Wie Sie Ihren Garten optimal auf den Winterschlaf vorbereiten
Praxistipps vom Gärtner
Haben Sie Ihren Garten schon winterfit gemacht? Weil der grosse Frost bisher ausblieb, wäre jetzt die ideale Gelegenheit. Ihre Pflanzen und Beete werden es Ihnen im nächsten Frühjahr danken.
In vielen Gärten herrscht derzeit emsiges Treiben: Da wirbeln bunte Laubblätter in der Luft herum, die der Gärtner mit dem Laubbläser zu bändigen versucht. Dort wird gegraben, gejätet und gedüngt.
Wer sich im Frühjahr an einem prächtigen Garten erfreuen möchte, sollte ihm vor dem Winter noch etwas Aufmerksamkeit schenken. Denn: «In der vegetationsschwachen Zeit halten die Pflanzen Ruhepause», erklärt Hannes Waffenschmidt, «jetzt ist also der ideale Zeitpunkt, den Garten auf seinen wohlverdienten Schönheitsschlaf vorzubereiten.»
Als Geschäftsführer des Gartencenters Waffenschmidt in Russikon kennt sich der Gärtner mit den jahreszeitbedingten Arbeiten in der Natur aus. Zwar würden sich die vier Jahreszeiten wiederholen. Allerdings mache die Witterung einen grossen Unterschied. «Viele dachten in diesem Herbst bisher noch nicht ans Einwintern. Was bei den milden Temperaturen auch noch keinen Sinn gemacht hätte.»
Wer also die Herbstarbeiten bisher noch nicht erledigt hat, braucht kein schlechtes Gewissen zu haben. Mit Ausnahme der Rasenpflege: «Der ideale Zeitpunkt für das Vertikutieren und Düngen des Rasens war bereits im Oktober», weiss der Fachmann.
Zwiebeln setzen
Waffenschmidt verrät seinen Geheimtipp: «Wer jetzt Blumenzwiebeln setzt, zaubert damit im Frühjahr eine wahre Blütenpracht in sein Beet.» Und das auch noch günstig. «Das Preis-Leistungs-Verhältnis von Blumenzwiebeln ist unschlagbar», schwärmt er, «es gibt Zwiebeln, die im Fünferpack gleich viel kosten wie eine einzelne eingetopfte Pflanze.»

Durch eine geschickte Auswahl an frühen und späten, hohen und niedrigen Pflanzensorten lasse sich das Blumenmeer von März bis Mai geniessen. Einige Produzenten würden farblich aufeinander abgestimmte Mischungen an Zwiebeln anbieten.
Wer sich nicht selbst mit den entsprechenden Blütezeiten auseinandersetzen mag, lässt sich am besten im Fachgeschäft beraten.
Gehölze und Stauden schneiden
Zum Herbstschnitt bei Stauden und Gehölzen gehören gemäss Hannes Waffenschmidt das Abschneiden der Blütentriebe sowie das Kürzen der Äste.
«Bei heiklen Gehölzen darf man allerdings nicht zu stark zurückschneiden, weil man den Pflanzen sonst ihren natürlichen Winterschutz nehmen würde und die Pflanzen folglich erfrieren könnten.» Dazu gehörten unter anderem Rosen, Lavendel oder Himbeeren.

Wichtig sei auch, brüchige Geäste einzukürzen, damit diese nicht unter der Schneelast brechen würden. «Sträucher und Nadelgehölze werden idealerweise zusammengebunden, um sie zu schützen. Mit bunten Jutebändern und LED-Lichterketten wird daraus ein dekorativer Blickfang», lautet der Tipp des Fachmanns.
Frostempfindliche Pflanzen könnten auch mit Winterschutzvlies eingepackt werden. «Im Handel sind inzwischen bunte Schutzhauben mit aufgedruckten Gesichtern erhältlich», freut sich der Familienvater, «das gibt dem Garten in der oft grauen Jahreszeit einen Farbtupfer.»
Arbeiten im Gemüsebeet
Wer auch im Winter knackiges Gemüse direkt aus dem Garten geniessen möchte, für den bieten sich verschiedene Wintersalate und -gemüse an, wie zum Beispiel Nüsslisalat, Lauch oder verschiedene Kohlarten. Wer jetzt Steckzwiebeln pflanzt, kann diese im nächsten Mai ernten.
Nach den vor Kurzem als «Superfood» gehypten Sorten wie Federkohl oder Flower Sprout liege derzeit der Palmkohl im Trend: «Ich habe diese robuste und langlebige Pflanze zum ersten Mal in unserem Familiengarten eingepflanzt und bin selbst gespannt darauf, wie sie schmeckt», so Waffenschmidt.
Viele erfahrene Gärtner würden ihren Gemüsebeeten im Winter eine Pause gönnen und diese teilweise brachliegen lassen. «Mit dem groben Umgraben im Herbst erspart man sich eine Menge Arbeit, denn der kommende Frost sprengt die Krume auf, sodass im Frühjahr ein lockerer Boden entsteht.»
Topfpflanzen schützen
Topfpflanzen, egal, ob im Garten oder auf dem Balkon, benötigen besondere Aufmerksamkeit, um den Winter unbeschadet zu überstehen: «Einer Pflanze geht es immer am besten, wenn sie im Boden verwurzelt ist. Eine Topfpflanze ist anfälliger für Frost, weil das ihr zur Verfügung stehende Volumen an Nährstoffen aus der Erde begrenzt ist.»
Am besten also Topfpflanzen an einen geschützten Ort stellen und einpacken oder sogar im Keller oder in der Garage überwintern.
Aber Vorsicht: Pflanzen brauchen auch im Winter Wasser. Wo der Regen nicht hinkommt, sind sie also auf unsere Hilfe angewiesen. «Am besten verfolgen Sie den Wetterbericht und wässern die Pflanzen, die vom Regen nicht erreicht werden, vor der nächsten Kaltfront.»
Die letzten Aufräumarbeiten
«Viele Bäume tragen derzeit noch Laub. Sobald sie leer stehen, sollte die Blätterpracht vom Rasen entfernt und kompostiert werden», rät Waffenschmidt. Würde sie über den Winter liegen bleiben, verrotte der Rasen darunter.
«Kleine Laubanhäufungen in einer Ecke des Gartens werden von Igeln, Eidechsen und anderen Kleintieren gerne als Überwinterungsplätzchen angenommen.»
Ausserdem sei der Herbst die ideale Zeit zum An- und Umpflanzen, da die Pflanzen bis zum nächsten Frühjahr Zeit hätten, sich an ihren neuen Standort zu gewöhnen.
«Der Profi-Gärtner putzt seinen Garten nochmals richtig durch – jetzt heisst es also Unkraut jäten und verwelkte Blätter abschneiden.»

Wird es dann richtig kalt, sollten bepflanzte Beete mit Tannenreisig abgedeckt werden. «Die Äste bieten nicht nur einen Frostschutz, sondern verschönern auch brachliegende Flächen optisch.»
Traditioneller Familienbetrieb
Seit 1899 wird das Gartencenter Waffenschmidt in Russikon als Familienunternehmen geführt. Vater Helmut Waffenschmidt ist als Senior- und Märliland-Chef noch immer regelmässig im Gartencenter anzutreffen, ebenso wie seine Gattin Margrit als Senior-Chefin und Floristin. Die beiden Söhne Hannes und Jonas teilen sich die operative Geschäftsführung auf: Hannes als Geschäftsführer Center, Floristik und Produktion, Jonas als Geschäftsführer Gartenbau, Friedhöfe.

