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Hittnau braucht eine neue Kita – auch wenn es teuer wird

Für die 60 betreuten Kinder ist die Kita in Hittnau zu klein. Zudem weist das Gebäude Mängel auf und entspricht den Auflagen nicht mehr. Deshalb muss nun eine Lösung her.

Die alte Seki steht unter Objektschutz und darf nicht abgerissen werden. Die Kita soll in einen Neubau hinter das Gebäude.

Foto: Gemeinde Hittnau

Hittnau braucht eine neue Kita – auch wenn es teuer wird

Grossprojekt Kita – Alte Seki

Die Kita soll auf das Areal der alten Seki verlegt werden. Die hohen Kosten für einen Neubau scheinen auf wenig Ablehnung zu stossen. Ein anderer Aspekt sorgte für rege Diskussionen.

Für die 60 betreuten Kinder ist die Kita in Hittnau zu klein. In den letzten zehn Jahren ist die Anzahl erheblich gestiegen – 2013 waren es noch elf Kinder. Das Gebäude, in welchem sich die Kita befindet, liegt mitten in der Industrie, wo es im und ums Haus infrastrukturelle Mängel gibt. Diese entsprechen den Auflagen für eine einwandfreie Kindertagesstätte nicht.

Die Zustände sind für alle Beteiligten ungenügend. Trotz Befürchtungen werden Betriebsbewilligungen dennoch erteilt, weil sich eine Projektgruppe der Schulgemeinde um langfristige Lösungen bemüht. «Wir wollen nicht, dass es plötzlich wie in Wetzikon heisst, dass wir die Kita schliessen müssen», sagt die Projektleiterin Murielle Signer.

Seit 2022 arbeitet die Projektgruppe an Varianten zur Erhaltung der Kita. Evaluiert wurde ein Ausbau des Gemeindehauses oder ein Neubau hinter dem alten Sekundarschulhaus. Da die alte Seki ein Schutzobjekt ist, darf sie nicht abgebrochen werden.

Aus den ursprünglich sechs Varianten fokussiert sich die Projektgruppe auf eine, welche die alte Seki involviert. Hinter dem Schulhaus soll ein zweistöckiger Neubau errichtet werden – die Kosten des Vorhabens betragen 6,5 Millionen Franken.

Eine Verbindung zur alten Seki soll Synergien ermöglichen. So soll beispielsweise die Bibliothek neu in der alten Seki Platz finden, sowie auch Räume, die für Elternabende und Vereine zur Verfügung gestellt werden.

An einer Info-Veranstaltung wurden die rund 40 Anwesenden mit sieben Diskussionsposten zum Austausch über das Projekt animiert: Meinungen und Ideen wurden konsequent zusammengetragen, Kritiken und Zweifel besprochen.

In einer Turnhalle sitzen die Versammelten vor einer Leinwand.
Mit einem Kurzfilm zeigt sich die Kita als Betrieb und wieso es wichtig ist, sie in Hittnau zu erhalten.

Verständnis für die Finanzierung

Fragen warf die Finanzierung des Millionenprojekts auf. Die Anwesenden hakten nach, was die hohen Kosten für die Gemeinde bedeuten würden. Denn auch die Folgekosten des Neubaus hinter der alten Seki werden auf 500’000 Franken pro Jahr geschätzt.

Die Projektgruppe hat zudem bereits ausgerechnet, wie sich das auf den Steuerfuss auswirken würde. Und auch, was das konkret für die Steuerzahlenden heisst. Bei einer Erhöhung des Steuerfusses um 3 Prozent könnten die Folgekosten von der Gemeinde getragen werden.

Die Steuererhöhung könne sich auch auf andere Investitionen positiv auswirken, heisst es von der Projektgruppe. Zudem seien die individuellen Mehrkosten gering. Für Verheiratete mit einem jährlichen Haushaltseinkommen von 60’000 Franken würde pro Jahr ein Zusatzbetrag von 60 Franken anfallen. Die Beträge wurden von vielen Anwesenden verständnisvoll empfangen.

Parkplätze führen zu emotionalen Diskussionen

Hitzig wurde aber die Diskussion über die Parkplätze. Für den Kita-Neubau ist eine Tiefgarage mit 26 Parkplätzen eingeplant. Eine Erweiterung mit nochmals 26 Parkplätzen sei in einer nächsten Etappe möglich.

Der Bau der Tiefgarage würde die geschätzten Baukosten von 6,5 Millionen auf 7,7 Millionen Franken erhöhen. Was auf wenig Begeisterung stiess. Die Kita brauche dies nicht, hiess es von Anwesenden.

Ein Grundrissplan für den Neubau der Kita in Hittnau.
Der Grundrissplan für den Neubau hinter der alten Seki, inklusive Tiefgaragen.

Gleichzeitig wurde aber die allgemeine Parksituation in Hittnau bemängelt. Scheinbar brauche es viel mehr Parkplätze beim Steiner-Beck, wo auch die Migros steht, nahe beim Schulhaus Hermetsbüel, heisst es im Austausch der Anwesenden. Denn dort zentriere sich die Hauptnutzung für parkierende Bewohnerinnen und Bewohner.

Für grössere Veranstaltungen an der Schule verwende man nämlich jene vor dem Steiner-Beck, was für Nicht-Kunden verboten ist. Die geplante Tiefgarage sei aber zu weit von dieser Hauptnutzung entfernt, deshalb sollen beim Schulareal Parkmöglichkeiten geprüft werden.

Hittnauer Frauen wollen arbeiten

Welche Bedeutung eine Kita für die Attraktivität einer Gemeinde hat, zeigte eine kurze Umfrage unter den Anwesenden. Signer fragte in die Runde, ob sich die jungen Familien nach Kita-Plätzen in Hittnau erkundigt hätten, bevor sie in die Gemeinde zogen. Die Antwort überraschte sie, das Resultat war einstimmig: Es hätten sich alle danach erkundigt.

Die Eltern waren sich in dieser Hinsicht einig, eine Kindertagestätte werte die Gemeinde auf. Der Vorteil: Es können beide Elternteile arbeiten. Und Frauen wollen oder müssen arbeiten. Das wurde im Verlauf des Vormittags oft von anwesenden Mamis und Papis wiederholt.

Für berufstätige Eltern sei es darum kaum verhandelbar, keine Kita in der Nähe zu haben. Ausserdem sei auch der regionale Aspekt wichtig: Die Kinder würden sich mit ihren «Gspänli» aus der Nachbarschaft anfreunden und so in einem stabilen sozialen Umfeld aufwachsen, sagte eine Mutter.

Abstimmung über Planungskredit

Eine Fremdbetreuung in Anspruch zu nehmen, kann vielerlei Gründe haben. Und dass die Kita Hittnau so schnell gewachsen ist, zeigt, dass strukturelle Kinderbetreuung geschätzt wird. An der Veranstaltung wurde klar, dass das Bedürfnis hoch ist.

Der nächste Schritt im aktuellen Kita-Projekt in Hittnau ist, den Planungskredit von den Behörden genehmigen zu lassen. Das soll im Sommer 2024 geschehen. Dann kann 2025 an der Gemeindeversammlung über den Projektierungskredit abgestimmt werden.

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