So bleiben am Dorffest Wila alle Gäste sicher
Interview mit dem Sicherheitschef
Damit das Dorffest in Wila sicher über die Bühne geht, mussten die Veranstalter einige Herausforderungen bewältigen. Im Interview gibt OK-Mitglied Martin Furrer Einblick in sein Sicherheitskonzept.
Martin Furrer, über die beiden Festtage verteilt erwarten Sie 2000 Besucher – ein riesiges Fest für Wilemer Verhältnisse. Wie vermeiden Sie, dass es ein Verkehrschaos gibt?
Martin Furrer: Wir haben schon frühzeitig ein Verkehrskonzept mit Einbahnverkehr und verschiedenen Parkplatzvarianten erarbeitet. Ebenso werben wir für eine Anreise mit dem ÖV und haben sogar den Freiwilligen-Fahrdienst Nez Rouge vor Ort.
Für den Fall, dass doch mehr Leute als erwartet mit dem Auto anreisen: Stehen genug Parkplätze zur Verfügung?
Wenn das Wetter so bleibt, haben wir mehr als genug Parkplätze – da könnten auch 2000 Leute an einem Tag kommen. Das Feld, auf dem die Autos parkieren, liegt aktuell sowieso brach.
Das Festgelände besteht im Wesentlichen aus zwei Strassen und ist mitten im Dorf. Wird das Areal nicht total überlaufen sein?
Nein, davon gehe ich nicht aus. Die geschätzten 1000 Besucher verteilen sich ja jeweils über den ganzen Tag sowie auf die einzelnen Vereinsstände und das Hauptzelt vom Turnverein auf der Schochenwiese.
Fluchtwege sind sicher auch ein Thema. Was sieht Ihr Konzept vor?
Da die Marktstände im Dreieck Bahndammstrasse, Stationsstrasse und Zentrum Wila stehen, haben wir reichlich Ausweichvarianten. Auf allen Strassen gibt es eine dreieinhalb Meter breite Rettungsgasse, die nicht verbaut wird und nur für die Gäste reserviert ist – oder eben für Notzufahrten.
Wäre es nicht sicherer, wenn man das ganze Fest auf einer offenen Fläche wie zum Beispiel einer Wiese machen würde?
Mehrere Vereine sowie das Hauptzelt befinden sich ja im Landwirtschaftsgebiet Schochen und somit auf der freien Wiese. Wir haben uns aber bewusst dagegen entschieden, das ganze Fest dort auszutragen.
Weshalb?
Einerseits wegen des Ambiente – das ist im Dorfkern einfach besser. Weil wir stets festen Boden unter den Füssen haben, sind wir weniger wetterabhängig als auf einer Wiese. Und letztlich ist das Festgelände so auch einfacher zugänglich, etwa für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen.
Was waren die grössten Herausforderungen in den Bereichen Sicherheit und Verkehr?
Das Sicherstellen der Rettungsgassen für die Liegenschaften im Zentrum war sicher herausfordernd. Hier gibt es klare Vorgaben der Feuerpolizei, die man einhalten muss, damit zum Beispiel ein Löschfahrzeug im Brandfall genügend Platz hätte. Zudem mussten wir sicherstellen, dass die Postautos reibungslos den Bahnhof Wila anfahren können. Das konnten wir mit einer Ersatzhaltestelle lösen, damit keine unnötigen Wendemanöver in der Nähe des Festbetriebs stattfinden müssen.
Am Wochenende wird es sehr heiss. Wie sorgen Sie dafür, dass die Besucher nicht darunter leiden?
Bauchef Cyril Frei und ich haben dafür gesorgt, dass genügend schattenspendende Zelte vorhanden sind. Die Standbetreiber sind natürlich angehalten, dasselbe zu tun. Ohne genügend Schatten werden sie ihre Festbänke kaum füllen können.
Falls Schatten nicht reicht: Wie sind Sie auf Notfälle vorbereitet?
Wir haben zwei Standorte mit Samaritern – einer nahe beim Festzelt, der andere beim Zentrum Wila. Ausserdem ist die Praxis WilaCare regulär geöffnet, und Hans-Peter Mösch ist als Notfallarzt das ganze Wochenende Tag und Nacht erreichbar.
Alkoholkonsum gehört ja auch immer zu einem solchen Fest dazu. Wer sorgt bei möglichen Reibereien für Ordnung?
Wir haben an allen drei Tagen einen privaten Sicherheitsdienst vor Ort, der, falls nötig, die Kapo Zürich beiziehen kann.
Was ist Ihre Rolle am Dorffest selbst?
Jedes OK-Mitglied wird auch während des Fests ein Auge auf seinen Bereich haben. So werde ich etwa darauf achten, dass keine Vereinsstände ihre Wirtschaften in die Rettungsgassen erweitern und dass der Festumzug reibungslos abläuft.
Zur Person
Martin Furrer ist im Organisationskomitee des Dorffests Wila für die Bereiche Sicherheit und Verkehr zuständig. Furrer wohnt in Wila. Er ist ausserdem Präsident der SVP Wila und Mitglied der Feuerwehr Turbenthal-Wila-Wildberg.
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