Gerichtsgebäude soll zu Bezirksanlage anwachsen
Ausbaupläne in Uster
Die Räumlichkeiten des Kantons in Uster werden zentriert. Polizei, Staatsanwaltschaft, Notariat und Beratungsangebote sollen Platz beim Bezirksgericht finden.
Gross und erhaben steht das Gebäude seit 1915 im Ustermer Zentrum. Mit der Ruhe ist es jedoch seit einiger Zeit vorbei, wird doch in nächster Nähe ein neues Stadtquartier hochgezogen. Bis Mitte 2025 wird dort auch ein neuer Platz erstellt.
An diese Fläche, die den Namen Gerichtsplatz tragen wird, soll auch das namensgebende Gebäude stossen. Bis es so weit ist, wird aber noch einige Zeit vergehen: Frühestens 2034 wird gemäss Markus Pfanner von der Medienstelle der kantonalen Baudirektion das zur Bezirksanlage erweiterte Gerichtsgebäude eröffnet.
Heute verstreut, dereinst zentral
Im Komplex sollen dereinst die heute verstreut in Uster liegenden kantonalen Abteilungen wieder zusammenfinden.
Dazu gehören neben dem Bezirksgericht das Notariat, das Statthalteramt respektive der Bezirksrat, dann aber auch das Berufsinformationszentrum, das Kinder- und Jugendhilfezentrum, das regionale Arbeitsvermittlungszentrum und nicht zuletzt die Kantonspolizei sowie die Jugend- und die Staatsanwaltschaft.
«Diese Standorte erfüllen die heutigen Anforderungen nicht, welche die kantonale Verwaltung benötigt, um ihre Dienstleistungen für die Menschen im Kanton Zürich optimal erfüllen zu können», meint Pfanner.
Unter anderem steige wegen des Bevölkerungswachstums der Raumbedarf. Hinzu kämen aber auch sich ändernde Sicherheitsbedürfnisse. Und letztlich seien durch die dezentrale Lage die Betriebsabläufe erschwert.
Kantonspolizei muss wieder zügeln
Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft waren erst 2007 aus dem Bezirksgerichtsgebäude aufs ehemalige Zellweger-Areal nach Niederuster weggezogen. Das unter Platznot leidende Gericht brauchte die Räume selbst. Damals wurden für 2,8 Millionen Franken unter anderem vier neue Gerichtssäle eingerichtet und der ganze Eingangsbereich neu gestaltet.
Nun also sollen diese beiden Dienste, nach den Plänen des Kantons, wieder an die Gerichtsstrasse zurückkehren. Dies allerdings nicht in den Anbau zum Bezirksgericht, der in den 1970er Jahren entstand.
Dieser Osttrakt soll nämlich wie die Anbauten, die damals die Gefängnishofmauer ersetzten, abgerissen werden. An deren Stelle sollen mehrere neue Gebäudeteile entstehen. Erhalten bleibt einzig das denkmalgeschützte, historische Gerichtsgebäude aus dem Jahr 1915.
Zunächst eine Machbarkeitsstudie
Laut Pfanner ist das Projekt zur Instandsetzung und Erweiterung der Bezirksanlage Uster eben erst gestartet. In einem ersten Schritt wird eine Machbarkeitsstudie erarbeitet.
Diese soll Auskunft über den Umfang des Projekts geben und verschiedene Projektvarianten enthalten, aber auch die Grenzen des Machbaren aufzeigen – etwa in rechtlicher, technischer, organisatorischer, städtebaulicher und wirtschaftlicher Hinsicht.
Die Machbarkeitsstudie dürfte im ersten Quartal 2024 abgeschlossen werden. Danach folgt ein Wettbewerbsverfahren. Ist dann das Siegerprojekt erkoren, beginnt die Projektierung.
Baubeginn ab 2029 möglich
Pfanner rechnet damit, dass dies ab 2025 der Fall sein wird. Danach werden die Kosten des Projekts im Detail ausgerechnet, die die Grundlage für den Objektkredit bilden.

Der Kommunikationsberater meint, dass ab 2029 mit dem Baubeginn gerechnet werden kann. Die Bauzeit ist auf rund fünf Jahre veranschlagt. Damit dürfte es also noch eine ganze Weile gehen, bis auch die zweite Seite des Gerichtsplatzes von Gebäuden gesäumt wird.