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Hier stehen die Busse in der Region (noch) am häufigsten im Stau

Über verpasste Anschlüsse regen sich nicht nur die Pendler auf. Auch die VZO reagieren.

Auf der Bahnhofstrasse in Kempten bei der Bushaltestelle Kreuzackerstrasse bleibt der Bus derzeit noch oft im Stau stecken.

Foto: Paulo Pereira

Hier stehen die Busse in der Region (noch) am häufigsten im Stau

Ärger im ÖV

Engpässe zu den Hauptverkehrszeiten stören den ÖV-Betrieb vor allem in der Region um Uster und Wetzikon. Die VZO arbeiten kontinuierlich an Verbesserungen.

Rushhour am frühen Morgen in Uster. Eigentlich ist das Ziel schon fast in Sichtweite, nur noch wenige hundert Meter fehlen bis zum Bahnhof. Doch es geht nicht vorwärts. Der Bus steht – wieder einmal – im Stau. Und der Zug wartet nicht.

Für Pendlerinnen und Pendler sind solche Momente ein Ärgernis. Denn eigentlich gilt das Schweizer ÖV-Netz als eines der zuverlässigsten der Welt. Die Erwartungen sind entsprechend hoch. Trotzdem haben Busbetriebe immer wieder Probleme, die Anschlüsse zu gewährleisten. Das liegt meistens nur an einigen wenigen, aber entscheidenden Problemstellen, die zu den Hauptverkehrszeiten verstopft sind.

Nicht nur ärgerlich, sondern auch ein Kostenfaktor sind solche Situationen für die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO). Das Unternehmen betreibt die meisten Buslinien in der Region. «Dort, wo die Zuverlässigkeit sinkt, sinken schnell auch die Fahrgastzahlen», sagt Joe Schmid, Leiter Angebot und Markt, auf Anfrage. Und: «Der ÖV ist nur attraktiv, wenn er zuverlässig ist.»

Analysen mit GPS-Signal

Regelmässig analysieren die VZO die Problemstellen in der Region, prüfen Massnahmen und setzen diese um. Zuletzt wurde eine aktuelle Übersicht mit kantonalen Busproblemstellen im Strategiebericht 2025 bis 2029 des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) publiziert.

Grundlage für die Analysen bildet die Aufzeichnung der Fahrten per GPS-Signal. «Wir wissen genau, wann und wo unsere Busse Zeit verlieren», sagt Schmid. Diese Auswertungen zeigen, dass sich die meisten Hauptproblemstellen in der Region derzeit in und um Uster, Wetzikon sowie in Rüti befinden.

In Uster geraten die Busse rund um den Bahnhof gleich mehrfach ins Stocken. Einerseits stadteinwärts beim Kreisel an der Oberlandstrasse, andererseits bei der Hin- und Wegfahrt vom Bahnhof bei der Kreuzung der Damm- und Bankstrasse.

Eine dritte Problemstelle befindet sich auf der Aathalstrasse. Dort kommt die Buslinie 845 von Oetwil am See oftmals nicht wie gewünscht vorwärts. Konkrete Lösungsansätze sind noch nicht vorhanden.

Als Massnahmen kommen üblicherweise der Bau von Busspuren infrage – wie etwa zwischen Hinwil und Wetzikon – oder Lichtsignalanlagen an Kreiseln oder Kreuzungen, die den Bus bevorzugen, wie es sie ebenfalls bereits in Wetzikon gibt.

Die VZO können in Uster auch auf Beispiele verweisen, in denen ihre Bemühungen bereits gefruchtet haben. So kann die Buslinie 811 in Uster seit dem vergangenen Jahr dank einer Lichtsignalanlage ohne Verzögerung von der Haberweidstrasse in die Winterthurerstrasse einbiegen. «Die Busse erreichen ihre Anschlüsse nun zuverlässig», sagt Joe Schmid.

Wetzikon stark betroffen

Ebenfalls drei neuralgische Stellen gibt es in Wetzikon. Zwei davon befinden sich in Kempten. Die Busse 851 nach Adetswil und 850 nach Bauma geraten hier in der abendlichen Rushhour auf der Bahnhofstrasse beim Kreisel vor dem «Ochsen» ins Stocken. Zur teilweisen Entlastung ist ein Umbau der Haltestelle Kreuzackerstrasse geplant. Die Busse halten dort künftig direkt auf der Strasse. Dadurch müssen sie nicht mehr aus der Haltebucht in den Verkehr einfädeln.

Durch die Optimierung einer bestehenden Lichtsignalanlage erhoffen sich die VZO auch eine Verbesserung der Situation auf der Hittnauerstrasse. Dort stehen die Linien 858 und 859 von Hittnau respektive von Pfäffikon jeweils zu den Spitzenzeiten am Morgen im Stau.

Bereits einen Schritt weiter sind die Verkehrsbetriebe im Zentrum von Oberwetzikon. Dort schlossen die VZO gemeinsam mit der Stadt Wetzikon im vergangenen Jahr einen Testbetrieb erfolgreich ab. Die Busse der Linie 857 werden voraussichtlich ab 2024 über eine eigene Spur von der Bachtelstrasse nach links in die viel befahrene Bahnhofstrasse einbiegen zu können. «Der Bus ist dann fast eine Minute schneller unterwegs», sagt Schmid. Dadurch sollte er rechtzeitig zurück beim Bahnhof sein.

Die einzige Hauptproblemstelle ausserhalb von Uster und Wetzikon haben die VZO in Rüti erkannt. Dort stauen sich die Autos – und damit auch die Busse – auf der Hauptstrasse von Dürnten her vor dem Härtikreisel.

Massnahmen zur Behebung des Engpasses seien derzeit beim kantonalen Tiefbauamt in Planung, heisst es von den VZO. Die Verkehrsbetriebe sind jeweils auf eine enge Zusammenarbeit mit den Eigentümern der Strassen, also den Gemeinden und dem Kanton, angewiesen. Der Zeithorizont, in der eine Massnahme getroffen werden kann, ist dementsprechend sehr unterschiedlich. Ob für den Härtikreisel in Rüti bis zur Veröffentlichung des nächsten Strategieberichts bereits eine Lösung gefunden sein wird, bleibt offen.

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