Alte Fischbecken in Rikon werden zum Lebensraum für gefährdete Amphibien
Vom Fisch- zum Froschteich
Im Waldstück beim Rikemer Himmerich-Weiher vegetiert eine stillgelegte Fischteichanlage vor sich hin. Der Kanton will sie nun abreissen. Und sie damit der Natur zurückgeben.
Der Himmerich-Weiher in Rikon ist so etwas wie ein Paradies für Spaziergänger, Hündeler und Naturliebhaberinnen – und mit seinen wieder intakten Holzskulpturen eine regelrechte Sehenswürdigkeit.
Weitaus weniger ansehnlich sind dagegen die verlassenen Fischtanks, die gleich daneben im Wald ihr Dasein fristen. Erbaut wurde die Anlage vor rund 50 Jahren von der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung.
Die Betonbecken dienten während Trockenperioden als «Daheim auf Zeit» für Tiere, die abgefischt werden mussten, bis man diese wieder in die Gewässer entlassen konnte.
Seitdem die Anlage 2011 stillgelegt wurde, hat sich wenig verändert. Ausser, dass sich die Natur diesen Teil des Walds allmählich zurückzuholen scheint. Junge Bäume und Sträucher versperren die Sicht auf die eingezäunten Becken und den Holzschopf daneben.
Naturschutzgebiet aufwerten
Das soll sich nun ändern, wie ein Baugesuch verrät, das bis letzte Woche öffentlich auflag. Die stillgelegten Tanks und der Schuppen werden komplett abgebrochen, «zugunsten von Natur und Landschaft», wie Katharina Weber, Mediensprecherin der Baudirektion, verrät.
An die Stelle der Betonbecken treten vier Laichgewässer für Amphibien. Die Teiche sollen vor allem ein Zuhause für die Gelbbauchunke bieten, die auf der Roten Liste der Amphibien in der Schweiz steht.
Aber auch andere gefährdete Arten wie die Erdkröte oder der Grasfrosch sollen sich ansiedeln und ihren Laich dort absetzen.


Die neuen Lebensräume sollen dazu beitragen, dass die Amphibienbestände im Gebiet erhalten und gefördert werden. Der Kanton erhofft sich aber auch eine Aufwertung des bestehenden Naturschutzgebiets Himmerich-Weiher, das gleich nebenan liegt.
Die Ufer der Teiche werden mit Altholz, Wurzelstöcken und Steinen versehen. Invasive Neophyten sollen verschwinden, als Ersatz ist eine Bepflanzung aus einheimischen Sträuchern geplant.
Sie sollen die Becken von der Forststrasse abtrennen, die neben der Anlage verläuft. Ausserdem wird der bisherige Auslaufkanal der Fischteiche gestaut und renaturiert, sodass er den «Charakter eines Altarms» erhält.

Wie viel der Kanton für das Projekt ausgibt, lässt sich gemäss Baudirektion zurzeit nicht abschätzen. «Aktuell prüfen wir, ob die Arbeiten durch Mitarbeitende des Kantons ausgeführt werden können», sagt Weber.
Den Umbau vom Fisch- zum Froschteich will der Kanton im Winterhalbjahr durchführen, «damit dann im Frühjahr 2024 Frösche und Co. einziehen können».