Anwohnern reisst der Geduldsfaden
Protestaktion in Maur
Seit Monaten leiden Teile der Gemeinde Maur unter Schleichverkehr. Jetzt wird der Protest sichtbar – auch für die Autofahrer.
Die Anwohnerinnen und Anwohner der Eggstrasse in Maur sind mit ihrer Geduld am Ende. Die schmale Strasse führt von Hinteregg kommend ins Dorfzentrum von Maur und mündet dort in die Rellikonstrasse, die parallel zum Greifensee verläuft.
Eigentlich eine ruhige Ecke in der eh schon beschaulichen Gemeinde. Eigentlich. Denn seit einem halben Jahr zwängt sich ein Strom von Durchgangsverkehr genau durch diese Eggstrasse.
«Es ist unerträglich geworden», sagt Nadine Michel. Die Yoga-Lehrerin wohnt und arbeitet hier. Besonders schlimm sei es am Morgen und am Abend. «Aber mittlerweile fliesst der Verkehr den ganzen Tag durch das Wohnquartier.»
Grund für das grosse Verkehrsaufkommen ist die Sanierung der Aeschstrasse durch das kantonale Tiefbauamt. Der Verkehr durch die Aeschstrasse wird während der Arbeiten einspurig geführt. Das Tiefbauamt hat eine Beschilderung installiert, um das Gebiet grossräumig via Rellikonstrasse zu umfahren.
«Die Situation ist untragbar geworden»
Nur halten sich längst nicht alle Automobilistinnen und Automobilisten an die Beschilderung, sondern folgen ihren Navigationssystemen, die eine kürzere Strecke von der Forchautobahn in Richtung See vorschlagen – mitten durch Maur.
Jetzt soll eine Petition die Gemeinde zum Handeln bringen. «Zumindest während der Bauphase an der Aeschstrasse wünschen wir uns ein Zubringerregime», sagt Nadine Michel. 180 Personen haben die Petition unterschrieben.
«Wir wissen, dass wir an einer Strasse wohnen und dass hier auch Autos fahren», sagt Anwohnerin Michel. «Aber die Situation ist untragbar geworden.»



«Wir können nicht einfach weitere Strassen sperren»
Es sei dem Gemeinderat bewusst, dass der Schleichverkehr durch Maur eine Belastung für die Quartiere und deren Bewohner ist, sagt der Maurmer Gemeindeschreiber Christoph Bless, und man nehme deren Sorgen ernst: «Wir prüfen, was möglich ist, aber die Gemeinde kann nicht einfach weitere Strassen sperren. Das würde eine Kettenreaktion nach sich ziehen.»
Immerhin stellt er «allfällige Massnahmen» in Aussicht: Darüber werde die Gemeinde entscheiden, sobald ein in Auftrag gegebenes Gutachten zur ganzheitlichen Verkehrsbetrachtung abgeschlossen ist.
Neben der Petition verschaffen Nadine Michel und ihre Mitstreiter ihrem Ärger mit selbst gefertigten Plakaten Luft, die an der Kreuzung Eggstrasse/Kirchrain hängen. «Nimm die Umfahrung» – «Es ist zu viel. Es ist zu laut!» – «Genug ist genug!!!» prangt in roter Farbe auf weissen Leintüchern.
Ein Akt der zunehmenden Verzweiflung. Denn ab Montag dürfte sich die Situation an der Eggstrasse weiter verschärfen: Dann nämlich wird die Aeschstrasse für drei Wochen komplett gesperrt.
