So gehen die lokalen Gewerbler mit der Vollsperrung um
Bauarbeiten in Wila
Seit Ende Juli ist die Tösstalstrasse bei Wila wegen Bauarbeiten in beiden Richtungen gesperrt. Wie verkraftet das ortsansässige Gewerbe die dreiwöchige Vollsperrung?
Seit Ende März lässt der Kanton die Tösstalstrasse zwischen Wila und Saland sanieren. Für die letzte Phase der Bauarbeiten hat das Tiefbauamt eine dreiwöchige Vollsperrung angeordnet.
Wer von Turbenthal nach Saland unterwegs ist, muss Turbenthal und Wila noch bis nächsten Montag grossräumig umfahren. Davon sind auch die ansässigen Gewerbler betroffen.
Irene Brönnimann-Mannhard, Aurea, Fachinstitut für Dermakosmetik
«Kaum ist die Sperrung wegen der Kreiselbaustelle in Turbenthal verdaut, trifft es uns schon wieder mit einer neuen Vollsperrung, das kann doch nicht sein!»
Das waren etwa die ersten Gedanken von Irene Brönnimann-Mannhard, als sie das Info-Schreiben aus ihrem Briefkasten genommen hatte. Sie betreibt schon lange Aurea, das Fachinstitut für Dermakosmetik, an der Stationsstrasse in Wila.
Für Brönnimann-Mannhard war es schwierig zu verstehen, warum genau das Gewerbe nicht aktiv in die Planung solcher Massnahmen mit einbezogen wird.


Sie fragt sich, ob eine Umleitung, die die Fahrzeit um 20 Minuten verlängert, wirklich notwendig ist und ob das nicht anders hätte gelöst werden können.
Die Beschilderung der Umleitung in Turbenthal hat sie dann persönlich zum Handeln gezwungen. Etlichen Kunden musste sie erklären, dass ihr Geschäft in Wila trotz Sperrung erreichbar ist. In Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt in Turbenthal wurde dann spontan die Beschriftung beim Kreisel ergänzt.
«Zufahrt bis Gewerbe Wila gestattet» heisst es dort jetzt. Genau diese Kleinigkeiten sind für Brönnimann-Mannhard essenziell und sollten ihrer Meinung nach schon in der Projektphase in die Planung mit einfliessen.
Marc Hammerbauer, The Bearded Butcher
Eines der jüngsten Unternehmen in Wila ist die Metzgerei The Bearded Butcher mitten im Dorf, direkt an der Tösstalstrasse.
Marc Hammerbauer hat seine Metzgerei vor etwas mehr als einem Jahr eröffnet. Für ihn war die Vollsperrung beim Kreiselbau in Turbenthal weniger spürbar als die aktuelle Sperrung der Tösstalstrasse.

Hammerbauer ist sich bewusst, dass die Strasse irgendwann einfach saniert werden muss. Die Terminierung in die Sommerferien zu legen, ist für ihn daher das einzig Richtige.
Den spürbaren Umsatzrückgang in seinem Geschäft will er nicht ausschliesslich der Strassensperrung zuschreiben. «Das schlechte Wetter lädt momentan auch nicht unbedingt zum sommerlichen Grillieren ein.»
Renate Affeltranger, Agrola-Tankstelle Wila
Einer der hintersten Gewerbebetriebe, kurz vor dem gesperrten Abschnitt der Tösstalstrasse, ist die Agrola-Tankstelle. «Es war von Anfang an klar, dass gewisse Abstriche im Umsatz gemacht werden müssen», sagt Renate Affeltranger vom Volg in Wila, die für die Tankstelle zuständig ist.
Eine Tankstelle lebe vom Durchgangsverkehr, betont sie. «Entfällt dieser, entfallen auch die Einnahmen in gleichem Masse.» Mit dieser Einstellung ging sie in die dreiwöchige Sperrung.

Sie sieht die Notwendigkeit der Vollsperrung und ist froh, dass diese in die Sommerferien gelegt wurde. Die Situation haben die Betreiber gleich ausgenutzt: Fast unbemerkt wurde die ganze Tankstelle mit modernster Säulentechnik ausgestattet.
Affeltranger ist auch der Meinung, dass der Kanton Zürich als Bauherr und die Gemeinde Wila sehr gute Arbeit in Bezug auf die Information der Bevölkerung und der Anwohner und Anwohnerinnen geleistet haben.
Die Bauarbeiten sind im Zeitplan, und die Tösstalstrasse sollte voraussichtlich ab Montag, 14. August, in beiden Richtungen wieder frei befahrbar sein.
