Als 18-Jähriger reist er in Wetzikon durch die vier Elemente
Junger 1.-August-Redner im Fokus
Wie sieht ein Vertreter der jungen Generation die heutige Schweiz? An der Bundesfeier in Wetzikon zeigt Nicolas Huber seine zentralen Werte auf. Und die unterscheiden sich gar nicht stark von traditionellen.
Er dürfte der jüngste Redner sein, der je an einer Bundesfeier in Wetzikon aufgetreten ist. Anfang Dezember wird er 19 Jahre alt. Doch deswegen zeigt Nicolas Huber keine Publikumsscheu. Noch bis vor Kurzem hat er als Co-Präsident der Schülerorganisation der Kantonsschule Zürcher Oberland (KZO) gewirkt. Das ist nun vorbei, da der Wetziker vor drei Wochen die Matura gemacht und dabei eine Arbeit abgeliefert hat, die zu den besten 6 von kantonsweit 3000 gehört.
Hindernisse als Motivationsschub
Und nun spricht der junge Forscher darüber, was die Geschichte der Schweiz mit den vier Elementen auf sich hat. Und wie die Sicht der Jungen auf das gefeierte Land aussieht.
«In unserer Geschichte lieferten die Hindernisse wahrscheinlich die bereicherndsten Erfahrungen. Der Umweg ist oft die schönste Perspektive», lautet eine erste Erkenntnis. Auch die heutige Zeit sei geprägt von Veränderungen und Herausforderungen.
Hier kommen für den jungen Wetziker die vier Elemente als Konstanten ins Spiel: «Es ist das Feuer, das uns antreibt. Es ist die Luft, welche uns Freiraum für Träume und Visionen verschafft. Es ist das Wasser, das uns verbindet, und es ist die Erde, die das Fundament unserer Zukunft markiert.»
Mit Leidenschaft für Traditionen
Das Feuer steht für ihn für Leidenschaft. Und die hat er auch für die Schweiz: «Ich bin stolz auf die Traditionen, die wir bis heute pflegen und schätzen. Ist es nicht schön, dass wir uns hier zusammengefunden haben, um unsere Geschichte zu feiern?», fragt er ins 350-köpfige Publikum. Die Begeisterungsfähigkeit der Schweizer erlaube es auch, in kürzester Zeit selbst bei Widrigkeiten Grosses zu bewegen.




«Wenn dir jemand einen Stein in den Weg legt, dann steh drauf und geniess die Aussicht!», laute das Motto einer Freundin von ihm. Doch diese Aussage treffe auch auf die Schweiz zu. Es gelte, mit einer positiven Haltung an Hürden heranzugehen. Pioniergeist und Innovationskraft zeichneten das Land aus.
Zusammenarbeit der Generationen
«Für unsere Gesellschaft ist es von zentraler Bedeutung, dass Jugendliche und frühere Generationen gut zusammenarbeiten können. Aus meiner Erfahrung ist das Alter völlig irrelevant, jeder und jede von uns kann einen wertvollen Beitrag leisten», lautet seine jugendliche Sicht.
Als begeisterter Gleitschirmflieger kennt Huber den Himmel und die Luft besonders gut. Dort oben gebe es besondere Perspektiven. Dort oben gebe es eine grosse Weitsicht. Diese sei auch nötig unten am Boden. Es gelte, gegenseitiges Verständnis für die unterschiedlichen, individuellen Lebenswelten aufzubringen. Darum sei es auch wichtig, die Jugend zu ermutigen, sich einzubringen.
Das Wasser findet zusammen
Zum dritten Element, dem Wasser, das an diesem Tag schon reichlich vom Himmel gefallen ist, assoziiert Huber, der jetzt ein Zwischenjahr einlegt, ehe er ein Studium in Angriff nehmen will, die Verbindung zwischen den Generationen.
Und er wählt dafür, gerichtet an das neben einigen Familien mehrheitlich ältere Publikum, ein schönes Bild: «Wenn wir im Wildbach auf ein Hindernis treffen, umfliessen Sie dieses vielleicht links herum, während ich die andere Richtung wähle. Doch ist im Strom des Bachs eines unumgänglich: Egal, wie ein Hindernis umströmt wird, die Teilströme treffen sich in jedem Fall dahinter wieder und fliessen gemeinsam weiter ins Unbekannte. Das Wasser repräsentiert also einen Aspekt, der für unsere Zukunft von zentraler Bedeutung ist: Nur wenn es uns gelingt, die Generationen, deren Bedürfnisse und Ansichten zu vereinen, können wir im Positiven in die Zukunft schreiten.»
Das Streben nach dem Guten
Die Erde schliesslich sieht Huber, der bis vor Kurzem als Co-Präsident der KZO-Schülerorganisation gewirkt hat, als Fundament für die Zukunft. Und bezieht dabei vor allem wieder die Jungen mit ein, aber auch all jene, «die sich heute intensiv für unsere Politik, Gesellschaft und Wirtschaft einsetzen».





Sein Appell nach der Reise durch die vier Elemente lautet: «Der Weg ist das Ziel. Wohin uns unsere Reise führt, mag zum heutigen Zeitpunkt eine grosse Unbekannte sein. Doch eines ist sicher: Die Zeit vergeht wie im Flug, also lasst uns nach dem Guten streben.» Huber erntet im gut besetzten Festzelt starken Applaus.
Und wie beurteilen die – wenigen - Jungen unter den Zuhörern die Rede? «Er hat es gut gemacht.» Sie sei angenehm apolitisch gewesen. Die Metapher mit dem den Stein umfliessenden und wieder zusammenfindenden Wasser sei sehr schön. Denn sie zeige, wie wichtig es sei, dass alle zusammenhielten. Und das gesetztere Publikum stellt fest: So andere Ideen und Werte hat dieser Vertreter der jungen Generation gar nicht, als es sie kennt und pflegt.
