Ein Naturschutzgebiet, das ins Weltall ragt
Referat in Pfäffikon
Die Vereinigung Pro Pfäffikersee will sichtbarer werden. Teil des vielschichtigen Konzeptes ist die neue Veranstaltungsreihe Seeforum, die am 21. September startet.
Sie bringt regelmässig alle wichtigen Player rund um den Pfäffikersee an einen Tisch und wird dennoch oft übersehen: Die Vereinigung Pro Pfäffikersee (VPP). Vor 60 Jahren wurde sie zur Förderung von Naturschutz und Erholungsnutzung gegründet. «Das Ziel ist, das Verständnis für diese einmalige Naturlandschaft zu vertiefen, Grundlagen, Zusammenhänge und Problemfelder aufzuzeigen und zu einer achtsamen Nutzung anzuregen», sagt VPP-Präsident Hans-Michael Schmitt.
Bestehend aus den Akteuren rund um den See wie Naturschutzorganisationen, Vereinen für Freizeitaktivitäten, Bewirtschaftungsorganisationen aber auch politischen Akteuren wie dem Kanton und den Gemeinden werden in der Vereinigung aktuelle Themen besprochen. «Aber wir sind in Sachen Absprache und Zusammenarbeit noch nicht dort, wo wir sein wollen», sagt Schmitt.
Vorstand bestehend aus 25 Personen
Er präsidiert die VPP seit letztem Jahr und will sowohl den Netzwerkcharakter als auch den Bekanntheitsgrad der Organisation stärken. Denn man will vermehrt in die Planungs- und Entscheidungsprozesse durch Mitsprache und Koordination eingebunden werden. «Wir vereinen schliesslich schon alle Interessensvertreter», sagt Schmitt.
Sowohl die Kommunikation gegen innen – die Vereinigung zählt über 250 Einzelmitglieder, über 15 Vereine und Organisationen und der Vorstand besteht aus rund 25 Personen – als auch gegen aussen soll verbessert werden. Noch ist das Konzept in der Ausarbeitungsphase und wird erst im Herbst dem gesamten Vorstand der VPP zur Absegnung vorgelegt.
Premiere mit ungewohnten Zusammenhängen
Eine Massnahme des Konzeptes ist allerdings schon etwas frühreif und wird bereits am 21. September umgesetzt: der erste Anlass der geplanten Veranstaltungsreihe Seeforum. Zu Gast ist ein Referent, der auf den ersten Blick nicht unbedingt in das Themenfeld Naturschutz passt. Der Basler Physiker, Astronom und Naturphilosoph Roland Buser wird eine Verbindung zwischen den Sternenwelten des Universums und der Naturlandschaft am Pfäffikersee herstellen.
Wenn man auf dem Pfäffikersee in einem Boot sitzt und zum Himmel hinaufschaut, wie weit kann man dann sehen? Welche Rolle hat der Mensch in diesem gewaltigen Gebilde? Welche Verantwortung kann und soll er für eine Natur übernehmen, die vielleicht nur einen kurzen Moment in der Geschichte des Universums darstellt?
Dies sind nur einige der typischen Fragen, auf die Roland Buser in seinen Vorträgen jeweils eingeht. Als Naturphilosoph verbindet er naturwissenschaftliche Fakten und denkt über die bestehenden Ansätze hinaus.
Es sei ein bewusster Perspektivenwechsel, den die Besucherinnen und Besucher an diesem Abend erwartet. «Naturschutz, Mobilitätsansprüche und Freizeitnutzung konkurrieren immer stärker – in unserer Rolle als Vermittler zwischen den unterschiedlichen Positionen versuchen wir, Zusammenhänge aufzuzeigen und der zunehmenden Polarisierung entgegenzuwirken», führt Hans-Michael Schmitt aus. «Dazu gehört es auch, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die nicht alltäglich sind und über das individuelle Bedürfnis hinausgehen.»
In Zukunft sollen im Rahmen des Seeforums regelmässig Vorträge, Veranstaltungen und Exkursionen organisiert werden, die unterschiedliche Themenbereiche am Pfäffikersee aufgreifen – und damit auch die Sichtbarkeit der VPP stärken.
Der Vortrag von Roland Buser findet unter dem Titel «Die Seelandschaft in neuen Dimensionen» am 21. September im Restaurant Palmeria in Pfäffikon statt. Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr und ist kostenlos. Weitere Informationen auf der Website der VPP www.propfaeffikersee.ch.
