Hinwiler spinnen Ideen für ihren neuen Wunschplatz
Café des Visions
Wenn die Dorfbevölkerung auf den Knien umherrutscht und den Boden bemalt, ist das einerseits Kunst. Aber vor allem Demokratie in ihrer reinsten Form.
Fasziniert sehen die anderen Kinder Mia zu, wie sie den Pinsel in die weisse Farbe taucht. Sie überlegt kurz, dann setzt sie an. Auf dem Asphaltboden entsteht ein kunstvoll verziertes Wort. «Ich möchte auch etwas schreiben», fordert das Mädchen neben ihr. Kurze Zeit später wimmelt es von kreativen Menschen, die es Mia gleichtun. Es entsteht ein Sammelsurium aus Ideen.
Wir befinden uns auf dem Hinwiler Gemeindeplatz. Im Alltag eine Einöde aus asphaltierten Parkplätzen, herrscht heute betriebsames Dorfleben. Ausnahmsweise wird der Platz zur Austragung des Fiirabigmärt genutzt.
Im Zentrum des Markts ist das Café des Visions aufgebaut: «Ein mobiler Dorfplatz, der mit Velo und Anhänger durch den öffentlichen Raum zieht und seinen jeweiligen Standort nach sozialen und kulturellen Potenzialen befragt», beschreibt die Künstlerin Anna Reinhold ihr Projekt. Seit 2012 ist sie mit ihrer Installation in der ganzen Schweiz unterwegs.

