Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Gesellschaft

Alte Fischbecken in Rikon werden zum Lebensraum für gefährdete Amphibien

In Rikon, mitten im Wald, befinden sich drei stillgelegte Fischtanks – ein regelrechter «Lost Place». Doch die verkümmerte Anlage wird bald wieder nützlich.

Weit und breit kein Fisch mehr: die stillgelegten Fischbecken beim Himmerich-Weiher in Rikon.

Foto: Noah Salvetti

Alte Fischbecken in Rikon werden zum Lebensraum für gefährdete Amphibien

Vom Fisch- zum Froschteich

Im Waldstück beim Rikemer Himmerich-Weiher vegetiert eine stillgelegte Fischteichanlage vor sich hin. Der Kanton will sie nun abreissen. Und sie damit der Natur zurückgeben.

Der Himmerich-Weiher in Rikon ist so etwas wie ein Paradies für Spaziergänger, Hündeler und Naturliebhaberinnen – und mit seinen wieder intakten Holzskulpturen eine regelrechte Sehenswürdigkeit.

Weitaus weniger ansehnlich sind dagegen die verlassenen Fischtanks, die gleich daneben im Wald ihr Dasein fristen. Erbaut wurde die Anlage vor rund 50 Jahren von der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung.

Die Betonbecken dienten während Trockenperioden als «Daheim auf Zeit» für Tiere, die abgefischt werden mussten, bis man diese wieder in die Gewässer entlassen konnte.

Seitdem die Anlage 2011 stillgelegt wurde, hat sich wenig verändert. Ausser, dass sich die Natur diesen Teil des Walds allmählich zurückzuholen scheint. Junge Bäume und Sträucher versperren die Sicht auf die eingezäunten Becken und den Holzschopf daneben.

Naturschutzgebiet aufwerten

Das soll sich nun ändern, wie ein Baugesuch verrät, das bis letzte Woche öffentlich auflag. Die stillgelegten Tanks und der Schuppen werden komplett abgebrochen, «zugunsten von Natur und Landschaft», wie Katharina Weber, Mediensprecherin der Baudirektion, verrät.

An die Stelle der Betonbecken treten vier Laichgewässer für Amphibien. Die Teiche sollen vor allem ein Zuhause für die Gelbbauchunke bieten, die auf der Roten Liste der Amphibien in der Schweiz steht.

Aber auch andere gefährdete Arten wie die Erdkröte oder der Grasfrosch sollen sich ansiedeln und ihren Laich dort absetzen.

Die neuen Lebensräume sollen dazu beitragen, dass die Amphibienbestände im Gebiet erhalten und gefördert werden. Der Kanton erhofft sich aber auch eine Aufwertung des bestehenden Naturschutzgebiets Himmerich-Weiher, das gleich nebenan liegt.

Die Ufer der Teiche werden mit Altholz, Wurzelstöcken und Steinen versehen. Invasive Neophyten sollen verschwinden, als Ersatz ist eine Bepflanzung aus einheimischen Sträuchern geplant.

Sie sollen die Becken von der Forststrasse abtrennen, die neben der Anlage verläuft. Ausserdem wird der bisherige Auslaufkanal der Fischteiche gestaut und renaturiert, sodass er den «Charakter eines Altarms» erhält.

Man sieht einen Plan mit Weihern auf einem Satellitenbild.
So soll die neue Teichlandschaft aussehen: zwei grosse Teiche (1), ein Altarm (2), das ehemalige Einlaufbecken (3) und die neue Bepflanzung (4).

Wie viel der Kanton für das Projekt ausgibt, lässt sich gemäss Baudirektion zurzeit nicht abschätzen. «Aktuell prüfen wir, ob die Arbeiten durch Mitarbeitende des Kantons ausgeführt werden können», sagt Weber.

Den Umbau vom Fisch- zum Froschteich will der Kanton im Winterhalbjahr durchführen, «damit dann im Frühjahr 2024 Frösche und Co. einziehen können».

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns