden erklären im Interview, welche Berechtigung ein solcher Anlass heute noch hat.
«Sich einmal wie im Märchen fühlen» – das wollen Moritz Schlanke und Brigitte Oertli ihren Gästen am Neujahrsball Uster bieten. Am 13. Januar 2024 findet die Veranstaltung bereits zum 19. Mal statt. Auch dann laden die beiden Veranstalter, die sich ebenfalls im Vorstand des Gewerbeverbands Uster engagieren, zum Tanz in den Stadthofsaal.
Wir schreiben das Jahr 2023. Wieso braucht es heute noch einen Ball, einen Anlass, den viele nur noch aus Sissi-Filmen kennen und der aus der Zeit gefallen scheint?
Moritz Schlanke: Also ich glaube nicht, dass der Anlass aus der Zeit gefallen ist. Im Gegenteil. Für mich bietet der Neujahrsball Uster die Möglichkeit, alle möglichen kulturellen und gesellschaftlichen Facetten, die das Leben bietet, zusammenzubringen. Es gibt kaum einen Anlass, der so viele schöne Seiten des Lebens vereint. Roter Teppich, wundervolles Essen, Tanzen zu Livemusik, ein Abend als Paar, in dieser Breite gibt es das kaum woanders.
Brigitte Oertli: Aus Sicht einer Frau, glaube ich, hegen viele diesen phantasievollen Traum, einmal als Prinzessin ausgeführt zu werden – auch in der heutigen Zeit. Direkt vor der eigenen Haustür andere Sinne erregen, dem Mann die Chance bieten, seine Partnerin schön auszuführen, dafür bietet ein Ball die passende Vorlage. Wie überhaupt, sich als Paar miteinander auseinanderzusetzen, dem Alltag zu entfliehen. Deshalb finde ich es wunderbar, einen Ball dieser Art fortbestehen zu lassen.
Zementiert ein Ball dann aber nicht überholte Rollenbilder?
Schlanke: Ich kann dazu nur so viel sagen: Ich lasse mich am Ballabend gerne von meiner Frau aufs Tanzparkett zerren.
Oertli: Das wollte ich gerade auch sagen. Es geht um das gemeinsame Erlebnis. In Bezug auf das Rollenverständnis, wer jetzt wen ausführt, glaube ich nach wie vor an traditionelle Werte: Ein Mann ist ein Mann, und eine Frau ist eine Frau. Trotz dem Gerede von Gender und aller Gleichberechtigung. Ich bin der Meinung, dass der Mann die Frau gerne ausführt und verwöhnt.
Wie werden die Gäste verwöhnt?
Schlanke: Mit einer stimmungsvollen Begrüssung mit Prosecco auf dem roten Teppich zu Beginn sollen sich unsere Gäste von Anfang an wohlfühlen. Wir bieten eine Liveband, ein exquisites Menü, das auf unser jeweiliges Motto abgestimmt ist, und tolle Gelegenheiten zum Plaudern und Netzwerken.
Ein Ball hat immer auch mit Tanz zu tun. Wie wichtig ist es, am Neujahrsball tanzen zu können?
Oertli: Natürlich ist das ein wichtiger Teil. Letztlich geht es aber um den Spass, die Freude, das Miteinander – völlig egal, ob man tanzt oder nicht. 70 Prozent unserer Gäste tanzen in jeder Runde mit, die restlichen machen vielleicht einen Block, trinken danach, rauchen eine Zigarre. Für Frauen, die keinen Tanzpartner haben, stehen unsere Balltänzer zur Verfügung. Es sind übrigens nicht nur Paare, die zu uns kommen. Man kann auch allein oder als «Grüppli» bei uns einen schönen Abend verbringen.

Was ist wichtig für Leute, die vielleicht zum ersten Mal den Abend bei Ihnen verbringen: Gibt es Dos and Don'ts?
Schlanke: Hierzu habe ich eine schöne Geschichte aus dem letzten Jahr, als ein Gast aus dem Rheintal mich fragte, ob er denn ohne Jackett, das er zu Hause vergessen habe, überhaupt Einlass erhalte. Natürlich habe ich bejaht. Es ist ein Mysterium, dass Männer einen extrem teuren Smoking und Frauen Designerkleider tragen müssen.
