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Von der Viehschau zu mehr Handwerksbetrieben in Egg

Eine Wiese in Egg soll neues Leben erhalten: Mehr Arbeitsplätze, ein Park und Wohnungen.

Die Egger Viehschau fand 2015 zum ersten Mal am neuen Standort im Industriegebiet Längi-Hanselmaa statt. (Archiv)

Foto: James D. Walder

Von der Viehschau zu mehr Handwerksbetrieben in Egg

Bauen auf der Längi-Hanselmaa-Wiese

Viele Betriebe in Egg brauchen mehr Platz. Die Gemeinde stimmt am kommenden Montag darüber ab, ob neue Arbeitsplätze auf der Längi-Hanselmaa-Wiese geschaffen werden können.

Bis anhin fanden auf der Längi-Hanselmaa-Wiese noch Viehschauen statt. Auch im Herbst soll hier wieder ein «Farmers Day» durchgeführt werden. Ob dies weiterhin möglich ist, muss die Gemeinde mit den Organisatoren noch entscheiden.

Denn die Wiese soll in den nächsten Jahren eine Aufwertung erhalten: Am kommenden Montag wird der Egger Gemeinderat über die neue Zonenzuweisung auf dem Gebiet Längi-Hanselmaa abstimmen.

Das Verhältnis stimmt nicht mehr

Der Grund: Die Nachfrage für Arbeitsplätze und Gewerbeflächen ist gross. Egg ist als Wohngemeinde zwischen 1986 und 2021 stark gewachsen. Die Einwohnerzahl ist um ein knappes Drittel angestiegen: von 6036 auf 8827 Menschen, die in Egg leben.

Die Anzahl der Arbeitsplätze hingegen ist konstant geblieben und hat sich nicht erhöht. Aktuell gibt es in der Gemeinde rund 2500 Beschäftigte, die sich auf 590 Arbeitsstätten verteilen.

Das Angebot an Bauland für Gewerbebauten in Egg sei im Verhältnis zu klein, steht im Bericht zur Nutzungsplanung.

Wir wissen von Firmen, deren Mietverträge bald auslaufen oder die expandieren und am alten Ort keinen Platz finden.

Robert Rupp

stellvertretender Gemeindeschreiber und Bausekretär

Die Gemeinde Egg will damit vor allem mehr lokale Arbeitsplätze schaffen. Die bisher nicht überbauten Baubereiche C, D und E1 (siehe Grafik) waren vor allem fürs Wohnen vorgesehen. Diese sollen neu nun als Gewerbeland mit Wohnanteil genutzt werden können.

Luftaufnahme des Gebiets Längi-Hanselmaa in Egg.
Die markierten Gebiete sollen neu als Gewerbegebiet mit Wohnanteil genutzt werden.

Der Grund: Die Gemeinde Egg will ein stabiles Verhältnis zwischen der Anzahl Einwohner und den Beschäftigten in der Gemeinde anstreben und eine verträgliche Mischung aus Wohnen und Arbeiten zur Verfügung stellen. Somit könne die Arbeitsplatzkapazität um rund 150 bis 200 Beschäftigte erhöht werden.

Viele ansässige Gewerbebetriebe seien interessiert, sagt Robert Rupp, stellvertretender Gemeindeschreiber und Bausekretär. «Wir wissen von Firmen, deren Mietverträge bald auslaufen oder die expandieren und am alten Ort keinen Platz finden.» Die meisten dieser Betriebe kämen aus Egg oder aus den umliegenden Gemeinden am Zürichsee.

Egg möchte diese Gewerbetreibenden in der Gemeinde behalten. Auf der Liste mit den Interessenten stehen schon mehr als 20 Firmen. Rupp kann noch keine konkreten Namen nennen. Es seien aber vorwiegend kleine Handwerksbetriebe, erklärt er.

Bauland Längi-Hanselmaa in der Gemeinde Egg: grüne Wiese, Autobahn und Wohnsiedlung.
Dieses Bauland soll neu genutzt werden: zu 60 Prozent für Gewerbe und zu 40 Prozent für Wohnen. Auch ein Park soll entstehen.

Die Verkaufsflächen habe man bewusst auf 500 Quadratmeter beschränkt. «Somit sind diese uninteressant zum Beispiel für einen Lidl oder einen Aldi», führt Rupp aus. Grössere Einkaufsläden habe man in diesem Gebiet ausgeschlossen, da es sonst Probleme geben könne mit der Mobilität. «Wir wollen nicht noch mehr Verkehr an dieser Lage generieren.»

Wohnen und arbeiten

Geplant ist eine Mischnutzung von 60 Prozent Gewerbe und 40 Prozent Wohnen, wobei die vordere Front entlang der Forchautobahn und an der Rällikerstrasse etwas aufgezont werden soll.

«Ziel ist es, dass die Leute in Egg wohnen und auch arbeiten können», sagt Rupp. Mit der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen werde auch eines der Legislaturziele des Gemeinderats erreicht.

Der Park wird grösser als ursprünglich geplant

An der Grenze zwischen den bestehenden Wohnungen und der geplanten Mischnutzung soll im öffentlich zugänglichen Aussenraum ein attraktiver Park entstehen. «Gegenüber dem bisherigen Gestaltungsplan wurde die Fläche gestärkt und bis an die neuen Baufelder vergrössert», sagt Rupp.

Ob es auf dieser Grünfläche weiterhin Viehschauen geben wird, ist noch unklar. Die genaue Gestaltung des künftigen Parks ist noch nicht bekannt. Vorgesehen sei jedenfalls eine grüne Parkanlage mit Aufenthaltsmöglichkeiten für die Eggerinnen und Egger und die Beschäftigten.

Zur Vorgeschichte

Die letzte Teilrevision erfolgte im Jahr 2016. Parallel zur Richtplanung wurde auch für die Nutzungsplanung eine umfassende Revision erarbeitet und dem Kanton zur Vorprüfung vorgelegt. Dieser Entwurf wurde mittlerweile zurückgestellt. Ein wichtiger Bestandteil darin waren zahlreiche Zonenanpassungen. Darunter auch das Gebiet Längi-Hanselmaa, das man neu einteilen will.

Damit dieses Anliegen vorgezogen werden konnte, wurde von der Gemeinde Egg eine separate Vorlage erstellt. Der Gemeinderat Egg hat am 15. August 2022 die Revision des öffentlichen Gestaltungsplans Längi-Hanselmaa zusammen mit der Teilrevision der Nutzungsplanung zur Zonenzuweisung im Gebiet Längi-Hanselmaa verabschiedet.

Die Unterlagen lagen vom 2. September bis 31. Oktober 2022 während 60 Tagen zur Einsicht auf.

Während der öffentlichen Auflage gingen zwei Äusserungen ein. Der Natur- und Heimatschutzverein Egg (NHVE) und die IG Hanselmaa haben eine schriftliche Einwendung zum Gestaltungsplan eingereicht. In einer zweiten Version wurden nun Anpassungen vorgenommen.

Am nächsten Montag stimmt der Gemeinderat darüber ab, ob diese Teilrevision des Nutzungsplans nun angenommen wird.

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