Das Oberland in St. Gallen erleben
«Familie Zürchers Garten» an der Olma 2023
Die grösste Publikumsmesse der Schweiz lockt jedes Jahr Tausende Besucher nach St. Gallen. In der Sonderausstellung des Gastkantons Zürich trifft man dieses Jahr auch Gesichter aus dem Oberland.
Wer an einem Ort sowohl St. Galler Bratwurst als auch Fensterputzmittel kaufen kann, der weiss: Es ist wieder Olma!
Vom 12. bis 22. Oktober strömen Tausende Besucher in die Stadt, um sich auf dem Messegelände von Neuem begeistern und von Bekanntem erfreuen zu lassen.
Hunderte Aussteller präsentieren ihre Haushaltshelfer, Arbeitsinnovationen und kulinarischen Highlights, während die Besucher ausgelassen zwischen den Ständen hin- und herschlendern, Tiere streicheln, Raclette essen und bei Wein und Bier das Zusammensein geniessen.
Wie jedes Jahr lockt die Messe neben ortsansässigen auch Besucher aus der ganzen Schweiz und dem Ausland. Doch wer ein paar Minuten über das Gelände flaniert, bemerkt schnell: Es hat auffallend viele Zürcher. Das mag an der geografischen Nähe zu St. Gallen liegen – oder aber daran, dass Zürich der diesjährige Gastkanton ist.
Im Rahmen der Sonderausstellung «Familie Zürchers Garten» stellen Zürcher Unternehmen ihre Arbeit und Produkte vor, welche Einblicke in den vielseitigen Lebens- und Wirtschaftsraum des Gastkantons und seiner Bevölkerung bieten.
Auch das Oberland ist an der Sonderausstellung vertreten. Nur einer der Gründe, dieses Jahr erst recht die Messe unseres Nachbarkantons zu besuchen.
Freudwiler Gaumenfreuden lassen Gäste den Gastkanton schmecken
Zwischen Fauna und Flora, welche die Sonderausstellung des Zürcher Gastkantons schmücken, findet man den Stand des Unternehmens «Ranch Fair Beef». Sie stellen hier ihre Produkte aus, die man sonst direkt ab Hof in Freudwil bei Uster beziehen kann. Darunter findet man kaltgepresstes Rapsöl, Zwetschgen- oder Mirabellen-Balsamessig, Joghurt oder süss-sauer eingelegte Gurken.
«Wir freuen uns, die Zürcher Landwirtschaft an der Olma mit vertreten zu dürfen», erzählt Martina Ott. Sie ist auf dem Freudwiler Hof für die Aufzucht, Haltung und die fürsorgliche Betreuung der Tiere zuständig. Normalerweise ist das Hauptprodukt des Hofs ihr Fleisch – weil sie aber immer frische und hochwertige Produkte anbieten wollen, haben sie an der Olma auf dieses verzichtet.
Die Qualität der Produkte sowie die artgerechte Haltung der Tiere sei ihnen sehr wichtig. «Wir betreiben eine regenerative Landwirtschaft – die Wiese gibt uns vor, wie viele Tiere wir halten, und nicht umgekehrt», sagt sie.
Sie freuen sich, an der Olma nicht nur ihre Produkte vorstellen zu können und Kontakte zu knüpfen, sondern auch das Oberland vertreten zu können. «Wir können zeigen, dass der Kanton Zürich aus mehr besteht als nur der Stadt.»
Lindauer Forschungs- und Ausbildungshof zeigt Zürcher Landwirtschaft
Dass Zürich aus mehr als nur der Stadt besteht, merkt man spätestens, wenn man am Stand von AgroVet-Strickhof vorbeikommt. Hier kann man malen, melken und mit der VR-Brille sogar einen Kuhstall und den Verdauungstrakt einer Kuh erleben.
«Es ist uns wichtig, unser Thema für alle Besucherinnen und Besucher attraktiv zu gestalten», sagt Dr. Melissa Terranova, operative Leitung und Koordination der Forschungs- und Ausbildungsaktivitäten bei AgroVet-Strickhof.
Das Thema, von dem sie spricht, ist die Arbeit, die im Rahmen der Kooperation von Strickhof, Universität Zürich und ETH Zürich stattfindet: Forschung, Ausbildung und Landwirtschaft gehen hier Hand in Hand. Ziel der Zusammenarbeit ist, das Tierwohl und Nachhaltigkeit in der Nutztierhaltung zu fördern – im Kanton Zürich und darüber hinaus.
Der Standort Lindau im Oberland bietet zusammen mit den anderen Standorten des AgroVet-Strickhof die Möglichkeit, die Diversität verschiedener Regionen abzudecken.
«So lernen die Studierenden, was für Unterschiede das in der Tierhaltung und -fütterung macht», erklärt Terranova. «Dank der Forschung und gut ausgebildeter Fachpersonen versuchen wir, die Nutztierhaltung immer weiter zu verbessern, in puncto Klima, Nachhaltigkeit und Tierwohl.»
Ustermer Bier in St. Gallen geniessen
Sie sind keine Aussteller, aber dennoch an der Olma vertreten: Die Brauerei Uster liefert mit dem Züri-Hell einen Zürcher Klassiker an die Messe und bietet damit eine Alternative zum St.Galler Urgestein Schützengarten.
Mehrere hundert Liter Bier werden hier in den passenden Gläsern getrunken. Die entsprechende Bierauswahl, die den Gastkanton vertreten soll, wurde gemeinsam mit verschiedenen Brauereien aus Zürich getroffen.
«Das Züri-Hell wurde einstimmig für den Zapfhahn bestimmt, da es das Zürcher Bier am besten repräsentiert», erzählt Daniela Brauchli, diplomierte Biersommelière und Leitung Verkauf und Marketing der Brauerei Uster.
Das Züri-Hell ist ein Spezialbier aus Gerstenmalz, Hopfen und Wasser. «Die Brauerei Uster setzt auf naturbelassene Bierspezialitäten aus regionalen Rohstoffen», erklärt Brauchli.
Mit einem eigenen Stand ist die Brauerei zwar nicht an der Olma, dafür hinterlässt sie aber mit dem Züri-Hell hoffentlich einen bleibenden Eindruck. «Wir sind immer froh und dankbar für die Visibilität der regionalen Bierkultur.»
Neben der Sonderausstellung «Familie Zürchers Garten» hat die Olma natürlich jede Menge Attraktionen zu bieten. Hunderte Unternehmen stellen ihre Produkte und Dienstleistungen vor: so zum Beispiel ergonomische Sohlen, moderne Fensterputzsysteme, Lufterfrischer, Schmuck und Handyhüllen, Deodorant-Alternativen oder Aufbewahrungsbehälter.
In der Kulinarik-Halle wird geschmaust – und vor allem getrunken. Für den Jöö-Faktor gibt es in der Tier-Halle Kälber und Säuli zu bestaunen. An den Lebensmittelständen kann man probieren und erwerben, bis man umfällt. Und wer danach noch nicht genug hat, kann sich in der «Arena» das jährliche Highlight der Messe anschauen – das Säulirennen.
Die Olma ist wie jedes Jahr ein Erlebnis für Gross und Klein, für Auge und Ohr – und natürlich auch für den Gaumen. Eine Olma-Bratwurst darf beim Besuch natürlich nicht fehlen – und macht man es wie die Aargauer Benni und Marcello, nimmt man den Senf von zu Hause mit. Den gibt es nämlich nach St. Galler Tradition nicht dazu.