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«Eine Vielfalt, die hier nicht als Bedrohung verstanden wird»

Am 1. August sprach die Ärztin Nilayini Vamatheva in Fällanden über ihre Flucht aus Sri Lanka und ihr erstes Wort in einem hiesigen Kindergarten.

Festrednerin Nilayini Vamatheva betrachtet die Schweiz von innen und von aussen.

Foto: André Gutzwiller

«Eine Vielfalt, die hier nicht als Bedrohung verstanden wird»

Bundesfeier in Fällanden

Am 1. August sprach die Ärztin Nilayini Vamatheva in Fällanden über ihre Flucht aus Sri Lanka und ihr erstes Wort in einem hiesigen Kindergarten.

Das Festgelände oben auf dem Hügel beim Schützenhaus von Fällanden liegt in der Landschaft, als ob ein sonniger Sommertag zu Ende gehen würde. Dabei ist die Regenmenge am 1. August eher überdurchschnittlich und die Temperatur weit entfernt von angenehm.

Gut 300 Personen haben sich dennoch für diesen Nationalfeiertag im Festzelt eingefunden. Gemeindepräsident Tobias Diener (FDP) betont in seiner Eröffnungsansprache, wie sehr sich die Welt momentan in allen möglichen Bereichen verändert. Dies sei aber nicht ein Phänomen aus jüngster Zeit, wenn man in der Geschichte zurückschaue, erkenne man, dass das schon immer so gewesen sei.

Die Aufgaben – auch die unangenehmen – müssen angenommen werden.

Tobias Diener (FDP)

Gemeindepräsident Fällanden

Veränderung sei immer auch als Chance zu sehen, so Diener. Die Gemeinde habe nicht nur die Verantwortung, sondern auch die Kompetenz, diese Chancen zu nutzen: «Die Aufgaben – auch die unangenehmen – müssen angenommen werden.»

Zuwanderung im Fokus

Das bringt ihn zum Thema der Zuwanderung, die aktuell gerade wieder im Brennpunkt steht. Er stellt aber fest, dass die Schweiz ohne Zuwanderung nicht funktionieren würde, allein wegen des Fachkräftemangels.

Dieses Thema nimmt Tobias Diener als Übergang, um Festrednerin Nilayini Vamatheva anzukündigen. Vamatheva ist Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin.

Sie ist als Baby mit ihren Eltern vor dem Bürgerkrieg in Sri Lanka geflüchtet und in die Schweiz gekommen.

Nilayini Vamatheva kannte bei ihrem Eintritt in den Kindergarten nur ein einziges deutsches Wort: spielen. Das habe aber für das Erste durchaus gereicht, um sich zu integrieren. Zu Hause wurde Tamilisch gesprochen, da war sie Sri Lankerin. Wenn sie aber aus dem Haus ging, sprach sie bald einmal Schweizerdeutsch, da war sie dann Schweizerin. Vamatheva findet, ihre eigene Integration habe deshalb so einfach funktioniert.

Für sie sei dieser 1. August auch ein Tag der Dankbarkeit. «Ich bin dankbar für die Vielfalt, die hier nicht als Bedrohung verstanden wird, und dafür, dass ich hier mein Medizinstudium erfolgreich abschliessen konnte.» Dankbarkeit tue dem Körper gut, denn da werde Dopamin, das Glückshormon, freigesetzt.

Hilfe für Sri Lanka

Ihre Fach- und Sprachkenntnisse konnte sie etwa während der Pandemie nutzen. So habe sie als Stiftungsrätin der Brighter Life Foundation in Zusammenarbeit mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) für mehrere Millionen Franken medizinische Güter nach Sri Lanka geschickt.

Mit einem Augenzwinkern greift sie das Thema Fachkräftemangel zum Schluss ihrer Ansprache wieder auf. Denn sie wird schon diesen September ihre Hausarztpraxis in Effretikon eröffnen.

Nach der Festansprache erhob man sich für die Landeshymne, die von der Musikgesellschaft Fällanden unter der Leitung von Cyrill Oberholzer begleitet wurde. Bis zum Eindunkeln unterhielt die Musikgesellschaft die Gäste im Festzelt mit ihren Stücken, dann wurde auf dem Hügel oben an der Binzstrasse das Höhenfeuer entzündet, womit man den Abend stimmungsvoll ausklingen liess.

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