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Zweite Tranche des «Lego-Funds» in Uster ausgestellt

Lego-Sets, wohin man nur schaut. Am Brick Basar in Uster ist sogar der Lego Jahrhundertfund zur Versteigerung dabei.

Zweite Tranche des «Lego-Funds» in Uster ausgestellt

Wer bietet mehr?

Am Brick Basar gibt es alles Mögliche: einzelne Legostücke wie auch vollständige Sets. Besonders ist vor allem die zweite Versteigerung des Lego-Jahrhundertfunds. Einiges davon gabs zum Schnäppchenpreis.

Lego-Sets in der Vitrine stehen zur Versteigerung.
Die Sets in der Vitrine werden online versteigert: Das ergibt Preise zwischen 20 und mehreren tausend Franken.

«Am liebsten hätte ich die Ritterfestung. Die fehlt mir noch», sagt der neunjährige Noah. Er ist mit seiner Mutter Jeannine Wüthrich am Brick Basar in Uster – eine Lego-Börse, wo Sets gekauft, verkauft und getauscht werden. Der Höhepunkt an diesem Tag: Ein Teil des Lego-Jahrhundertfunds, der vor ein paar Wochen in einem Ustermer Keller gefunden wurde, wird versteigert.

Eines der Stücke ist die Ritterfestung «des schwarzen Falken», mit der Noah liebäugelt. Aktuell sammelt er nämlich Legos von Rittern und dem Marvel-Universum. Um 13 Uhr liegt das Gebot für die Festung bei 752 Franken – der Startpreis war 50 Franken.

Mutter und Kind am Brick Basar.
Noah und Jeannine Wüthrich im Lego-Rausch.

Die Wüthrichs haben sich die Angebote der Auktion angesehen, doch bieten wollen sie nicht. «Vielmehr habe ich mich gefragt, wer ein solches Erbe ausschlägt», sagt Mutter Wüthrich. Ergänzungen für Ritter oder Marvel-Sammlung hätten sie auch so bereits ergattern können.

Der Markt bestimmt den Preis

«Zurzeit läuft die zweite Tranche der Auktion. Am 22. Dezember beginnen wir mit der dritten», sagt Kerstin Hartung, eine der Betreiberinnen der Auktionsplattform liqwerk.ch. Dort wird um die Lego-Raritäten geboten. Einige der Auktionspreise sind bereits im vierstelligen Bereich angelangt.

Hartung erklärt, dass man sich schon zu Beginn bewusst gewesen sei, dass es sich um eine wertvolle Sammlung handle. Dass die Sets zwar alt, aber gut erhalten sind, bestätigte auch der Experte, der die Einschätzung gemacht hatte.

Mit einem tiefen Startpreis wurden die Sets auf die Aktionsplattform gestellt. Trotzdem sollte der Markt die Preise bestimmen, hiess es. «Wir sind vom Ergebnis überrascht», gibt Hartung zu, «Bei der ersten Tranche gab es Stücke, die für viel Geld versteigert worden sind.»

Die Preise sind aber unterschiedlich. Es gibt auch Sets, die um 15 Uhr in Uster immer noch 20 Franken kosten. So oder so, die Lego-Sets sind beliebt und animieren viele Sammler und Sammlerinnen mitzubieten.

Die «Dark Ages» sind vorbei

Louis Juchli ist nicht nur Verkäufer am Brick Basar, sondern auch leidenschaftlicher Sammler. Er habe als Kind viel mit Lego gespielt, erzählt er. Doch dann kamen die «Dark Ages». So heisst unter Sammlerinnen und Sammler die «dunkle Zeit», in der Legos keine Rolle im Leben spielten. Vor ein paar Jahren habe er sich wieder intensiv damit beschäftigt und gemerkt, dass es immer noch viel Spass mache.

Die Grenze zwischen dem, was Juchli verkauft, und dem, was seine eigene Sammlung ergänzt, setzt er mit einem persönlichen Barometer fest: dem sentimentalen Wert.

«Ich behalte hauptsächlich Sets aus den 1980ern bis etwa 1995, weil ich Jahrgang 1980 habe und in dieser Zeit mit Lego gespielt habe.» Die neueren Sets verkauft er auf seiner eigenen Plattform «500 to moon».

Verkäufer mit seinen zwei erworbenen Sets.
Louis Juchli ist stolz auf seine neu erworbenen Sets: Diese haben auch sentimentalen Wert.

An der heutigen Auktion des Lego-Funds hat er zwei Sets gekauft, die in seinem persönlichen Besitz landen. «Im Vergleich zur ersten Tranche sind die Preise heute echt gut, also musste ich sofort zuschlagen», sagt Juchli. «Das Space-Set hat den gleichen Jahrgang wie ich. Damit spielte ich schon als Kind.» Es sei also keine Frage, dass dieses Set, das ihn nur 290 Franken kostete, bei ihm ausgestellt wird – verschlossen in der Originalverpackung.

Aufgebaut wird das wertvolle Set nicht – und erst recht nicht damit gespielt. Denn der Umgang mit Lego hat sich für Juchli nach den «Dark Ages» verändert. «Ich überlege mir, eine Acrylhülle zu bestellen, um es so erhalten zu können.»

Eigentlich für Kinder, aber trotzdem für alle

Doch ob es wirklich nötig ist, die Sets so sorgfältig aufzubewahren, ist laut Juchli jedem Sammler selbst überlassen. Man sei sich in der Lego-Szene auch nicht so einig darüber, sagt er.

Andere Verkäufer haben ihre «Dark Ages» dank eigenem Nachwuchs überwunden. «Man hat lange nichts mehr von Lego wissen wollen. Aber kaum spielt man damit, ist man wieder mittendrin», erklärt ein anderer Verkäufer, der seine Sets aufbaut.

Auch er ist leidenschaftlicher Sammler. «Der Vorteil als Erwachsener ist, dass man die finanziellen Mitteln hat, dem nachzugehen. Als Kind musste man immer auf Weihnachten oder den Geburtstag warten.» Gleichzeitig habe man viel weniger Zeit, sich dem zu widmen. Da seien die Kleinen im Vorteil.

Am Publikum des Basars sieht man, dass Lego verbindet: Es sind Jung und Alt anwesend. Solche, die spielen, solche, die sammeln. Und auch solche, die nur aus Neugierde anwesend sind.

Albert Weiss hat nichts mit Lego am Hut. Trotzdem wollte er an seinem Sonntagsspaziergang noch einen Zwischenstopp am Basar einlegen. «Es ist wirklich spannend zu sehen, wer sich hier trifft. Ich dachte, das seien nur Spielzeuge. Doch anscheinend interessiert das auch die älteren Leute.»

Der Senior hat schon im Sommer von einem Lego-Basar gehört, wäre aber nicht auf die Idee gekommen, dass es eine Szene in diesem Bereich gibt. «Es ist fantastisch, dass hier unterschiedliche Generationen zusammenfinden.»

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