Grosse Silvesterpläne am Pfäffikersee – «das hat man so noch nie gesehen»
Feuerwerk mal anders
In den letzten Jahren wurde das Silvesterfeuerwerk am Pfäffikersee immer wieder abgesagt. Nun findet es erneut statt. Aber anders als zuvor.
Endlich wird der Silvester in Pfäffikon wieder mit einem Feuerwerk gefeiert. Das letzte Mal, als am Pfäffikersee die Funken am Himmel sprühten, war 2017. Seither herrschte am Himmel über dem See zum Jahreswechsel Dunkelheit.
Da das OK des «Silvesters am Pfäffikersee» die Veranstaltung alle zwei Jahre durchführt, war es zu Silvester 2018 ruhig. Das Publikum musste sich bis 2019 gedulden, wo es dann erneut ein Feuerwerk gab.
Doch dem Spektakel wurde ein Strich durch die Rechnung gezogen: Der Nebel über dem Pfäffikersee war so dicht, dass das Feuerwerk schlicht nicht gesehen wurde. Es blieb nichts anderes übrig, als sich auf 2021 zu freuen.
Die Pandemie hängte aber gleich nochmals zwei Jahre an die fehlenden Böller. 2022 wollte das OK die Ausfälle unbedingt kompensieren. Doch nichts da: Das Feuerwerk wurde nicht bewilligt – aus Naturschutzgründen.
Störungsquelle für Wildtiere
Beim Gebiet um den Pfäffikersee handelt es sich um ein Wasser- und Zugvogelreservat. Zudem stehen grosse Flächen der Ufervegetation unter einer kantonalen Schutzverordnung. Die Wildtiere, die sich um den Pfäffikersee aufhalten, müssen geschützt werden.
«Sie dürfen weder gestört noch vertrieben oder aus dem Gebiet herausgelockt werden», erklärt Katharina Weber von der Baudirektion des Kantons Zürich. Knallkörper und visuelle Effekte wie bei einem Feuerwerk seien für die Wildtiere eine grosse Störungsquelle.
«Damit ein Feuerwerk mit den Schutzbestimmungen kompatibel ist, hat der Kanton mit den Veranstaltern vereinbart, dass das Feuerwerk im Hafen von Pfäffikon möglichst nahe am Ufer durchgeführt wird», meint Weber. So könne die Störung der Tiere reduziert werden.
Das OK des «Silvesters am Pfäffikersee» hielt Ausschau und fand eine Alternative, mit welcher alle Beteiligten zufrieden sein könnten: ein Nahbereichsfeuerwerk.
Premiere für eine Alternative
Das Konzept und die Planung sind Janosch Bärs Vision. Der 28-jährige Pyrotechniker kennt sich mit brennenden Showelementen aus – egal, ob draussen oder drinnen. Er habe an vielen Veranstaltungen Erfahrungen sammeln können.
«Für die Auflagen in Pfäffikon eignen sich besonders Feuerwerke, die an Konzerten auf oder neben der Bühne abgefeuert werden», sagt Bär. Doch so, wie man es in Pfäffikon sehen wird, hat man es noch nie gesehen.
«Ich arbeite viel mit der Ästhetik, mit Musik und zusätzlichen Effekten. Es wird ein Spektakel.» Der Effekt wird sich bis 50 Meter vom Boden – oder in diesem Fall vom Wasser – aufbauen. Deshalb müsse man die Lichter vor Ort betrachten.
Die wichtigste Auflage, die er befolgen musste, war die Entfernung des Feuerwerks vom Seeufer. «Die Show wird auf zwei Flössen stattfinden, die sich 30 Meter vom Ufer entfernt auf dem See befinden werden.»
Im Vergleich zu einem gewöhnlichen Feuerwerk verursache die Alternative weniger Emissionen wie beispielsweise Lärm, Rauch und Abfall. «Es ist aber schon immer so, dass die Überreste von einem Profi-Feuerwerk nur aus Papier-, Filz- und Kartonteilen bestehen, die in der Natur verrotten», sagt Janosch Bär, der Mann hinter dem alternativen Feuerwerk.
Die Bewilligung für das Feuerwerk hat er bereits. Gibt es etwas, das Bär einen Strich durch die Rechnung ziehen könnte? «Bei Sturmböen müsste man die Feuerwerke zeitlich etwas nach vorne oder hinten verschieben.» Doch er ist zuversichtlich, dass dem Spektakel nichts mehr im Weg steht.
