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Wer schläft eigentlich in den Oberländer Hotels?

Pächterinnen und Gastronomen erzählen, wer in den Oberländer Hotels übernachtet.

Sarah Tiefenbacher und Felipe Rojas betreiben das Berggasthaus Sennhütte in Steg seit 2020.

Foto: Severin Jakob (PD)

Wer schläft eigentlich in den Oberländer Hotels?

Übernachten im Oberland

Ob im Tösstaler Wanderparadies, direkt am Bahnhof Wetzikon oder in der Nähe des Ustermer Stadtparks: Gastronominnen und Pächter erzählen, wer bei ihnen absteigt.

Sommerzeit bedeutet auch Reisefieber. Wie sieht es mit der Feriendestination Zürcher Oberland während der heissen Jahreszeit aus? Hotelbetreiberinnen und Rezeptionsleiter erzählen von ganz unterschiedlichen Gästen, die in der Region zu Besuch sind.

Auch Velofahrer und sogar Ferrari-Fahrer kommen vorbei.

Sarah Tiefenbacher

Pächterin der «Sennhütte»

Am Fuss des Schnebelhorns im Berggasthaus Sennhütte sind vor allem Familien, Wanderinnen und Wanderer anzutreffen. «80 Prozent der Leute kommen zu Fuss hier hoch», sagt Sarah Tiefenbacher. Die 39-Jährige und ihr Partner Felipe Rojas führen das Restaurant und den Hotelbetrieb auf der Wanderroute mit viel Sorgfalt und nachhaltigen Produkten.

Es führt jedoch auch eine Strasse direkt zum Berggasthaus auf über 1028 Meter über Meer. «Hier oben gibt es schwierigere, aber auch leicht begehbare Wege, die sogar mit Kinderwagen möglich sind.» Das beschert dem Berggasthaus auch ganz unterschiedliche Gäste. «Auch Velofahrer und sogar Ferrari-Fahrer kommen vorbei», schmunzelt Sarah Tiefenbacher.

Geheimtipp unter Städtern

«Wir sind ein wenig die Paradiesvögel unter den Betreibern», sagt die Pächterin. So übernachten auch viele Städter und Künstlerinnen in der «Sennhütte». «Eine Choreografin hat sich hier oben mal eine Auszeit genommen, um Musikstücke für das nächste Ballett auszuwählen.»

Unter den Gästen gibt es auch viele Städter, die ihr Wochenende gerne in der Natur verbringen. «Viele Leute kommen aus Winterthur zu uns – wir scheinen dort so was wie ein kleiner Geheimtipp zu sein.»

Fast wie im Engadin

Das Berggasthaus Sennhütte liegt am Fuss des Schnebelhorns, des höchsten Bergs im Kanton Zürich mit seinen 1292 Metern über Meer. Wilde Wälder und Nagelfluh erinnern die Wanderer fast ein wenig ans Engadin – und das mitten im Zürcher Oberland.

Somit ist die «Sennhütte» vor allem im Frühling und im Herbst an den Wochenenden gut gebucht, nicht aber während der Sommerferien. «Ich vermute, dass doch noch viele Menschen ans Meer fahren – oder dann richtig in die Berge, ins Wallis oder ins Bündnerland.»

Damit gönnen sich auch Sarah Tiefenbacher und ihre Familie im August eine Auszeit. Das Berggasthaus Sennhütte bleibt während der letzten Ferienwoche geschlossen.

Das Hotel Ochsen in Uster von aussen im Sommer.
Das Hotel Ochsen beherbergt vor allem Gäste aus der Industrie.

So hält es auch Urs Badertscher im Hotel Ochsen in Uster: Er macht während der Sommerferien selber eine dreiwöchige Pause. «Wir sind hier keine Feriendestination wie zum Beispiel die Städte Zürich, Winterthur oder Rapperswil», sagt der Gastronom.

Im zentral gelegenen Hotel Ochsen in der Nähe des Ustermer Stadtparks steigen viel eher Wochenend-, Tagestouristen oder Arbeitende ab.

Viele Leute reservieren die Zimmer bei Events erst in letzter Minute.

Urs Badertscher

Gastronom Hotel Ochsen

«Der Hauptanteil unserer Gäste sind Geschäftsleute», sagt Badertscher. Diese arbeiteten vor allem als Technikerinnen oder Handwerker in der Industrie in Fehraltorf, Mönchaltorf, Egg, Nänikon oder Greifensee. Darunter auch Angestellte aus internationalen Firmen.

Ob grössere Anlässe in Uster wie das Musikfestival H2U im «Ochsen» spürbar sind? Bis jetzt könne man das an der Anzahl Buchungen noch nicht sehen. Badertscher geht davon aus, dass die Besucherzahl kurz vor dem Wochenende im August ansteigt. «Viele Leute reservieren die Zimmer bei solchen Events erst in letzter Minute», sagt er.

Zürcher Grossevents sind spürbar

Aufgefallen ist ihm aber das eine Wochenende im Juni, als Coldplay im Letzigrund spielte. Das habe ihm auch ein paar Gäste in den «Ochsen» gespült. «In 15 Minuten ist man mit dem Zug schon in Zürich, da ist Uster gut gelegen», sagt er.

Das Wichtigste für einen Hotelbetrieb sei jedoch, dass er online buchbar sei. «Viele Gäste sind sehr spontan – sie buchen eine Stunde vorher von unterwegs aus.» Da müsse man fix reagieren können, sonst sei man weg vom Fenster.

Hotel Swiss Star von aussen: Wolken und Beton.
Das Hotel Swiss Star am Bahnhof Wetzikon beherbergt auch grössere Reisegruppen aus Asien. (Archiv)

Ähnlich sieht es im Hotel Swiss Star in Wetzikon aus: Hier kann man schnell online ein Bett buchen, und auch hier steigen vor allem Businessleute ab.

Das ist ein wichtiger Teil des Konzepts: Geschäftsleute können Seminare und Workshops abhalten. Die meisten reisen aus Deutschland, Spanien, Frankreich oder Italien an. Mit externen Kongressräumen im Nebenhaus und 105 Zimmern für die Übernachtung bietet das «Swiss Star» viel Platz.

Wetzikon als zentraler Standort

Wenn doch Privatgäste im «Swiss Star» buchten, dann hätten sie meistens schon einen konkreten Grund, sagt der Rezeptionsleiter Thomas Rump. «Viele kommen für Eishockeyspiele, die in der nahen Eishalle stattfinden.»

Es gebe aber auch Touristen, die von weiter her kämen. «Oft steigen Reisegruppen aus Indien, China oder Malaysia bei uns ab», sagt Rump. Diese interessierten sich jedoch weniger für das Zürcher Oberland als für Attraktionen in der ganzen Schweiz. «Sie fahren in Reisecars zum Beispiel nach Interlaken oder an den Rheinfall.» Wetzikon sei ein zentraler und preiswerter Standort, von wo aus die Gäste schnell an den grossen Schweizer Touristenorten seien.

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