Jetzt fliesst wieder Wasser in den Bachtelweiher
Beliebter Badesee wird saniert
Zwei Sommer lang musste die Bevölkerung in Wald auf ihren kleinen Badesee verzichten. Wegen Verzögerungen wird die Brücke über den Damm aber erst im nächsten Jahr gebaut.
Es scheint eine schier endlose Geschichte zu sein: Die Sanierung des Bachtelweihers ist noch nicht vorbei. Das Wasser wird nun zwar wieder in den vor zwei Jahren leer gefischten Teich eingelassen. Allerdings kam es bei den Bauarbeiten zu Verzögerungen. Im Wanderweg klafft darum noch eine Lücke.
Die kantonale Baudirektion, die für das Projekt zuständig ist, bestätigt, dass diese erst im kommenden Jahr mit der geplanten Brücke geschlossen wird.
Zwar seien die Sanierungsarbeiten abgeschlossen, allerdings hätten letzte Erdarbeiten wegen der schlechten Witterung im Spätherbst nicht mehr ausgeführt werden können. «Dazu gehören auch die Anlage eines Fusswegs über die Dammkrone und die Installation der neuen Brücke und der Geländer», teilt die Baudirektion mit.
Für Wanderer bedeutet dies, dass sie noch bis im nächsten Frühling nicht über den neuen Damm gehen können. Der Wanderweg führt so lange entlang dem Dammfuss am rechten Ufer des neuen Bachs. «Eine entsprechende Beschilderung wird installiert», schreibt die Baudirektion.







Damit wird die Sanierungsgeschichte des Bachtelweihers noch etwas weitergeschrieben – und diese ist bereits jetzt lang. Der kleine Weiher, der bei Wanderern und Ausflugsgästen auch als Geheimtipp galt, stand anderthalb Jahre leer und war in der Zeit nur noch ein trauriges Schlammloch.
Unmut der Bevölkerung
Der kleine Badesee wurde schon 2021 abgefischt – und zwar bevor die konkrete Baubewilligung des Bundesamts für Energie (BFE) für die Sanierung überhaupt vorlag. Die Bauarbeiten verzögerten sich damit um 15 Monate. Sie konnten mit einigem Gegenwind aus der Walder Bevölkerung erst im Frühjahr 2023 aufgenommen werden.
Jetzt wird der Weiher wieder mit Wasser gefüllt. Der kleine See sieht anders aus als vorher: Das Wasservolumen wurde aus Sicherheitsgründen verkleinert, der Weiher ist nun weniger tief. «Ich bin gespannt, ob sich die Fische in dem neuen Klima wieder wohlfühlen werden», sagt Rico Sonderegger, der in dem Revier zuständig ist für die Fischerei.
Mit zu viel Wasser und Schwemmholz gerechnet
Sonderegger kann nicht verstehen, warum man um dieses Projekt so ein grosses Brimborium hat machen müssen. Der neue Rechen beim Damm sei viel zu gross. «Da wurde mit viel mehr Schwemmholz gerechnet, als es jemals geben wird», sagt er. Die Sicherheitsvorkehrungen seien übertrieben geplant gewesen.
Die kantonale Baudirektion zeigt sich wiederum mit dem Projekt zufrieden. «Die Sicherheit der Stauanlage ist durch die Sanierungsarbeiten wieder gewährleistet», teilt die Medienstelle mit. Ausserdem gehen die Verantwortlichen davon aus, dass sich «der Weiher und seine Umgebung rasch wieder zu einem ökologisch wertvollen Lebensraum entwickeln werden».

Allerdings müssen die Fische und Krebse noch etwas zuwarten, bis sie sich wieder im Bachtelweiher tummeln können. «Das kann noch ein Jahr oder länger dauern», schreibt die Baudirektion. Zuerst müsse sich der Weiher eingependelt und müssten sich Pflanzen und Kleinlebewesen entwickelt haben.
Die Biologie muss im Einklang sein
Hansruedi Egli, der Obmann des Fischereiverbands, sagt, bis der biologische Kosmos wieder hergestellt sei, könne das mehr als zwei Jahre dauern. «Damit der ganze Kreislauf wieder stimmt, braucht es nicht nur Krebse und Forellen, sondern auch Libellen und Mücken.»
Er und sein Team warten nun, bis sie das Okay von der Jagd- und Fischereiverwaltung bekommen, um mit der Ansiedlung der Forellen beginnen zu können. Woher sie die Wirbeltiere nehmen, ist jedoch noch unklar. «Damals wurden die Fische des Bachtelweihers in benachbarte Weiher in der Nähe des Atzmännig verlegt», sagt Egli.
Es könne sein, dass man sie von da auch wieder herbekomme. Es könne aber auch sein, dass aktuell ein anderer Weiher leer gefischt werden müsse, dann werde man die Forellen praktischerweise von dort übernehmen.
