Das ist der grösste Brocken seit vielen Jahren
Pfäffiker stimmen über neues Schulhaus ab
Knapp 18,6 Millionen Franken: So viel soll die Realisierung des Oberstufenschulzentrums Pfaffberg kosten. Die Pfäffiker haben zum Vorhaben einige Fragen gehabt.
«Das ist seit Langem der grösste Betrag, über den wir zu entscheiden haben – und das wird auch eine Weile so bleiben.» Pfäffikons Finanzvorstand Stefan Gubler (FDP) stellte am Montag an einer Informationsveranstaltung gleich zu Beginn klar, in welchen Dimensionen sich der Schulhausneubau im Pfaffberg bewegt, über den am 19. November an der Urne abgestimmt wird.
Zangengeburt für den Dorfsaal
Den letzten grossen Brocken galt es vor rund zehn Jahren zu verdauen. Bei der Abstimmung über den neuen Dorfsaal hiessen die Pfäffiker Kredite von rund 10 Millionen Franken gut. Damals war dem Umbau des Chesselhuus grosse Opposition erwachsen, und das Projekt wurde in eine Ehrenrunde zur Überarbeitung geschickt. 2015 dann konnte der Saal eröffnet werden.
Obwohl das Vorhaben eines Oberstufenschulzentrums Pfaffberg mit Investitionen von fast 18,6 Millionen Franken nochmals eine Schuhnummer grösser ist, dürfte es nicht auf grosse Opposition stossen. Mindestens war davon an der Orientierung im einst umstrittenen Chesselhuus wenig zu spüren.
Aus den Reihen der knapp 40 Interessierten – darunter viele Behördenmitglieder – gab es nur einige Fragen, etwa zur Grösse der zehn geplanten Klassenzimmer oder zu einer allfälligen Turnhallenerweiterung.
Grössere Klassenzimmer, keine Gruppenräume
Der Vermutung, dass die je rund 90 Quadratmeter grossen Klassenzimmer eine Luxusausführung seien, trat Schulpräsident Hanspeter Hugentobler (EVP) klar entgegen. Zwar seien die geplanten Pfaffberg-Zimmer grösser als die vom Kanton verlangten 72 Quadratmeter. Dafür werde auf den Gruppenraum, der bei einer solchen Dimensionierung ebenfalls gefordert werde und 18 Quadratmeter gross sein müsse, verzichtet. «Somit sind wir flächenmässig genau gleich, haben aber eine grössere Flexibilität», stellte Hugentobler klar.


Auch der anwesende Pfaffberg-Schulleiter unterstrich, dass diese Zimmergrösse die Klassenplanung erleichtere. Sie erlaube zudem, die Schüler besser im Blick – sprich unter Kontrolle – zu haben, da alle in einem Raum seien.
Eine Aula, aber keine neue Turnhalle
Der Hoffnung, dass das künftige Oberstufenschulzentrum Pfaffberg bald auch über eine grosse Doppelturnhalle verfügen wird, musste Gubler einen Dämpfer geben: «Die Vergrösserung wird aus finanziellen Gründen wohl erst gegen 2030 möglich sein.» Bis dahin müssen sich die Oberstüfeler mit der bestehenden Kleinturnhalle begnügen respektive in der Anlage Mettlen turnen.
Was es aber schon mit dem jetzigen Projekt geben soll, ist eine Aula. Auch zwei Naturkundezimmer sind im Neubau vorgesehen, wovon eines aus dem bestehenden Schulhaus gezügelt wird. An dessen Stelle kommt eine zusätzliche Schulküche zu liegen.
Mit der Realisierung des Oberstufenschulzentrums Pfaffberg würden dort definitiv alle älteren Schüler, auch jene bereits aus der Mettlen zugezogenen, an einem Ort unterrichtet. Das Schulhaus Mettlen wird ganz von der Primarschule in Beschlag genommen. Denn auch diese leidet unter Platznot.
Erweiterung der Erweiterung möglich
«Wir haben am richtigen Projekt gearbeitet, das Ding ist ausgegoren», meinte Architekt Peter Moor an der Präsentation. Richtig ist es für ihn, da bereits an den übernächsten Schritt gedacht wird. Das Platzproblem wird in den kommenden Jahren trotz Neubau anhalten. Bis 2036 wird mit 364 Oberstufenschülern gerechnet, ein Drittel mehr als noch 2021.
In Klassen umgerechnet dürften es dann 22 sein, heute sind es 16 Oberstufenklassen. In zehn Jahren wird daher voraussichtlich eine zweite Erweiterungsetappe nötig. Für jenen Zeitpunkt hätte Moor einen Anbau mit acht weiteren Klassenzimmern bereit. Zudem müsste spätestens dann auch die Turnhalle erweitert werden.
Das bereits im Pfaffberg platzierte Containerprovisorium für die Oberstufenklassen aus dem ehemaligen Sekundarschulhaus Mettlen dürfte länger genutzt werden. Je nach Entwicklung der Schülerzahlen werden die Container zumindest teilweise bis zur Realisierung einer allfälligen zweiten Erweiterungsetappe weiterbetrieben. Zudem werden sie als Spezialzimmer und für den Instrumentalunterricht benötigt.
«Wir kriegen jetzt für unser Geld relativ viel Schulraum», unterstrich Gubler. Stimmen die Pfäffiker am 19. November dem Kredit für den Erweiterungsbau zu, soll Mitte nächstes Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden. Bereits im August 2026 soll das Gebäude, zu guten Teilen ein Holzbau, bezogen werden.