Oertli: Vielleicht nicht gerade Jeans (lacht).
Schlanke: «Gepflegte Abendgarderobe» lautet unser Dresscode. Unsere Gäste sollen sich wohlfühlen. Wir wissen, dass sie sich aber mit Freuden für den Ball schön machen.
Oertli: Wir wollen unseren Gästen vermitteln, dass sie sich frei bewegen können.
Was heisst das?
Oertli: Wir möchten nicht, dass getuschelt wird, wer jetzt was trägt, wer wie tanzt. Auch Personen aus dem öffentlichen Leben, dem Gewerbe und der Politik sollen sich bei uns wohlfühlen und abschalten können. Begegnungen sollen möglich sein, ohne dass Gäste eingestuft werden. Das klappt auch sehr gut und wird von allen sehr geschätzt.
Dafür zahlen Gäste 195 Franken. Ein stattlicher Preis.
Oertli: Wir organisieren den Neujahrsball aus Freude an der Sache, viel zu verdienen gibt es dabei nicht. Am Ende ist es ein Nullsummenspiel. Wir werden von der Stadt nicht finanziell unterstützt. Um diesen Abend schön zu verpacken, müssen wir ja dann doch die eine oder andere Rechnung bezahlen. Wir sind auf jeden Gast und jeden Sponsor angewiesen. Uns ist es wichtig, dass der Ball für viele bezahlbar bleibt und viele dieses einmalige Ambiente erleben können – da können wir nicht 500 Franken verlangen. Der Preis muss angemessen sein.
Schlanke: Genau, wir wollen den Neujahrsball Uster allen ermöglichen, die gerne einen genussvollen Abend verbringen möchten. Klar, es ist ein gewisser Betrag, den man in die Hand nehmen muss. Aber wenn man nach Zürich essen geht, kostet es schnell auch so viel – und dort hat man dann noch kein Ballprogramm. Es ist aber richtig, ohne den Gewerbeverband und unsere anderen treuen Partner im Rücken könnten wir den Anlass in dieser Form nicht stemmen.
Sind gerade solche Partnerschaften auch der Grund, warum es den Neujahrsball Uster noch gibt?
Schlanke: Absolut – und sicherlich auch, dass Uster keine Grossstadt, sondern doch auch noch ländlich und familiär geprägt ist. Hier gibt es Gemeinschaftsgefühl, man ist füreinander da. Auch wird im Vorfeld oder im Nachgang an den Ball über den Anlass gesprochen, wir sind «Dorfgespräch». Das funktioniert nur in einem so ländlich geprägten Gebiet wie bei uns, in Zürich oder Winterthur wäre das wohl schwierig.
Eine Frage zum Abschluss: Der Stadthofsaal ist renovierungsbedürftig, auf dem Zeughausareal wird bald ein neues Kultur- und Begegnungszentrum entstehen. Liegt dort auch die Zukunft des Neujahrsballs?
Schlanke: Das steht noch in den Sternen.
Oertli: Das ist alles zu weit weg, da mache ich mir ehrlich gesagt null Gedanken.
Schlanke: Ein neuer Saal bedeutet eine neue Kalkulation. Ich finde aber, dass Veranstaltungen wie der Neujahrsball Uster in unserer Stadt unbedingt weiterhin Platz haben müssen.
Oertli: Mehr Platz bedeutet nicht auch zwingend mehr Leute. Jetzt freuen wir uns erst mal auf den 13. Januar und viele tolle Gäste.
Neujahrsball Uster 2024
Der Neujahrsball Uster ist gemäss den Organisatoren eines der ersten gesellschaftlichen Highlights des Jahrs in Uster. Unter dem Patronat des Gewerbeverbands Uster laden die Gastgeber Moritz Schlanke (HOIKKA entertainment GmbH) und Brigitte Oertli (PowerWoman GmbH) zu einem Event für alle Sinne ein. Der Ball findet am 13. Januar im Stadthofsaal statt. Apéro ab 17 Uhr – Beginn des Balls um 18 Uhr. Noch sind Tickets auf der Website neujahrsballuster.ch für 195 Franken erhältlich.