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Neuer Pumptrack in Rikon begeistert

Seit kurzem dürfen junge BMX-, Velo- und Skatefans den neuen Rikemer Pumptrack nutzen. Was sie davon halten und weshalb Pumptracks im Trend liegen.

Ilay (8, links) und Milo (12, rechts) haben den Pumptrack schon ausgiebig getestet – und für gut befunden.

Foto: Noah Salvetti

Neuer Pumptrack in Rikon begeistert

Enge Kurven, Tempo und Sprünge

Auf dem Sportplatz Arlets in Rikon steht seit kurzem ein Pumptrack. Ein Besuch vor Ort zeigt: Der Zielgruppe gefällts. Dass Pumptracks wie Pilze aus dem Boden schiessen, ist indes kein Zufall.

Die Sonne lässt den Asphalt förmlich glühen. Rikon wirkt wie ausgestorben. Ebenso menschenleer: Das jüngste Freizeitangebot der Gemeinde, der Pumptrack bei der Sportanlage Arlets in Hinter-Rikon.

Pünktlich zum Beginn der Sommerferien wurde der Track fertiggestellt und für die Nutzer freigegeben, am Samstag weiht ihn die Gemeinde offiziell ein.

Ob es an diesem Mittwochnachmittag einfach zu heiss ist für einige Runden auf der neuen «Piste»? Oder kommt der Pumptrack etwa doch nicht so gut an, wie Gemeindepräsidentin Regula Ehrismann (EVP) sagt? Einige Minuten vergehen, bis doch noch Leben auf dem frisch asphaltierten Rundkurs Einzug hält.

Neues Angebot überzeugt

Der 8-jährige Ilay aus Rikon trotzt dem Backofen-Wetter und dreht einige Runden auf dem Track. Er sei schon einige Male hier gewesen, verrät er während einer Verschnaufpause. «Der Pumptrack ist schon sehr cool – vor allem die vielen Kurven.»

Er sei bereits mit dem Kickboard hier gewesen, heute habe er sich aber bewusst fürs Velo entschieden. Auch wenn er noch etwas wackelig auf dem Velo balanciert: Einmal Fahrt aufgenommen, sieht Ilay dabei aus wie ein Profi.

«Wir waren schon einige Male im Skills Park in Winterthur, da konnte er sich richtig austoben», erzählt Giuliana Dichio, Ilays Mutter. «Dass wir jetzt auch im Dorf ein ähnliches Angebot haben und nicht extra in die Stadt fahren müssen, finde ich lässig.»

Ausser der Badi und dem Spielplatz habe es bisher nämlich nicht so viele Angebote für Kinder und Jugendliche gegeben. Auch Milo (12), der etwas später auftaucht, ist angetan vom neuen Pumptrack.

Wie sein jüngerer Kamerad mag er es, in der Freizeit mit ordentlich Tempo durch Skateparks und Pumptracks zu schnellen, sich in die Kurven zu legen und stets noch etwas höher zu springen.

Bewegungsdrang ausleben

Dass er sein Hobby jetzt auch in seinem Wohnort betreiben kann, freut ihn. «Es ist toll, dass man alleine hingehen kann und nicht so weit fahren muss.» Er mag vor allem die Abwechslung, die der Rundkurs bietet. «Ich finde es cool, dass man hier ‹chli alles› machen kann», betont Milo.

Der Pumptrack scheint also einen Nerv zu treffen. Als die ZKB anlässlich ihres 150-Jahr-Jubiläums eine Jubiläumsdividende ausschüttete, fasste die Gemeinde schnell den Entschluss, damit ein Angebot für Kinder, Jugendliche und Familien zu finanzieren.

Bereits 2020 hatte man gute Erfahrungen gesammelt, als ein mobiler Pumptrack beim Schulhaus Zell zu Gast war. Eine entscheidende Rolle spielte denn auch, dass das kantonale Sportamt den Bau fest installierter Pumptrack-Anlagen fördert, solange diese öffentlich zugänglich und nicht gewinnorientiert sind.

Dass der Kanton solche Anlagen unterstützt, kommt nicht von ungefähr: «Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche in ihrem Wohnumfeld attraktive Sporträume vorfinden und ihren Bewegungsdrang ausleben können», sagt Martina Kropf, Leiterin Sportförderung beim Sportamt.

Keine Angst vor Einheitsbrei

«Unsere Schulhaustour mit den mobilen Pumptracks ist bei den Schulen sowie den Kindern und Jugendlichen von Beginn weg sehr gut angekommen und hat bei vielen Schülerinnen und Schülern den Wunsch geweckt, einen festen Pumptrack im Wohnumfeld zu haben», so Kropf.

Aktuell gibt es im Kanton gut 40 Pumptracks – sowohl mobile als auch fest installierte. Ein mobiler Track steht auch in Fischenthal. Fünf weitere Projekte werden zurzeit ausgearbeitet.

Dass viele Gemeinden dieses Bedürfnis aufnehmen und solche Anlagen bauen, freue das Sportamt sehr. Pumptracks sollen nämlich nicht nur als Bewegungsraum dienen, sondern auch die Sicherheit im Strassenverkehr erhöhen, indem sie das Vertrauen ins Velo oder Kickboard fördern.

Angst vor einem Einheitsbrei hat man beim Kanton nicht. «Kinder und Jugendliche sollten mit ihren Gefährten idealerweise selbstständig zur Anlage gelangen können. Es ist daher aus Sicht der Sportförderung wünschenswert, dass es in möglichst vielen Gemeinden Pumptracks gibt», betont Martina Kropf.

Sicher unterwegs auf dem Pumptrack

Pumptracks machen nicht nur Spass, sie sind auch ein Segen für die Gesundheit: Wer sie regelmässig nutzt, fördert damit seine Balance, Kraft und Koordination. Trotzdem kann es auch hier zu Unfällen kommen. Mit den folgenden Tipps gelingt ein sicherer «Ritt» auf dem Pumptrack:

1. Eine lockere Aufwärmrunde drehen, bevor man so richtig loslegt

2. Immer einen Helm tragen. Noch besser: Ellbogen- und Knieschoner anziehen.

3. Velosattel möglichst tief stellen, damit er nicht im Weg ist.

4. Auf andere Pumptrack-Nutzer Rücksicht nehmen: Mit genügend Abstand und ohne vorzudrängeln.

5. Genügend Pausen einlegen; in der Zwischenzeit kann man anderen zuschauen.

(Quellen: BFU, ÖKK)

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